In den letzten Wochen ging es bei IOTA heiß her. Nicht nur der Ausbruch des IOTA Kurses aus dem Abwärtstrend hat die Aufmerksamkeit wieder auf das IoT-Projekt (Internet der Dinge) gelenkt, sondern vor allem die Schlammschlacht zwischen den IOTA Foundern David Sønstebø (DS) und Sergey Ivancheglo (Come from Beyond, CfB). Im Schatten der gegenseitigen Beschuldigungen der Founder, wurden sieben Patente auf Basis der IOTA-, Bitcoin- und Ethereum-Technologie von Hewlett Packard (HP), dem größten US-amerikanischen PC- und Druckerhersteller, eingereicht.

Wir schauen in diesem Artikel auf den Konflikt der IOTA Founder, die möglichen Auswirkungen auf den Kurs und die Patentanmeldungen von HP.

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Öffentliche Schlammschlacht der IOTA Founder

Der Konflikt zwischen den IOTA Foundern ist in den letzten Tagen eskaliert und wurde in der Öffentlichkeit ausgetragen. Im Zuge dieser Schlammschlacht sind einige private Konversationen zwischen den beiden geleaked worden. Dabei sind Informationen ans Tageslicht gekommen, die einige Fragen bezüglich des IOTA Crowdsales (ICO) wieder aufwühlen.

IOTA ging damals aus dem Unternehmen Jinn Labs hevor, das von CfB und DS gegründet wurde. Während des Crowdsales in 2015 konnte man IOTA mit Bitcoin kaufen. Die Investoren hatten sich damals bereiterklärt 5% ihrer IOTA abzugeben, um die Foundation ins Leben zu rufen und zu finanzieren. Die ICO lief zwar erfolgreich aber die Tokens waren zu diesem Zeitpunkt noch nicht erstellt. Daher konnten die Erstinvestoren ihre Tokens erst in 2016 beanspruchen.

Jinn Labs hält noch 65.000.000 MIOTA

Damals wurden insgesamt 65 Tera IOTA (Ti) im aktuellen Wert von ca. 20 Millionen USD nicht von den Investoren beansprucht bzw. geclaimed. Diese IOTA gingen anschließend weder an die Foundation, noch wurden sie vernichtet (burned) oder anderweitig verwendet/gespendet, sondern verblieben bei Jinn Labs. DS soll die 65 Tera IOTA im Anschluss in IOTA AS investiert haben und ab hier wird es dann undurchsichtig, wem was zu recht oder zu unrecht gehört.

Damals gab es laut CfB eine Absprache zwischen ihm und DS, dass 25 Ti an CfB ausgezahlt werden sollen. Dieser Absprache ist DS anscheinend nicht nachgekommen, was der Auslöser für die aktuelle Schlammschlacht auf Twitter und Discord war. Denn Fakt scheint, dass nur DS über diese Tokens verfügen kann, ansonsten wäre die Schlammschlacht um die vakanten 65 Tera IOTA wohl nicht entbrannt. Ein fader Beigeschmack bleibt in jedem Fall.

Keine Kritik an der IOTA Foundation

Auf Grundlage dieser Ereignisse gab es viel Kritik und teilweise auch FUD aus der Community. Es ging sogar soweit, dass DS vorgeworfen wurde mit Jinn Labs einen Exit Scam geplant und durchgezogen zu haben. Dabei sei gesagt, dass die 65 Ti bei Jinn Labs noch nie bewegt wurden. Daher basiert aktuell jegliche Kritik in diese Richtung auf der Twitter-Gerüchteküche.

Unabhängig wer am Ende Recht behalten wird, es wirft aktuell kein gutes Licht auf die beiden Founder und damit auch auf die Foundation. Doch man sollte hier nicht alles auf die Goldwaage legen. Denn das Projekt IOTA ist aktuell wesentlich mehr als der persönliche Streit zwischen DS und CfB. Der Erfolg des Projektes hängt nicht von diesen beiden Personen ab. IOTA dürfte daher auch langfristig davon keinen Schaden tragen. Staus Quo ist jedoch ein polarisierendes Thema was am Ende in jedem Fall Aufmerksamkeit bringt. Was die Foundation und die Community daraus macht, bleibt ihr überlassen.

Dennoch zeigt der aktuelle Fall deutlich, dass Projekte, die mit bestimmten Personen assoziiert werden, anfälliger sind und schnell unter die Räder geraten können. Ein Ereignis welches die IOTA Foundation also wohl noch lange beschäftigen wird, das Projekt IOTA damit aber wohl nicht. Denn auch ohne die beiden Gründer gibt es mittlerweile genug Anhänger und Enthusiasten, die das Projekt IOTA in jedem Fall zu Ende führen wollen. Ein gutes und starkes Zeichen und vielleicht ein wichtiger Schritt in eine dezentralere Zukunft des Projekts, auch unabhängig vom Coordicide.

7 Patente von HPE mit Technologie von IOTA und Co.

Doch kommen wir nun zu den erfreulichen Dingen. Der IOTA Kurs hat in den letzten Wochen so einige Investoren glücklich gemacht. Der Kurs ist seit Jahresbeginn um ca. 50% gestiegen. Das hat vor allem mit der Seitwärts-Bewegung vom Bitcoin Kurs zu tun, der den Altcoins viel Raum gegeben hat. Doch auch von der fundamentalen Seite steht es um das IoT-Projekt schon länger ziemlich gut. Vor einer knappen Woche wurde bekannt, dass HPE insgesamt 7 Patente angemeldet hat, die auf die Technologie von IOTA, Bitcoin und Ethereum verwiesen haben.

Fundamentals so stark wie noch nie

Zwar sollte man sich an dieser Stelle nicht zu früh freuen, aber es ist ein eindeutiges Zeichen, dass auch die größten Unternehmen IOTA auf dem Schirm haben. Ob am Ende bei den jeweiligen Patenten tatsächlich die Technologie von IOTA zum Einsatz kommt, steht aktuell noch in den Sternen. Zuletzt hat BOSCH mit einem Patent für ein digitales Bezahlsystem auf Basis von IOTA auf sich aufmerksam gemacht. Zudem wird zusammen mit der Linux Foundation an einem neuen IoT-Standard gearbeitet. Auch technisch ging es vor wenigen Tagen weiter Vorwärts. Das Coordicide Alphanet wurde gestartet. Das ist der erste große Schritt in Richtung Coordicide, also die Entfernung der zentralen Koordinators. Aktuelle stehen, abgesehen von dem persönlichen Konflikt der Founder, alle Zeichen auf grün.

Wir werden die Situation rund um IOTA und dem Streit zwischen CfB und DS weiterhin verfolgen und euch bei allen wichtigen Updates auf dem Laufenden halten. Wer den aktuellen Konflikt im Detail verstehen will und sich grundsätzliche für alles rund um IOTA interessiert, dem können wir unseren lieben Kollegen Blocktrainer auf YouTube empfehlen. Hier das Video zu dem aktuellen Konflikt zwischen DS und CfB.

LIVE: IOTA Kernschmelze, hat IOTA noch eine Chance?

Wird sich der Streit auf den IOTA Kurs auswirken? Wie siehst du die Zukunft von der Foundation?

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[Bildquelle: Shutterstock]