Der heutige Artikel beginnt mit einer kleinen Fantasiereise (keine Sorge – später im Text geht es mit  Daten und Statistiken weiter) beziehungsweise einem kleinen Rätsel. Gesucht wird eine bestimmte Person – nämlich „der typische Bitcoin Investor“. Wie könnte man ihn wohl charakterisieren? Mitte 20, leichte Nerd-Affinität, ein riesiger Freund von Meme’s, fährt keinen Lambo, sondern eher einen alten VW. In diese Richtung ginge wohl die Beschreibung, wenn man Leute diesbezüglich fragt. Die subjektive Wahrnehmung geht nämlich in die Richtung, dass Bitcoin Investoren jung sind und nur einen kleinen Teil der Bevölkerung ausmachen.

Um jedoch eine bessere Vorstellung davon zu bekommen, wer sich für Bitcoin interessiert und auch in Bitcoin investiert ist, hat Grayscale kürzlich eine Umfrage in Auftrag gegeben. Diese von Q8 Research durchgeführte Umfrage befragte 1.100 US-Investoren im Alter zwischen 25 und 64 Jahren nach Bitcoin, und einige der Ergebnisse sind überraschend. Worauf warten wir also noch? Let’s go.


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36% der US-Investoren sind an Bitcoin (BTC) interessiert

Beginnen wir direkt mit den Zahlen. So ergab die Umfrage nämlich, dass über ein Drittel (nämlich genau 36%) der US-Investoren eine Investition in Bitcoin in Betracht ziehen würden. Als Gesamtmenge möglicher Investoren in den USA werden laut Grayscale 65 Millionen Menschen beziffert. Damit entspricht die Anzahl der Personen, die Interesse an Bitcoin als Investitionsobjekt haben ungefähr 21 Millionen Menschen.

Und für dieses Interesse gibt es einige mögliche Gründe – neben der Verwendung als Spekulationsobjekt oder als langfristiger Wertspeicher, wird Bitcoin oft als Möglichkeit zur Diversifikation eines Portfolios angesehen, da seine Preisbewegungen nicht eng mit der Börse korreliert sind.

Zur Verdeutlichung (und um Missverständnisse zu vermeiden): Das bedeutet nicht, dass 21 Millionen Amerikaner tatsächlich Bitcoin besitzen. Bei der genannten Zahl von 21 Millionen Menschen geht es um die Gruppe von Personen, die eine Investition in die digitale Währung in Betracht ziehen würden.

Bitcoin Investoren sind älter als man denkt

Während unser fiktiver Muster-Investor aus der Einleitung Mitte 20 war, ist der reale durchschnittliche Investor hingegen älter. So liegt das durchschnittliche Alter eines Investors bei 45 Jahren und das durchschnittliche Alter eines Investors, der sich auch für Bitcoin interessiert, bei 42 Jahren. Diese Zahl ist für mich persönlich die Zahl, die mich am Meisten überrascht hat. Denn sie steht stark im Gegensatz zu der weit verbreiteten Vorstellung, dass Bitcoin nur bei den Millenials (man denke hierbei beispielsweise an Vitalik Buterin mit 25 Jahren oder Justin Sun, der gerade 29 ist) und anderen jungen Investoren beliebt ist.

Wenn man ein wenig tiefer in die demographische Entwicklung eintaucht, ergeben sich weitere interessante Daten. Da die Umfrage in den USA durchgeführt wurde, war auch die politische Heimat ein Kriterium. Und so sind Investoren, die sich für Bitcoin interessieren, tatsächlich etwas wahrscheinlicher Republikaner als Demokrat.

In einem Punkt konnte sich meine subjektive Wahrnehmung bestätigen: Denn ein Bereich, der auch der allgemeinen Wahrnehmung entspricht, ist, dass Männer eher an Bitcoin interessiert sind als Frauen. Und so ist auch im Bericht vermerkt, dass es 57% der Männer sind, die sich für Bitcoin interessieren, wohingegen lediglich 43% der Frauen sich hierfür interessieren.

Alle demographischen Daten siehst du in der folgenden Grafik:

grayscale bitcoin btc investor

Bitcoin Investoren vertrauen auch in Gold

Und auch hier wurde subjektive Wahrnehmung bestätigt. Denn Anleger, die sich für Bitcoin interessieren, sind wahrscheinlich auch an Gold interessiert. Dieser Fakt ist also nicht überraschend, denn der gedankliche Sprung von digitalem Gold zu normalem Gold ist nicht allzu weit. Dies deckt sich auch damit, dass viele der Menschen, die Bitcoin besitzen, diesen nicht als Zahlungsmittel nutzen, sondern eher als Wertaufbewahrungsmittel sehen.

Quantitativ ausgedrückt, heißt dies Folgendes: 55% der Anleger glauben, dass Gold eine gute Anlage ist. Beschränkt man sich auf den Pool an Investoren, die sich auch für Bitcoin interessieren, sind es sogar 69%.

Nach all diesen Fragen, bleibt jedoch eine drängende Frage übrig. Auch wenn es schön ist, zu sehen, dass 36% der Investoren Interesse an Bitcoin zeigen, stellt sich doch die Frage, warum 64% kein Interesse haben?


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64% der Investoren interessieren sich nicht für Bitcoin

Obwohl es für viele Menschen überraschend hoch klingen könnte, dass 36% der Investoren sich für Bitcoin interessieren, bleiben 64% der „Population an Investoren“ uninteressiert am Besitz der digitalen Währung. Schauen wir uns die 64% etwas genauer an – gibt es vielleicht hier die Möglichkeit mehrer Gruppen ausfindig zu machen?

Ja, gibt es. So sagen nämlich 30% der Investoren, dass sie Bitcoin gegenüber neutral sind. Neutralität resultiert oft aus fehlender Information und einer fehlenden Entscheidungsgrundlage. Wie sieht es also mit den anderen 34% aus? Diese wiederum sagen, dass sie nicht darin interessiert sind, Bitcoin zu kaufen – hier sollte also ein Grund dahinterstecken.

Auf die Frage nach den wichtigsten Bedenken, gibt es ähnliche Antworten. So konnten einige Faktoren identifiziert werden, die mehrfach als Grund genannt wurden, warum sich die Personen vom Kryptomarkt fern halten:

  • Digitale Kriminalität: 75% der Anleger sagen, dass dies ihre größte Angst ist. Dies ist sicherlich ein berechtigtes Anliegen, nachdem es auch bereits in diesem Jahr einige Hacks von Börsen gegeben hat.
  • Fehlende Regulierung im Kryptowährungsmarkt: 65% halten dies für ein großes Problem.

Der nachfolgende Punkt, ist der Punkt, an dem sich das gesamte Cryptomonday Team angesprochen fühlt. Dieser lautet nämlich

  • Mangel an Informationen: 89% der Investoren sagen, dass sie eher in Bitcoin investieren würden, wenn sie mehr darüber wüssten. Mit anderen Worten, viele haben nicht das Gefühl, dass sie über Bitcoin im Vergleich zu häufigeren Investitionen wie Aktien, Anleihen und Investmentfonds gut informiert sind.

Und genau deshalb ist es so wichtig, objektive und fundierte Informationen zu Bitcoin und Co. zu vermitteln. Genau daher freuen wir uns jedes Mal, Fragen zu beantworten und mit dir in eine Diskussion zu kommen.

Grayscale Reports: Zahlen, Daten, Fakten.

Wenn du weitere Artikel zu den Berichten von Grayscale lesen möchtest, dann sei dir folgende Aufklärungsreihe empfohlen:

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[Bildquelle: Shutterstock, Grayscale Report]
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Autor
Daniel ist 24, hat einen Bachelor of Science als Wirtschaftsingenieur und ist als Content Creator bei Cryptomonday tätig. Seit 2014 ist er aktiv im Krypto-Sektor unterwegs. Das es dazu kam, hat er einer Vorlesung zu verdanken, in der über das disruptive Potenzial der Blockchain unterrichtet wurde. Seine Interessen umfassen die Technik und das breite Anwendungsgebiet der Technologie – nicht nur für die Wirtschaft, sondern auch für die Gesellschaft. Um den Zugang zu diesen komplexen Themen zu erleichtern, hat er selbst ein kleines Startup gegründet. Er beschäftigt sich mit der Verbreitung von BTC-Automaten in Deutschland und wirkte maßgeblich an Videos und Büchern mit.

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