Coinbase, die beliebteste Kryptowährungsbörse in den Vereinigten Staaten, erweitert das eigene Geschäftsmodell und bietet seinen Kunden nun für das Halten des Stablecoins USD (USDC) auf den eigenen Konten 1,25% Zinsen pro Jahr. Das Angebot kann somit durchaus als Konkurrenzprodukt zum klassischen Tagesgeldkonto einer Bank verstanden werden.

Coinbase als Bank? 1,25 % Zinsen auf USDC

Denn im Wesentlichen ist die Zinsvergabe vergleichbar mit dem Modell, das Banken anbieten: Nutzer erhalten einen festen Zinssatz auf das gehaltene Kapital – bei Banken muss das Kapital auf dem Sparkonto liegen und bei Coinbase nun auf dem eigenen Wallet respektive Coinbase-Account.

Das Angebot von Coinbase sieht nun auf den ersten Blick ähnlich aus wie bereits bestehende Produkte von beispielsweise Celsius Network oder Nexo. Nutzer haben die Möglichkeit, Kryptowährungen zu hinterlegen und darauf Zinsen zu verdienen. Celsius und Nexo funktionieren hierbei ähnlich wie eine Bank, denn die Einlagen der Kunden können beispielsweise für die Vergabe von Krediten (oder für Investitionen) genutzt werde, was wiederum die Basis des Geschäftsmodells ist und zur Gewinnerzielung beiträgt. Damit knüpfen Celsius und Nexo an das Modell von Banken an, welche die Einlagen ihrer Kunden wiederum auch weiternutzen, um damit Gewinne zu erzielen und Zinsen auszahlen zu können.

Coinbase erklärt jedoch ausdrücklich, dass „Coinbase kein Recht hat, USDC zu verwenden, die Kunden auf Coinbase halten“. Das bedeutet also, dass Coinbase eben gerade nicht (!) die von den Benutzern eingezahlten Einlagen in Form von USD Coins zu Investitionszwecken oder zur Vergabe von Krediten nutzt. Daher dränt sich die Frage auf:


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1,25% Zinsen bei Coinbase – woher kommt das Geld?

Klar ist: wenn Coinbase keine Möglichkeit hat, das eingelegte Kapital in irgendeiner Form zu verwenden, wird es sehr schwierig werden, aus dem „Nichts“ 1,25% Zinsen zu generieren. Werfen wir also einen genaueren Blick auf die Gegebenheiten.

Zunächst einmal ist es wichtig zu beachten, dass Coinbase Mitbegründer von CENTRE ist. CENTRE ist die Firma, die den USD Coin (USDC) „erstellt“ und verwaltet. Man darf Coinbase hier also wohl unterstellen, dass ein gewisses Eigeninteresse vorhanden ist, den USD Stablecoin zu „fördern“ und ihn zu einem der Top-Stablecoins zu machen.

Um ein präziseres Bild über die Dimensionen zu erhalten, vergleichen wir Tether (USDT), als beliebtesten Stablecoin, mit dem USD Coin. Tether hat zum aktuellen Zeitpunkt eine Marktkapitalisierung/Umlaufvermögen von 4,11 Milliarden Dollar. Das Umlaufvermögen des USD Stablecoin beträgt mit 453.000 Millionen Dollar gerade einmal ein starkes Zehntel von Tether. Anders formuliert: Tether ist weitaus beliebter als der USD Coin.

Kommen wir also zum ersten Punkt: die 1,25% Zinsen auf die gehaltenen USDC könnten eine Incentivierung für die Kunden darstellen, USDC anstatt Tether zu verwenden. Ziel soll es also sein, die Verwendung und Nachfrage nach USDC zu erhöhen. Denn ein vergleichbares Angebot mit Tether gibt es bei Coinbase nicht.


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Coinbase verdient an Transaktionsgebühren

Der zweite Punkt: Coinbase verdient natürlich auch an den Handelsgebühren, also beim Kauf und Verkauf von USD Coins. Auch beim Trading von USDC gegen andere Kryptowährungen wird ein Spread erhoben. Daher wird die Exchange wohl darauf spekulieren, einen Teil der Einnahmen aus den Handelsgebühren für die Zinszahlungen zu verwenden. Nach dieser kurzen Spekulation betrachten wir, was Coinbase selbst zu dem neuen „Zinsprogramm“ sagt.

Coinbase erklärt, dass einer der Hauptgründe für das Programm darin bestünde, einen Anreiz für Kunden zu schaffen, ihr Geld lieber auf der Börse zu halten als es einer Bank zu geben. Konkret sagte Paul Katsen, Produktmanager bei Coinbase, Folgendes:

Eines der Dinge, die wir wissen ist folgende Sache: es ist ein schlechtes Kundenerlebnis, wenn unsere Kunden ihr Geld permanent von Coinbase auf ihr Bankkonto hin und her bewegen müssen, um mickrige Zinsen zu erhalten. Wir versuchen aus diesen Erfahrungen zu lernen, und die Leute dazu zu bringen, es [=das Geld] auf Coinbase zu lassen mit dem Ansatz „crypto-first“.

Coinbase erhofft sich mehr Kunden und Wachstum

Schließen wir mit einer kurzen Zusammenfassung ab. Coinbase erwartet im Wesentlichen durch die von ihnen getroffene Maßnahme eine erhöhte „wirtschaftliche Aktivität“ an der eigenen Börse. Dies soll durch mehr Kundeneinlagen erreicht werden. Des Weiteren hat Coinbase ein Interesse daran, den (teilweise) eigenen Stablecoin USDC zu fördern und hierbei insbesondere dem Konkurrenten Tether Marktanteile abzunehmen. Durch die erhöhte Aktivität an der Börse (Handelsgebühren) kann die Verzinsung bezahlt werden. Letzeres wird nochmals von Max Branzburg, der als Director of Product bei Coinbase arbeitet, untermalt:

Wir können von den erhöhten Gewinnen, die wir als Unternehmen erzielen, profitieren und dadurch unsere Kunden für das Halten ihrer Assets auf unserer Plattform belohnen.

Coinbase als Konkurrenz zur klassischen Bank mit 1,25% auf das Halten des Stablecoins USD. Wie denkst du über das Angebot von Coinbase? Wäre es für dich als US-Bürger ein Grund Coinbase zu verwenden? Komm in unseren Telegram Chat und tausche dich mit den Experten und der Community aus. Abonniere zusätzlich unseren News Kanal, um keine News mehr zu verpassen.

[Bildquelle: Shutterstock]

 

QUELLEcryptoiq.co
Autor
Daniel ist 24, hat einen Bachelor of Science als Wirtschaftsingenieur und ist als Content Creator bei Cryptomonday tätig. Seit 2014 ist er aktiv im Krypto-Sektor unterwegs. Das es dazu kam, hat er einer Vorlesung zu verdanken, in der über das disruptive Potenzial der Blockchain unterrichtet wurde. Seine Interessen umfassen die Technik und das breite Anwendungsgebiet der Technologie – nicht nur für die Wirtschaft, sondern auch für die Gesellschaft. Um den Zugang zu diesen komplexen Themen zu erleichtern, hat er selbst ein kleines Startup gegründet. Er beschäftigt sich mit der Verbreitung von BTC-Automaten in Deutschland und wirkte maßgeblich an Videos und Büchern mit.

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