Heute war es endlich soweit, Bitpanda’s Initial Exchange Offering (kurz: IEO) ist zu Ende gegangen. Der bekannte österreichische Krypto-Broker konnte durch den Private Sale und die drei Public IEO-Runden insgesamt 500 Millionen BEST verkaufen. Das entspricht genau der im Vorfeld anvisierten Hardcap – somit wurde eine Summe von insgesamt 43 Millionen Euro gesammelt. In diesem Artikel schauen wir uns den gesamten IEO-Prozess, die zukünftige Plattform und den BEST-Token genauer an. Zusätzlich zeigen wir einige Punkte auf, bei denen es nicht so gut gelaufen ist.

Bitpanda, einer der größten Krypto-Broker in Europa

Bitpanda ist wohl einer der erfolgreichsten Krypto-Broker in Europa. Im Jahr 2017 konnte die Plattform ca. 600 Millionen Euro an Transaktionsvolumen verbuchen und einen faktischen Umsatz von 6 Millionen Euro generieren. Nun hat der Krypto-Broker Anfang des Jahres die Bitpanda Global Exchange (=GE) angekündigt. Das dafür notwendige Kapital sollte durch eine eigene IEO gesammelt werden. Im Gegenzug bot Bitpanda seinen Unterstützern den BEST-Token an, der als native Kryptowährung auf der GE genutzt werden kann.

Bitpanda IEO für den BEST-Token

Bitpandas IEO wurde in vier Stufen unterteilt. Am 05.06.19 begann der Private Sale mit einem Preis von 8,5 Cent pro BEST. Diese Runde war bis zum endgültigen Abschluss der IEO stets geöffnet. Investoren ab einem Investment von 50.000 Euro konnten sich direkt mit Bitpanda in Verbindung setzten. Der Public Sale startete am 09.07.19 zu einem Preis von 9 Cent pro BEST.

Dabei war die maximale Anzahl der zur Verfügung stehenden BEST-Token auf 200 Millionen begrenzt. In der zweiten (9,5 Cent) und dritten Runde (10 Cent), welche jeweils am 16.07.19 und am 23.07.19 gestartet sind, standen die restlichen BEST-Token zum Verkauf.

Der Fortschritt der Verkäufe konnte über einen Balken auf der offiziellen Bitpanda Seite jederzeit live verfolgt werden. Nachdem die erste Runde abgeschlossen war (sie war nicht ausverkauft), wurden die Ergebnisse aller vorherigen Runden in einen Topf geworfen und der Balken angepasst. Somit war es ab der zweiten Runde nicht mehr ersichtlich, wie viele Investoren tatsächlich in der zweiten Runde investiert haben. An dieser Stelle flossen also auch die Umsätze aus dem Private Sale weiter mit hinein.

In der dritten Runde sah es nicht anders aus. Auch hier war es für den Nutzer nicht möglich zu erkennen, wie viele Investoren tatsächlich in der dritten Runde gekauft haben. Gestern stand der Balken auf etwa 73%. Das heisst, dass zu diesem Zeitpunkt aus dem Private Sale und den drei Public Sale Runden insgesamt 73% von 500 Millionen BEST verkauft wurden.

Bitpanda Shareholder kaufen 100 Millionen BEST

Am 05.08.19 gegen 10 Uhr kündigte Bitpanda über Twitter an, dass die Shareholder von Bitpanda insgesamt 100 Millionen BEST zu Private Sale Konditionen gekauft haben. Deswegen ist der Balken auf der Seite plötzlich auf ca. 95% gestiegen. Das hat viele, die den Twitter-Kanal oder den Telegram Chat von Bitpanda nicht verfolgt haben, stutzig gemacht. Dadurch, dass die IEO fast ausverkauft war, konnte Bitpanda dadurch auf den letzten Metern noch einiges an FOMO (=Fear Of Missing Out) kreieren und die IEO eine Minute vor Schluss restlos verkaufen. Ein sehr zufriedenstellendes Ergebnis für Bitpanda.

Ab dem 07.08.19 um 13 Uhr soll die GE starten und direkt den Handel der BEST-Token ermöglichen. Um dem BEST-Token einen Nutzen zu verleihen, hat sich Bitpanda nicht nur einiges selbst einfallen lassen sondern auch andere, bewährte Mechanismen von bekannten Börsen wie Binance übernommen.

BEST-Token Mechanismen und Use-Case

Der BEST-Token kann dafür verwendet werden, um die Handelsgebühren der eigenen Trades zu reduzieren. Diese liegen aktuell bei 0,1% des jeweiligen Handelsvolumens. Dabei gewährt Bitpanda im ersten Jahr einen Rabatt von 25%, im zweiten Jahr 20%, im dritten Jahr 15% und so weiter bis es im sechsten Jahr keine Rabatte mehr durch den Einsatz des BEST-Token gibt. Um die Anzahl und somit das Angebot langfristig zu verkleinern, werden immer 25% der BEST-Token, die als Gebühr an Bitpanda geflossen sind, für immer zerstört (engl. burning). Das passiert solange, bis 50% aller Token zerstört wurden.

Zusätzlich, um dem BEST-Token einen gewissen intrinsischen Wert zu verleihen, wird die native Kryptowährung im ersten Jahr mit 12 Cent berechnet. Das bedeutet, dass der BEST-Token, falls man diesen nutzt, um seine Gebühren zu reduzieren, mindestens den Wert von 12 Cent hat. Dieser innere Wert erhöht sich jährlich um ca. 1,25 Cent. Ab dem sechsten Jahr und später wurde der endgültige Wert von Bitpanda noch nicht definiert.

Bitpanda möchte für seine GE auch ein Launchpad für IEOs von Drittanbietern starten, ähnlich wie bei Binance. Dabei wird die Teilnahme daran erst gewährt, wenn in der Bitpanda Wallet mehr als 5.000 BEST liegen. Darüber hinaus wird es drei Level geben, welche zusätzliche Vorteile bringen sollen. Level 1 bei 5.000 BEST, Level 2 bei 50.000 BEST und Level 3 bei 500.000 BEST.

Bitpanda – Unterschied zwischen Krypto-Broker und Krypto-Börse

Die Bitpanda Global Exchange kann schon vor dem Start über die offizielle Bitpanda Seite inspiziert werden. Diese scheint auf den ersten Blick übersichtlich zu sein und erinnert an andere bekannte Krypto-Börsen. An dieser Stelle ist es vielleicht wichtig zu verstehen, was der Unterschied zwischen einem Krypto-Broker und einer Krypto-Börse ist.

Krypto-Broker

Ein Krypto-Broker führt die Käufe/Verkäufe nicht Peer-to-Peer durch. Das bedeutet, dass ich keine Counterparty brauche, um meine Kryptowährungen zu kaufen oder zu verkaufen. Krypto-Broker sind an Krypto-Börsen angeschlossen, über die sie die jeweiligen Käufe und Verkäufe durchführen. Der Broker sitzt quasi zwischen dem Nutzer und einer Krypto-Börse. Das heisst also, dass ein Krypto-Broker theoretisch ab einem einzigen Nutzer funktionieren kann, eine Krypto-Börse nicht. Daher fallen meistens auch höhere Gebühren an.

Krypto-Börse

Eine Krypto-Börse ist eine Peer-to-Peer Plattform, in der die Orderbücher, also die Liste aller Angebote von anderen Nutzern (Käufe/Verkäufe), öffentlich einsehbar sind. Daher ist hier eine hohe Liquidität gefragt (Handelsvolumen), damit die Speads (Unterschied zwischen günstigstem Verkaufspreis und teuerstem Kaufpreis) nicht zu hoch sind. Die großen Trader und Whales, die die nötige Liquidität auf die Plattform bringen, werden sogar oft von Krypto-Börsen dafür bezahlt, damit diese dort handeln. Denn klar ist: ohne Liquidität kann keine Krypto-Börse lange überleben.

Das könnte ein mögliches Problem für Bitpanda darstellen, da die Nutzer des Krypto-Brokers keine richtigen Trader sind und meistens nur sporadisch Handeln oder auch nur „Einmalkäufer“ sind. Schließlich würde kein professioneller Trader die Gebühren auf einem Krypto-Broker zahlen. Wozu denn auch, wenn es Krypto-Börsen mit genügend Liquidität gibt?


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Fazit

Bitpanda wagt den nächsten Schritt, an dem schon viele große Player gescheitert sind. Mit knapp 1 Millionen Nutzer im Rücken und dem ausverkauften IEO, scheint das ganze Vorhaben ein solides Fundament zu haben. Doch der Sprung von einem Krypto-Broker zu einer Krypto-Börse ist gewaltig und darf nicht unterschätzt werden. Bitpanda muss sich hier auf ein ganz neues Feld von Nutzern fokussieren – Trader.

Die Ergebnisse aus der IEO sind auf den ersten Blick vielversprechend, doch das Kumulieren der verschiedenen Runden, hat einen intransparenten Beigeschmack. Einen Tag vor dem Ende der IEO, hat sich Bitpanda mit seinen Shareholdern entschieden, 100 Millionen BEST zu kaufen. Die einen würden sagen, dass es ein Zeichen für das Vertrauen des Teams in das Projekt sei. Doch eigentlich sollte an dieser Stelle jedem klar werden, dass dies nur dem Ergebnis nach außen dient.

Eine nicht ausverkaufte IEO führt in den meisten Fällen zu einem direkten Preiseinbruch nach dem Listing. Denn unabhängig der verschiedenen Preise in den IEO-Runden, der Gebührenreduzierung und des erdachten intrinsischen Wertes von BEST, entscheidet am Ende immer noch Angebot und Nachfrage über den finalen Preis. Eine nicht ausverkaufte IEO zeigt einfach nur, dass das Angebot höher war als die Nachfrage. Wer soll am Ende auf der Krypto-Börse die BEST-Token zu einem höheren Preis kaufen, wenn nicht einmal zu IEO Preisen alles verkauft werden konnte? Genau deswegen kam auch das Investment von Bitpanda einen Tag vor Schluss.

Zudem sind im Whitepaper keine Angaben über Lockup (=Sperre) Bedingungen der restlichen 500 Millionen BEST-Token, die Bitpanda behält. Darüber hinaus lassen sich auch keine genauen Angaben darüber finden, für was das gesammelte Geld genau verwendet wird. Eine Aufteilung auf die verschiedenen Bereiche hätte sicherlich niemandem geschadet und zusätzliches Vertrauen gebracht.

Hier sei noch mal ausdrücklich gesagt, dass wir keinem das Investment schlecht reden wollen. Wir wollen das Verständnis, wie eine IEO abzulaufen hat und auf was man dabei achten soll, verbessern. Bitpanda hat sicherlich Potenzial, doch zu Beginn sollte sich keiner auf große Profite einstellen. Was aber nicht heissen soll, dass es nicht direkt zu Beginn explodieren kann. Der Markt wird nach dem Listing relativ schnell entscheiden, in welche Richtung es gehen wird.

Wir wünschen allen Investoren und Bitpanda viel Erfolg beim Handelsstart des BEST-Token!

Falls du jetzt schon an einer erfolgreichen Krypto-Börse mitmischen und die vielversprechendsten IEOs nicht verpassen willst, dann melde dich direkt bei Binance an:

[Bildquelle: Shutterstock]

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