Auch wenn es ein Widerspruch in sich scheint, ist Zentralisierung in der Blockchain & Crypto Welt ein großes Problem. Dies gilt nicht nur für die Verteilung innerhalb eines Netzwerkes, wie z.B. den Minern bei Bitcoin oder anderen Kryptowährungen, sondern eben auch für die Verteilung der Coins. Tether scheint auch unter diesem Whale-Problem zu leiden und so kontrollieren nur rund 318 Adressen fast 3,2 Mrd. USDT, also rund 80% aller verfügbaren Tether USDT. Welche Gefahren birgt das? Wer sind die Tether Whales?

3,2 Mrd. USDT werden von nur 318 Tether Whales kontrolliert

Bevor wir auf die oben genannten Zahlen eingehen, wollen wir nochmal verdeutlichen, das Tether trotz seiner Skandale und Probleme einer der wichtigsten Liquiditätstreiber im Krypto-Markt ist. Fast jeder Exchange nutzt Tether (USDT) um einen nahtlosen Übergang zwischen volatilen Tokens bzw. Coins und einem StableCoin anzubieten, quasi als „Echtgeldersatz“. Dies findet vor allem bei vielen Tradern anklang, um kurzfristig Gewinne zu stabilisieren.

Coin Metrics, ein auf Blockchain und Coin spezialisiertes Research Team, hat herausgefunden, dass rund 80% der sich im Umlauf befindenden USDT von nur 318 Adressen kontrolliert werden. Anders ausgedrückt kontrollieren 318 Tether Whales rund 3,2 Mrd. USDT und haben somit einen enormen Einfluss auf den StableCoin.

WICHTIG: Coin Metrics untersuchte Adressen mit mindestens 1 Million Dollar in Tether auf den Blockketten OMNI und Ethereum. Tether wird auch in mehreren anderen kleineren digitalen Ledgern verwendet. Eine einzelne Person oder „Whale“ kann mehrere Adressen besitzen, so dass der Besitz sogar noch stärker konzentriert sein kann.

Das Whale-Problem und Zentralisierung der Token- bzw. Coin-Verteilung

Zentralisierung ist, wie in der Intro beschrieben, tatsächlich ein immer wiederkehrendes Problem in einer Welt, die doch eigentlich dezentralisiert sein sollte. Vor allem die Verteilung von „Reichtümern“ bzw. Coins und Tokens ist teilweise ein großes Problem. Daraus ergibt sich wie in der „echten“ Welt das Problem von wenigen „Reichen“ (Whales), die einen Großteil eines Tokens oder Coins kontrollieren. Damit kontrollieren sie auch einen wesentlichen Bestandteil der Preisbildung, nämlich das Angebot.

So wissen wir zum Beispiel, dass es bei Bitcoin rund 20.000 Adressen gibt die 1 Mio. USD oder mehr halten. Bei Ripple (XRP) wissen wir, dass ein Großteil der Tokens in einem Trust von Ripple liegt bzw. bei den Entwicklern selbst. Auch andere Projekte wie Chainlink kämpfen mit einer zu starken Zentralisierung der Coins oder Tokens.

Dieses Problem trifft auch auf Tether bzw. USDT zu. Wie oben gezeigt kontrollieren nur rund 318 Tether-Whales 80% der sich im Umlauf befindlichen USTD.

Jetzt ist dies bei Tether nicht so ein Problem, wie bei anderen Kryptowährungen. Denn bei Tether (USDT) handelt es sich um einen StableCoin, der in seinem Wert stabil ist. Jetzt könnte natürlich ein großer Verkauf an Tether dennoch für enorme Kurschwankungen bei USDT sorgen. Doch auch hier ist zu beachten, dass ein Großteil der Tether Whales uns allen bekannt ist, dies sind nämlich die Bitcoin-Börsen sog. Exchanges. Diese wiederum verwalten aber lediglich die USDT für die User der Plattform. Ein Risiko, was überschaubar, aber dennoch vorhanden ist und beispielsweise bei einem Exit-Scam oder Hack relevant sein dürfte.

Warum die Tether-Whales für Tether ein Glückslos sind

Die große Konzentration an Tether-Whales spielt dem Unternehmen Tether natürlich in die Karten. Denn die Tatsache, dass ein Großteil dieser Whales Krypto-Börsen sind, bedeutet, dass sie auch ein großes Interesse haben, dass das Projekt USDT nicht vor die Hunde geht. So gesehen auch bei der „kleinen“ Finanzierungslücke, die Tether mit einem Token Sale (LEO) von 1 Mrd. USD mal eben stopfen konnte.

„Die Konzentration von Tether deutet darauf hin, dass die Kontrolle über Tether in den Händen einiger zentraler Akteure liegt, die Bitcoin-Preise beeinflussen können und ein berechtigtes Interesse daran haben“, sagte John Griffin, ein Finanzprofessor an der University of Texas at Austin.

„Es deutet auch darauf hin, dass viele Exchanges ein persönliches Interesse daran haben, das Tether-Spiel am Laufen zu halten.“

Ein Beweis ist nötig? Coin Metrics hat herausgefunden, dass zum Beispiel 40% bzw. 80% aller Transaktionen an zwei der weltweit führenden Krypto-Börsen, Binance und Huobi, eingesetzt. Weitere Tether Whales sind beispielsweise Bitfinex und Broker, die sich an chinesische Investoren wenden, die die Yuan in Bitcoin oder andere Cryptos umwandeln wollen.

„Die extrem zentralisierten Bestände führen zu extremer Volatilität, wenn große Teile von Tether auf den Markt kommen“, sagt Sid Shekhar, Mitbegründer des Market Tracker TokenAnalyst.

In Tether kannst du zwar nicht „investieren“ aber dafür in Bitcoin & Altcoins. Wenn du noch überlegst, wo du das dun sollst, solltest du unbedingt einen Blick auf unseren Bitcoin Broker- und Börsenvergleich werfen. Dort zeigen wir dir unsere Empfehlungen und auch  mit Guides, wie du dich anmeldest. USDT gibt es dort aber auch:)

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QUELLEBloomberg
Mirco Recksiek avatar
Autor
Mirco ist Mitgründer und Project Lead von CryptoMonday. Er ist bereits seit vielen Jahren in der Blockchain & Crypto Szene aktiv und seit 2 Jahren auch in diesem Bereich beruflich tätig. Sein Schwerpunkt als Berater bei KI-decentralized liegt dabei in der Tokensierung von Assets, Tokenomics, Blockchain-based Business Models. In seiner Freizeit ist er im Namen des CryptoMonday in allen Städten Deutschlands als Speaker und Moderator aktiv.