Im heutigen Artikel möchten wir uns zwei der bekanntesten zehn Kryptowährungen zur Brust nehmen und diese miteinander vergleichen: die Rede ist von Ethereum vs. EOS. Dabei können beide, ohne dabei zu übertreiben, wohl zu den bekanntesten Blockchainprojekten gezählt werden. Auf der einen Seite steht Ethereum, das als dezentraler Weltcomputer wahrgenommen werden möchte und auf der anderen Seite sehen wir das hochskalierbare EOS.

Wir möchten nun etwas Licht in’s Dunkle bringen, indem wir uns die beiden Blockchains anschauen. Wie sieht der jeweilige Konsensmechanismus aus und worin unterscheiden sich die governance models? In diesem Sinne beginnt der kleine Kampf Ethereum vs. EOS.

Ethereum vs. EOS – Eine Einleitung

Gerade eben haben wir bereits festgehalten, dass Ethereum sich auf einen dezentralen Weltcomputer fokussiert bzw. einen solchen abbilden möchte. EOS hingegen setzt auf hohe Skalierbarkeit und dezentrale Applikationen (dApps).

Während Ethereum dabei stark auf den Faktor der Dezentralisierung setzt, verzichtet EOS hierbei bewusst auf einige Aspekte, um dafür eine erhöhte Skalierbarkeit zu erreichen. Daher sollte man bei pauschalen Aussagen á la EOS ist besser als Ethereum oder vice versa auch vorsichtig sein. Denn am Ende des Tages bietet jedes System seine eigenen Vorzüge und die damit verbundenen Nachteile.

Daher schauen wir uns im Folgenden nun die drei elementaren Eigenschaften der beiden Blockchains an. Diese lassen sich mit den Schlagwörtern Sicherheit, Dezentralisierung und eben Skalierbarkeit zusammenfassen.

Ein Blick auf die Ethereum Blockchain

Nach eigenen Angaben ist Ethereum eine globale, dezentrale Plattform für Geld und neue Arten von Anwendungen. Man könnte noch mehr Ausdrücke finden, um Ethereum zu beschreiben: Ethereum ist eine dezentrale Smart Contract Plattform. Es ist die weltweit führende programmierbare Blockchain der Welt. So weit, so gut.

Weitere Charakteristika von Ethereum sind Folgende: Ethereum hat einen nativen Token (ETH), eine Blockchain, Nodes und Miner. Das zentrale Element von Ethereum ist ‚der virtuelle Computer‘, der besser als Ethereum Virtual Machine oder kurz EVM bekannt ist. Auf Basis beziehungsweise mit Hilfe dessen können nun Smart Contracts erstellt und angewandt werden. Etwas technischer ausgedrückt: die Ethereum Virtual Machine ist soetwas wie Runtime Environment für Smart Contracts.

Wie bereits erwähnt ist ETH der native Token des Ethereum Netzwerks. Zum aktuellen Zeitpunkt gibt es ungefähr 108 Millionen ETH. Wichtig hierbei ist jedoch zu wissen, dass es keine ‚hard cap‘ gibt. Das heißt, dass es keine Obergrenze für die Anzahl an ETH gibt. Aktuell liegt die Inflationsrate bei ca. 10% pro Jahr, wobei diese zukünftig auf 1-2 Prozent reduziert werden soll.

ETH und Gas als digitales Benzin

ETH wird hierbei genauso wie beim Bitcoin Mining als Anreiz für die Miner genutzt, die das Netzwerk wiederum dezentral halten sollen. Während Ethereum aktuell noch auf einem Proof-of-Work Algorithmus aufbaut, wird es zukünftig über Proof-of-Stake laufen. Natürlich kann ETH auch als ’normales‘ Zahlungsmittel zwischen Nutzern verwendet werden. Eine interessantere Verwendung von ETH liegt jedoch in seiner Nutzung als ‚gas‘. Gas ist letztendlich nichts anderes als der interne Preis, um einen Smart Contract auf der Ethereum Blockchain auszuführen. Anders gesagt kann man sich Gas als Kosten für die zur Verfügung gestellte Rechenleistung vorstellen.

Um es noch etwas deutlicher zu machen, kommt das Autobeispiel. Um mit unserem Auto zu fahren, brauchen wir Benzin (engl. gas). Je nachdem ob wir nun eine kurze Strecke oder eine lange Strecke zurücklegen, brauchen wir weniger oder mehr Benzin. Und so ist es auch mit Smart Contracts: je nach der Länge und Größe unseres Contracts zahlen wir mehr oder weniger Gas.


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EOS Blockchain: hochskalierbar und wenig dezentral

EOS zeichnet sich durch eine sehr gute Skalierbarkeit (im Vergleich zu Ethereum) aus. Außerdem unterstützt es sowohl vertikale (engl. scale-up) als auch horizontale (engl. scale-out) Skalierung. Bei vertikaler Skalierung wird die Leistungsfähigkeit einer bestehenden Node/Rechners durch das Hinzufügen von Ressourcen erhöht. Dies kann beispielsweise das Hinzufügen von mehr Speicher oder neuen CPUs sein. Horizontale Skalierung hingegen kennt keine Grenzen, denn unter diesem Begriff versteht man das Hinzufügen neuer Nodes/Rechners.

Kurzum: bei vertikales Skalierung findet ein Upgrade des bestehenden Systems statt und bei horizontaler Skalierung wird das bestehende System durch neue Rechner erweitert.

EOS bietet eine Art Betriebssystem an, auf welchem nun Anwendungen gebaut werden können. Dabei werden aus Sicht eines Developers bereits einige interessante Aspekte mitgeliefert: Account-Management, Authentifizierung, Datenbank, Lastenverteilung der Anwendungen auf verschiedene CPUs und so weiter.

Delegated Proof-of-Stake mit Vor- und Nachteilen

EOS selbst wirbt damit, dass man auf dem eigenen dezentralen Betriebssystem Anwendungen im industriellen Maßstab entwickeln und nutzen kann. Die Besonderheit bei EOS liegt außerdem in dem verwendeten Konsensalgorithmus. So nutzt EOS keinen Proof-of-Stake, sondern einen Delegated Proof-of-Stake. Das Wörtchen ‚Delegated‘ lässt uns bereits erahnen, dass es sich um einen Proof-of-Stake Algorithmus handelt, bei dem es eben Delegierte gibt. Anders formuliert: jeder, der selbst Token hält, kann über eine Votingsystem mitbestimmen, wer als ‚block producer‘ fungieren darf.

In der Theorie (und damit meine ich wirklich in der Theorie) kann jeder Teilnehmer zum ‚block producer‘ werden. Die Schwierigkeit liegt jedoch darin, andere zu überzeugen, für einen selbst zu voten. Und hierin liegt auch eine große Schwäche von EOS, auf die wir gleich nochmal zu sprechen kommen. Kurzum geht es darum, dass EOS nur einige wenige Validatoren hat und diese mehr oder weniger eine Art ‚Kartell‘ bilden.

Ethereum vs. EOS – Zusammenfassung und Übersicht

Im Folgenden sind nochmals die wichtigsten Unterschiede und Charakteristika zusammengefasst. Wir beginnen mit Ethereum.

  • ETH wird bei PoW als Anreiz für Miner genutzt. Der native Token erfüllt den Zweck als Zahlungsmittel für Smart Contracts.
  • Die Transaktionsrate pro Sekunde (Tx/s) liegt bei 9. Die durchschnittliche Zeit für eine Blockbestätigung liegt bei ca. 20 Sekunden.
  • Ethereum basiert aktuell noch auf einem Proof-of-Work Algorithmus.
  • Aktuell gibt es ca. 6700 Validatoren im Ethereum Netzwerk

Kommen wir nun zu EOS.

  • Der native Token EOS wird benutzt, um Abstimmungen im Netzwerk durchzuführen.
  • Die Transaktionsrate pro Sekunde liegt bei 4000. Gleichzeitig beträgt die Bestätigungszeit für einen Block gerade einmal 1,5 Sekunden.
  • EOS basiert auf einem Delegated Proof-of-Stake Algorithmus.
  • Lediglich 21 Validatoren existieren bei EOS.

Wie bereits erwähnt, gibt es in solch einem Vergleich weder Gewinner noch Verlierer. Man muss sich einen konkreten Aspekt heraussuchen (bspw. Skalierbarkeit) und kann diesen dann vergleichen. Dazu muss man sich jedoch immer einer Sache bewusst sein.

Das Trilemma der Skalierbarkeit – Ethereum vs. EOS

Wenn die Skalierbarkeit in einem System erhöht wird, dann leidet entweder der Grad der Dezentralisierung, die Sicherheit oder beide Aspekte darunter. Wenn wiederum weniger Wert auf Skalierbarkeit gelegt wird, können Sicherheit oder der Grad der Dezentralisierung zunehmen. Dies ist auch bekannt als Skalierbarkeits-Trilemma.

Wir können am Ende des Artikels also folgende Aussagen treffen:

Ethereum ist langsamer als EOS. Gerade deshalb ist Ethereum jedoch sicherer und hat einen höheren Grad an Dezentralisierung. EOS ist also schneller als Ethereum und dabei viel zentralisierter. Wenn wir uns den Vergleich nochmals anschauen, sehen wir auch schnell für welche Zwecke die Blockchains konzipiert wurden. EOS wurde ganz klar mit dem Ziel konzipiert, Transaktionen schnell und zuverlässig zu verarbeiten. Dies sehen wir anhand der Tx/s sowie der Zeit für eine Blockbestätigung. Werfen wir wiederum einen Blick auf Ethereum und dessen Anzahl an Validatoren, sehen wir dass der (aktuelle) Fokus noch auf Sicherheit und Dezentralisierung liegt.

Ethereum vs. EOS. Wie bewertest du die beiden Blockchains? Siehst du bei EOS eher die Vorteile der besseren Skalierbarkeit oder doch die Nachteile der (fehlenden) Dezentralisierung?

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[Bildquelle: Shutterstock]
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Daniel Wenz avatar
Autor
Daniel ist 24, hat einen Bachelor of Science als Wirtschaftsingenieur und ist als Content Creator bei Cryptomonday tätig. Seit 2014 ist er aktiv im Krypto-Sektor unterwegs. Das es dazu kam, hat er einer Vorlesung zu verdanken, in der über das disruptive Potenzial der Blockchain unterrichtet wurde. Seine Interessen umfassen die Technik und das breite Anwendungsgebiet der Technologie – nicht nur für die Wirtschaft, sondern auch für die Gesellschaft. Um den Zugang zu diesen komplexen Themen zu erleichtern, hat er selbst ein kleines Startup gegründet. Er beschäftigt sich mit der Verbreitung von BTC-Automaten in Deutschland und wirkte maßgeblich an Videos und Büchern mit.