Wie schnell unser gegenwärtiges Finanz- und Geldsystem unter Druck gerät, zeigt die aktuelle Krise rund um das Coronavirus. Die Konsequenzen sind in ihrer vollen Dimension noch nicht abzuschätzen. Doch bereits jetzt zeigt sich, dass wir uns auf nachhaltige Veränderungen einstellen müssen: viele Menschen werden ihre Arbeitsplätze verlieren, Produktions- und Lieferketten werden neu arrangiert und die Geldmenge steigt ins Unermessliche. Können Kryptowährungen Teil der Lösung sein?

In diesem Artikel wollen wir einen Blick auf die stille Macht von BTC und Co. werfen. Welche Vorteile bringen Kryptowährungen in einer Situation wie der jetzigen und was läuft eigentlich alles falsch?

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Binance CEO CZ spricht über Kryptowährungen

In einem aktuellen Blogbeitrag (siehe Quelle) teilte uns der Binance CEO Changpeng Zhao (CZ) seine Gedanken zur aktuellen Situation mit. Dabei gab CZ interessante Einblicke in seine Denkweise. Er sprach von den Fehlern im aktuellen System, der permanenten Erhöhung der Geldmenge (engl. quantitative easing) und der Macht von Kryptowährungen in diesem Kontext. Im Folgenden werde ich sowohl meine persönliche Meinung als auch die von CZ wiedergeben. Gehen wir in’s Detail:

Eine Führungskultur, die auf Zahlen und Ergebnisse getrimmt ist

Zunächst sprechen wir über die aktuellen Führungs- und Firmenkultur. Wir leben in einer Zeit, in der CEOs von Firmen vor allem eine Tätigkeit beherrschen müssen: die Bilanzzahlen von Jahr zu Jahr besser aussehen lassen. Dabei geht es oft gar nicht um nachhaltiges wirtschaften, sondern viel mehr um eine Steigerung des Umsatzes, der operativen Marge und bestenfalls einer konstanten Erhöhung der Dividenden. Anstatt Rücklagen zu bilden werden Gelder in die eigenen Aktien reinvestiert, so dass es zu sogenannten Buybacks kommt. Investoren einer Firma sehen solche Vorgänge natürlich gerne, da sich die in Umlauf befindliche Menge an Aktien verringert und der Preis eines einzelnen Titels steigt. Die Maxime lautet (fast) immer: wie können wir die Shareholder maximal befriedigen?

Keine Sorge, wir sprechen gleich wieder über Kryptowährungen. Das Ergebnis der gerade eben beschriebenen Firmenpolitik sieht man aktuell. Aufgrund nicht ausreichender Rücklagen geraten Firmen in Schieflage, da es schlicht und ergreifend an Liquidität fehlt. Was tun? – Die Antwort ist simpel: als systemrelevante Firma wartet man auf die Rettung durch den Staat respektive Zentralbanken. Und da diese nun ‚unbegrenzte‘ Liquidität zur Verfügung stellen, wird einfach mehr Geld gedruckt. Hier sind wir bereits bei einer zentralen Eigenschaft von Kryptowährungen wie Bitcoin: Sie sind in der Anzahl begrenzt und können eben nicht einfach aus dem Nichts erschaffen werden.

An dieser Stelle passt folgende Aussage von Changpeng Zhao bestens:

Sobald mehr und mehr Geld gedruckt wird, werden die Steuerzahler indirekt bestohlen. Denn sie verlieren an Kaufkraft und werden indirekt ärmer. Dennoch beschweren sie sich nicht. Erst wenn eine komplette Bank scheitert (siehe Lehman 2008) gibt es eine schuldige Person/Firma. Wenn einfach nur Geld gedruckt wird, echauffiert sich niemand. Denn der Einzelhändler oder die Privatperson, die dadurch ärmer wird, weiß nicht, was da gerade geschieht. Also ist es in den Augen derjenigen, die das tun, völlig okay.

Langfristige Auswirkung bullish für Kryptowährungen

Natürlich kann man dieses Spiel nicht ewig spielen. Und genau deshalb können wir langfristig bullish gegenüber Kryptowährungen sein. Denn das Kartenhaus, das durch permanentes Drucken von Geld und Staatsrettungen am Leben gehalten wird, wird langsam aber bestimmt zusammenfallen.

Mit Kryptowährungen sieht dieses Spiel anders aus. Es gibt keine Bankenrettung. Es gibt auch keine Erhöhung der Geldmenge, wenn einer danach schreit. Und genau dies bricht mit dem aktuellen Kreislauf.

Nun gibt es natürlich einige Menschen, die sich bereits dieser Tatsache bewusst sind. Dennoch sehen wir aktuell keinen Bitcoin Kurs von 100.000 Dollar oder mehr. Offensichtlich bewertet die Mehrheit der Menschen die aktuelle Situation anders oder ist sich über deren Ausmaß nicht bewusst. Hierbei sollten wir jedoch entspannt bleiben und dem Markt die notwendige Zeit geben. CZ drückt dies so aus:

Die Märkte sind ineffizient. Bis sich eine Änderung durchsetzt, vergeht eine Menge Zeit. Und in dieser Zeit ergeben sich viele Chancen. Die FED hat gerade angekündigt ‚unbegrenzte Liquidität‘ zur Verfügung zu stellen. Hat die breite Masse das richtig verstanden? – Ich glaube nicht. Haben die Banken es verstanden? – Manche ja und manche nein. Hast du dir wegen der Negativzinsen einen Kredit geholt? – Nein, wahrscheinlich nicht. Und hast du dir davon Bitcoin gekauft? – Nein, wahrscheinlich auch nicht.

Worauf will der Binance CEO hinaus? – Er möchte wohl aufzeigen, dass die Menschen in der aktuellen Situation sich panisch und somit nicht rational verhalten. Sie bewerten Dinge emotional und nicht aufgrund ihrer eigentlichen Eigenschaften und Natur. Menschen kaufen gerade in solchen Maßen Toilettenpapier als würde bald der neue „Toilettenstandard“ eingeführt werden.


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Nachhaltige Veränderungen benötigen Zeit

Die Botschaft ist also klar: Großflächige Veränderungen benötigen Zeit. Dies trifft alleine zu, weil wir nicht von der Mündigkeit eines jeden Bürgers ausgehen können. Ab dem Moment, ab dem die Mehrheit der Menschen realisiert, dass die aktuelle Geldpolitik zu einer massiven Inflation führt, werden sie aufhören, Geld zu horten. Ab diesem Moment werden sie sich nach alternativen Anlagen umschauen. Natürlich wird hierbei nicht jeder Kryptowährungen für sich entdecken, aber viele werden realisieren, dass einige alte Vermögenswerte nicht mehr so interessant sind.

Ich möchte zum Abschluss des Artikels keine Schwarzmalerei betreiben, sondern lediglich CZ zitieren:

Im Grunde genommen glaube ich, dass das aktuelle System kaputt ist. Kryptowährungen wie Bitcoin lösen das Problem. Wir sollten also nicht die Spieler hassen, sondern viel mehr das Spiel.

Wie ist deine Meinung zu der aktuellen Situation? – Siehst du die Probleme, die aufgezeigt wurden und können Kryptowährungen Teil einer Lösung sein? Ich bin gespannt auf deine Meinung!

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[Bildquelle: Shutterstock]

QUELLEBinance Blog
Daniel Wenz
Autor
Daniel ist 24, hat einen Bachelor of Science als Wirtschaftsingenieur und ist als Content Creator bei Cryptomonday tätig. Seit 2014 ist er aktiv im Krypto-Sektor unterwegs. Das es dazu kam, hat er einer Vorlesung zu verdanken, in der über das disruptive Potenzial der Blockchain unterrichtet wurde. Seine Interessen umfassen die Technik und das breite Anwendungsgebiet der Technologie – nicht nur für die Wirtschaft, sondern auch für die Gesellschaft. Um den Zugang zu diesen komplexen Themen zu erleichtern, hat er selbst ein kleines Startup gegründet. Er beschäftigt sich mit der Verbreitung von BTC-Automaten in Deutschland und wirkte maßgeblich an Videos und Büchern mit.