Tether mit dem Ticker USDT, dient mittlerweile als die gängigste Basiswährung für den Handel auf einem Großteil der Crypto Börsen. Diesen Donnerstag wurde die Kryptowährung allerdings einer verstärkten Prüfung unterzogen, nachdem ein New Yorker Gericht dem Generalstaatsanwalt des Bundesstaates erlaubte, einigen Mysterien auf den Grund zu gehen. Allem voran wird der Behauptung nachgegangen, dass Bitfinex den Verlust von über 800 Millionen Dollar an vermischten Geldern verheimlicht habe.

Erfahre alles über die für viele dubiose Beziehung zwischen Bitfinex und Tether, wie Bitfinex auf die Anschuldigungen des New Yorker Gerichtshof reagiert und die Mysterien, welche USDT seit Anbeginn seiner Zeit umringen und warum einer der ehemaligen Mitbegründer kürzlich seine Kandidatur für das Amt des US-Präsidenten ankündigte.

Die Beziehung zwischen Bitfinex und Tether

Tether hat seit langem eine undurchsichtige Beziehung zu Bitfinex. Dokumente, die 2017 als Teil der Paradise Papers durchgesickert sind, haben bereits damals die enge Verknüpfung beider Unternehmen offen gelegt: So berichtete die New York Times im November 2017, dass die beiden Entitäten sich die gleichen Betreiber mit den Namen Phil Potter und Giancarlo Devasini geteilt haben.

Potter war damals als Chief Strategy Officer bei Bitfinex und als ein Direktor bei Tether eingetragen. Devasini war laut Bloomberg ein Direktor beider Unternehmen. Ein Blick auf beide Unternehmensführungen verrät, dass Devasini aktuell sowohl bei Bitfinex als auch Tether als Chief Financial Officer gelistet wird, während JL van der Velde als CEO beider Unternehmen eingetragen ist. Stuart Hoegner stellt den General Counsil beider Entitäten dar.

Die enge Verflechtung beider Projekte ist also offensichtlicher als jemals zuvor, allerdings wird auch kein Geheimnis darum gemacht.


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Wird Tether die ständigen Angriffe der Regierungen überstehen?

In einem kürzlichen Bloomberg-Interview sagte der bekannte Crypto-Entrepreneur Brock Pierce, dass er sich nicht sicher sei, ob der von ihm mitbegründete Stablecoin Tether die jüngsten Angriffe von Regulierungsbehörden und Regierungsbeamten überstehen wird. Bereits im Jahr 2015 distanzierte sich Pierce vollständig von dem umstrittenen Stablecoin-Emittenten.

Der Unternehmer, der an zahlreichen großen Kryptowährungsprojekten wie Ripple und Coinbase beteiligt ist, hält Tether dennoch nach wie vor für eine Innovation von höchster Bedeutung. Darüber gibt es nur wenige Zweifel. Ungewiss scheint nur die Zukunft von USDT. Tether ist daher laut Pierce zwar eine der wichtigsten Innovationen im Währungsbereich, aber sei gleichzeitig auch eine der risikoreicheren Geschäfte.

Kurz zuvor am 6. Juli hatten internationale Regulierungsbehörden empfohlen, dass Stablecoins mehr dafür unternehmen sollten, um Geldwäsche und die Finanzierung des Terrorismus zu verhindern. In anderen Worten fordern sie strengere Regulierungen und Auflagen für Stablecoins wie Tether, die als Substitute für nationale Währungen den Behörden weltweit ein Dorn im Auge sind.

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Stue Hoegner als General Counsel sagte, Bitfinex „respektiere“ die Anordnung des Gerichts. Ihre bestehenden Compliance-Praktiken seien nach seiner Aussage bereits die besten in der Branche.

Wir werden mit der FATF (Financial Action Task Force) zusammenarbeiten und ihr zuhören, um unsere Compliance-Funktion kontinuierlich zu verbessern, während sich diese Märkte entwickeln.

USDT und seine Geschichte an Kontroversen

Da der Fall erst kürzlich neu aufgerollt wurde, bleibt abzuwarten, wie sich die Dinge für Bitfinex und Tether entwickeln werden.

Der Stablecoin Tether (USDT) hatte laut Messari jüngst die 10 Milliarden Dollar-Marke durchbrochen und sich damit hinter Bitcoin (BTC) und Ethereum (ETH) in die Reihe der erlesenen Kryptowährungen eingeordnet, die eine elfstellige Marktkapitalisierung vorweisen können.

Nichtsdestotrotz war und ist der Stablecoin Gegenstand vieler Kontroversen gewesen. Die gesamte Geschichte von USDT ist gespickt mit Kritik an der Vorgehensweise der Betreiber sowie Skepsis darüber, ob der Stablecoin wie offiziell versprochen tatsächlich 1 zu 1 gedeckt ist.

Ende 2018 untersuchte das Justizministerium der Vereinigten Staaten bereits, ob Tether und Bitfinex in illegale Marktmanipulationen verwickelt sind. Die Vermutung war, dass der Bitcoin Kurs mit Hilfe von USDT künstlich in die Höhe getrieben wurde.

Mitte 2019 wurden sogar USDT-Zahlungen an Bitfinex vom New Yorker Obersten Gerichtshof eingefroren. Beide Unternehmen wurden gerichtlich dazu aufgefordert, eine Dokumentation über alle Darlehen und den jeweiligen Kreditrahmen, die Tether Bitfinex zur Verfügung gestellt hat, vorzulegen.

Später am Ende des letzten Jahres sah sich Tether und Bitfinex in den USA mit einer Sammelklage in New York konfrontiert. Der Gegenstand der Anklage war der Vorwurf, dass Tether zusammen mit Bitfinex mit Hilfe des Stablecoins USDT den Bitcoin Kurs manipuliert haben soll. Bei dem Gerichtsverfahren ging es um eine mögliche Summe von 1,4 Milliarden USD, die Crypto-Investoren durch die Manipulation verloren haben sollen.

Tether ist und bleibt ein Mysterium

Der aktuelle Schlagabtausch zwischen der Tether & Bitfinex Verbindung und dem New Yorker Gerichtshof ist damit alles andere als eine Neuheit. Er geht lediglich in die nächste Runde.

Zweifel an der Legitimität der mit Abstand größten und einflussreichsten Stablecoin bleibt allerdings nicht nur außerhalb, sondern auch innerhalb der Crypto-Szene bestehen. Viele fragen sich, was wirklich hinter diesem großen Wachstum von Tether steckt. Ist es wirklich für viele die Brücke zwischen Fiat- und Kryptowährungen oder werden USDT aus nichts weiter als heißer Luft erschaffen?

Diesen Fragen sind die Autoren von Bitcoin-Bude näher auf den Grund gegangen und haben dabei sehr viel wissenswertes an die Oberfläche befördert. Wenn du erfahren möchtest, welche möglichen Antworten dabei ans Licht getragen wurden, kannst du einen Blick in diesen Artikel werfen.

Tether und der Bitcoin KursTether – Messias oder Scharlatan: Was steckt hinter dem Aufstieg von USDT in Milliardenhöhe?

Doch was steckt hinter diesem großen Wachstum von Tether? USDT aus nichts weiter als heißer Luft erschaffen oder steckt mehr dahinter? 6 Min. Lesezeit

Auch Pierce ist ein Mann von Kontroversen

Aber nicht nur Tether und Bitfinex, sondern auch Brock Pierce ist kein Unbekannter für Kontroversen. Der ehemalige Kinderfilmstar und extravagante Unternehmer war am ersten Initial Coin Offering (ICO), dem größten ICO und an der Gründung der ersten kryptofreundlichen Bank beteiligt. Die US-Regulierungsbehörden gingen hart gegen solche ICOs vor und so kam es immer wieder zu Reibungen mit der US-Börsenaufsichtsbehörde. Das hat ihn jedoch nicht davon abgehalten, kürzlich eine Kandidatur für das Amt des US-Präsidenten anzukündigen.

Pierce kommentierte diesen Schritt wie folgt:

Ich genieße es, Dinge zu tun, die noch nie zuvor getan wurden, das ist das Konzept des Unmöglichen.

Im Jahr 2013 war Pierce Mitbegründer eines auf Kryptowährungen fokussierten Risikofonds mit dem Namen Blockchain Capital. Der Risikofonds hält mittlerweile Anteile an mehr als 80 Crypto-verwandten Unternehmen. Darunter befinden sich einige der erfolgreichsten Crypto-Projekte wie Block.one, Ripple, Coinbase und Kraken. Im Jahr 2017 war Blockchain Capital der erste Risikofonds, der Geld unter anderem durch die Ausgabe eigener digitaler Token beschaffte. Pierce ist allerdings mittlerweile nicht mehr daran beteiligt.

In den letzten Jahren zog es Pierce dann wie viele andere Crypto-Millionäre nach Puerto Rico. Ein Land, dass aufgrund von Steuer- und Kapitalgewinnvorteilen bei vielen Unternehmern punkten kann. Vor zwei Jahren berichtete die New York Times, dass er an der Spitze einer Bewegung stand, um dort eine Crypto-Utopie aufzubauen. Etwas, was Pierce vehement abstreitet.

Mittlerweile ist er Vorsitzender einer gemeinnützigen Organisation, die Geld für die Bereitstellung von Masken für medizinisches Personal sammelte und er engagiert sich für den Erhalt von Tierarten wie dem Papagei aus Puerto Rico.

Trotz der vielen Kontroversen, die seine Person umringen, ist er selbst laut eigener Aussage bereit sich allem zu stellen, was in Verbindung mit ihm noch zukünftig geprüft wird.

Alle von uns haben Fehler gemacht und nur sehr wenige von uns sind bereit, sich der Musik zu stellen. Es ist im Wesentlichen so, als würde man in ein Inferno gehen.

Diese Aussage, so glaube ich, können wir für sich stehen lassen.

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