Willkommen zum zweiten Artikel von Bitcoin und Geld. Unsere Community hat nach dem ersten Teil Das Phänomen Geld entschieden, dass wir die Reihe weiterführen und deswegen heiße ich dich Willkommen zum nächsten spannenden Teil von Bitcoin und Geld: Die Funktionalität von Geld.

Nachdem wir nun wissen was Geld eigentlich ist und warum wir Geld brauchen, haben wir noch einige offene Fragen vor uns. Heute widmen wir uns der Funktionalität des Geldes, um zu verstehen, welche Dinge sich als Geld eigentlich eignen. Ist Bitcoin Geld?

Aufbauend auf diesem Wissen nähern wir uns damit der Antwort auf die Frage, ob Bitcoin Geld, eine Wertanlage oder keines von Beiden ist.

Bitcoin und Geld? Aber wie funktioniert Geld eigentlich?

Im ersten Teil Bitcoin und Geld: Das Phänomen Geld haben wir gelernt, dass Geld unser Wirtschaften um einiges effizienter gestaltet. Im weiteren Sinne kann alles was im Rahmen einer Marktwirtschaft zur Bezahlung von Gütern und zur Abdeckung weiterer wirtschaftlicher Verpflichtungen akzeptiert wird, als Geld bezeichnet werden.

Im Laufe der Geschichte gab es eine ganze Bandbreite an verschiedenen Erscheinungsformen des Geldes. Den Anfang nahm die Geschichte des Geldes in einer reinen Güterwirtschaft. Als die ersten monetären Mittel dienten daher naheliegender Weise bestimmte Güter, so genanntes Warengeld.

Diese Art von Geld trat in den verschiedensten Erscheinungsformen auf, dessen Nennwert nicht zwingend, aber in der Regel seinem beigemessenen Stoffwert entsprach. Beispiele hierfür sind Salz, Steine, Muscheln, Vieh und Perlen. Die letzte Stufe von Warengeld stellten vollwertige Metallmünzen vorzugsweise aus Gold und Silber dar.

Obwohl so unterschiedlich in ihrer Beschaffenheit, ihrer Form und in ihren Eigenschaften haben alle diese Güter den Menschen als Geld gedient. Was sind also die gemeinsamen Charakteristika von Geld?

Beantworten wir diese Frage, nähern wir uns um ein gutes Stück der Antwort auf die Frage, ob Bitcoin als Geld angesehen werden kann oder nicht.

Geld als allgemeines Tauschmittel

Karl Menger wies mit Hilfe der Theorie der Marktliquidität auf eine Schlüsselkomponente hin, die ausschlaggebend dafür ist, ob ein Gut in einem freien Markt als Geld akzeptiert wird oder nicht.

In seinem Streben nach persönlicher Nutzenmaximierung wird ein rationaler Entscheidungsträger immer nur dann ein Tauschgeschäft eingehen, wenn das angebotene Gut einen für ihn größeren Nutzen stiftet, als dafür verlangte Gegenwert. Offen bleibt jedoch die Frage, warum ein solcher Entscheidungsträger dazu bereit ist, eine bestimmte Art von Gut als Tauschmittel zu akzeptieren, welches ihm scheinbar keinen direkten Nutzen bringt oder in seiner physischen Beschaffenheit von dem Empfänger sogar als wertlos erachtet wird.

Dazu zählen Fiat-Währungen, die einen kaum nennenswerten Stoffwert aufweisen und noch mehr digitale Formen von Geld. Ich kann Dinge wie Bitcoin nicht anfassen, da sie überhaupt keine physische Form und damit natürlich auch keinen Stoffwert besitzen.

Die Akzeptanz eines Tauschmittels ist abhängig von dem Grad seiner Absatzfähigkeit. Menger führte das Konzept der Absatzfähigkeit von Gütern ein, um eine Erklärung für die Entstehung des indirekten Handels zu bieten.

Der Grad der Absatzfähigkeit bemisst sich wiederum daran, wie nah der Verkaufspreis eines Gutes an dessen Kaufpreis liegt. Diese Eigenschaft bestimmt das Ausmaß an Verfügungsmacht, die ein Tauschmittel über knappe Güter besitzt und ist damit maßgebend für seine allgemeine Akzeptanz als Geld.

Ein rational agierender Entscheidungsträger akzeptiert ein solches Tauschmittel nur dann bereitwillig, wenn er weiß, dass dessen spätere Rückführung problemlos und möglichst verlustfrei erfolgen kann. In diesem Sinne ist die Absatzfähigkeit eines Gutes gleichzusetzen mit dessen Liquidität und maßgebend für die erste wichtige Funktion des Geldes als allgemein gültiges Tauschmittel zu fungieren.


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Geld als eine Recheneinheit

Die Eigenschaft, die es ermöglicht, die Transaktionen erfolgreich und unabhängig voneinander durchzuführen, ist die Verfügbarkeit des Tauschmittels. Wir wissen nun, dass die Verfügbarkeit eines allgemein akzeptierten Tauschmittels die Effizienz des Wirtschaftens fördert. Die für den Tauschhandel benötigte Zeit wird minimiert. Die Zeit, die aufgewendet wird, um Güter zu tauschen, stellt in diesem Zusammenhang die Transaktionskosten dar. Im Sinne der ökonomischen Effizienz ist es die Aufgabe des Geldes diese Transaktionskosten möglichst gering zu halten.

Ein guter Indikator für die Effizienz von Geld stellt seine relative Absatzfähigkeit dar. Die relative Absatzfähigkeit von Gütern kann greifbar gemacht werden, in dem betrachtet wird, wie effizient die drei Probleme der Koinzidenz der Bedürfnisse adressiert werden.

Um skalierbar zu sein, muss Geld bequem in kleinere Einheiten aufgeteilt oder in größere Einheiten gruppiert werden können, sodass eine Veräußerung in beliebigen Mengen ermöglicht wird. Im Falle von Bitcoin können wir uns folgende Randnotiz dazu machen: Jeder Bitcoin (BTC) ist bis zur 8. Dezimalstelle teilbar. Die kleinste Einheit von Bitcoin wird als Satoshi bezeichnet. 100 Satoshi sind aktuell rund 1 Cent wert.

Soweit so gut, weiter im Text.

Die Teilbarkeit ist von grundlegender Bedeutung, denn um ein weitreichend akzeptiertes Tauschmittel zu werden, ist es nötig, dass es alle restlichen Güter und ihren entsprechenden Wert zueinander in Relation setzen kann. In einer Wirtschaft, in der die Preise aller Güter in derselben Recheneinheit angegeben werden, dient Geld als eine Metrik, die den Wert eines Gutes misst und vergleichbar macht. Nur mit einem einheitlichen Tauschmittel, welches als Recheneinheit fungiert, werden komplexe ökonomische Berechnungen möglich.

Die Operation einer Marktwirtschaft ist abhängig von Preisen und Preise sind wiederum abhängig von einem gemeinsamen Tauschmittel, welches die relative Seltenheit der verschiedenen Güter widerspiegelt. Die Austauschrelationen würden sonst mit der steigenden Anzahl an Gütern innerhalb einer Marktwirtschaft drastisch zunehmen.

Das Vorhandensein eines einzelnen Tauschmittels erlaubt es einer Wirtschaft mit der Anzahl seiner Teilnehmer zu wachsen. Je größer das Netzwerk an Marktteilnehmern ist, desto mehr Gelegenheiten ergeben sich Gewinne durch den Handel untereinander zu erwirtschaften.

In einer komplexeren und größeren Marktwirtschaft entstehen zudem für einzelne Marktteilnehmer mehr Möglichkeiten zur Spezialisierung. Der Effekt der Spezialisierung äußert sich in der Produktion von mehr Gütern, welche wiederum zum freien Handel eingesetzt werden können. Produzenten können dadurch ihre Absatzzahlen steigern und als Entlohnung dafür, dass sie dem restlichen Netzwerk an Marktteilnehmern zusätzlichen Wert beisteuern, ihre Profite maximieren.

Dies ebnet wiederum den Weg für eine Steigerung der allgemeinen Wohlfahrt, denn einer der wesentlichen Grundsätze für die Wohlfahrtstheorie ist, dass die allgemeine Wohlfahrt mit der ihrer einzelnen Mitglieder positiv korreliert. Daher ist die zweite wichtige Funktion von Geld als Recheneinheit zu fungieren.

Geld als Wertaufbewahrungsmittel

Die relative Absatzfähigkeit eines Gutes über die Zeit hinweg, spricht das Zweite der drei Probleme der Koinzidenz der Bedürfnisse an. Gleichzeitig leitet sich daraus die Dritte der Grundfunktionen ab, die Geld in einer Marktwirtschaft erfüllen muss.

Eine der grundlegenden Funktionen von Geld besteht darin, als Wertträger zwischen zwei voneinander abhängigen Transaktionen zu fungieren. Geld ist ein Gut, das beim Handeln akzeptiert und gegen weitere Güter eingetauscht werden kann, ohne dass dessen Träger von einem signifikanten Wertverfall betroffen ist.

Die Absatzfähigkeit eines Gutes über die Zeit hinweg, weist also auf dessen Fähigkeit hin, seinen Wert zukünftig zu halten. Die dritte Funktion des Geldes ist es schlussfolgernd als Wertaufbewahrungsmittel zu fungieren.

Ein Wertaufbewahrungsmittel wird benutzt, um Kaufkraft vom Zeitpunkt des Einkommens bis hin zum Zeitpunkt des Konsumierens aufzubewahren. Geld ist dabei bei Weitem nicht das einzige Gut, welches als Wertaufbewahrungsmittel dienen kann. Tatsächlich gibt es eine Menge Güter, die sogar eine effizientere Form von Wertaufbewahrungsmitteln darstellen.

Von Interesse ist daher zu ergründen, was dazu führt, dass rationale Entscheidungsträger in Gegenwart lukrativerer Alternativen dennoch Geld zur Wertaufbewahrung wählen.

Die Antwort liegt in der Schnelligkeit, mit welcher Geld in Relation zu anderen Gütern als Tauschmittel dienen kann. Obgleich viele Güter als Wertaufbewahrungsmittel fungieren können, ist Geld die einzige Sache, dessen hohe Absatzfähigkeit es ihm ermöglicht, gleichzeitig als allgemeines Tauschmittel zu fungieren.

Die Überführung von alternativen Wertaufbewahrungsmitteln in ein allgemein akzeptiertes Tauschmittel beinhaltet einen zusätzlichen Aufwand in Form von Transaktionskosten. Die Marktakteure werden jedoch immer jenes Gut bevorzugt halten, welches das Absatzfähigste ist. Selbst dann, wenn sie bereits alle ihre persönlichen Bedürfnisse in Form dieses Gutes erfüllt haben.

Eine maximale Absatzfähigkeit ist demnach gleichzusetzen mit einem konstanten Grenznutzen. Ein Gut mit einem geringeren Rückgang seines Grenznutzens ist daher absatzfähiger als ein anderes mit einer höheren Rate.

Traditionell basierte die Wertstabilität auf einem unveränderten intrinsischen Wert des jeweiligen Geldes. Dazu gehört eine konstante Kaufkraft des Geldes über die Zeit hinweg. Damit ein Gut seinen Wert aufrechterhalten kann, ist es notwendig, dass dessen Angebot innerhalb der Zeit, in der es gehalten wird, nicht zu drastisch ansteigt.

Eine gemeinsame Charakteristik von Geldformen in der Vergangenheit ist dementsprechend das Vorhandensein von Mechanismen, welche die Produktion von neuen Einheiten dieses Gutes hemmen, um den Wert der bereits existierenden Einheiten zu erhalten. Die relative Schwierigkeit für die Produktion von neuen monetären Einheiten definiert die Härte des Geldes.

Die Härte des Geldes wird durch die Relation seines momentanen quantitativen Angebotes (Stock) und der Menge an Einheiten ausgedrückt, die in der nächsten Periode produziert werden (Flow). Je höher das Stock/Flow-Verhältnis ausfällt, desto wahrscheinlicher ist es, dass ein Gut über die Zeit hinweg seinen Wert hält und damit auch seine Absatzfähigkeit.

Bitcoin weist in dieser Hinsicht ein recht hohes Stock/Flow-Verhältnis auf. Wenn du mehr darüber erfahren möchtest, dann lese dir den Artikel Wird der BTC Kurs bis März 2020 55.000$ Wert sein? Bitcoin und sein Stock-Flow-Verhältnis durch.

Erfüllt Bitcoin die nötigen Funktionen von Geld?

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass die relative Absatzfähigkeit eines Gutes darüber bestimmt, ob dieses als allgemein gültiges Tauschmittel vom Markt akzeptiert wird oder nicht. Die Funktion, als ein allgemein gültiges Tauschmittel zu agieren, ist die wichtigste der drei hier diskutierten Funktionalitäten von Geld.

Die Funktionen als Recheneinheit und als Wertaufbewahrungsmittel zu dienen, sind als Unterfunktionen dazu zu betrachten. Allerdings haben sie Einfluss auf das Maß, mit dem die Hauptfunktion bedient wird. Die drei Funktionen befinden sich schlussfolgernd in einer gegenseitigen Abhängigkeit zueinander.

Bitcoin und seine allgemeine Absatzfähigkeit wurde über die Jahre stetig besser, dank der steigenden Liquidität, die durch sich ständig verbessernde Infrastruktur gewährleistet wird.

Ein guter Indikator für die Liquidität eines Gutes ist dessen Handelsvolumen. Das tägliche Handelsvolumen von Bitcoin beträgt laut Coinmarketcap aktuell knapp 16 Milliarden Dollar.

Bitcoin ist zudem auf seine 8. Dezimalstelle teilbar, was BTC zu einer effizienten Recheneinheit macht.

Dem Stock/Flow-Verhöltnis weist Bitcoin zudem einen ähnlich hohen Wert wie Gold auf, was bekanntlich mit das beste Wertaufbewahrungsmittel in der Geschichte der Menschheit darstellt.

Damit erfüllt Bitcoin alle drei Funktionen von Geld. Doch wie wir wissen gibt es verschiedene Formen von Geld, die sich ständig im Wettbewerb zueinander befinden. Entscheidend ist also die Frage, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass sich Bitcoin am Markt als Geld durchsetzen wird.

Dieser Frage widmen wir uns im nächsten Teil von Bitcoin und Geld.

Sei also auf den nächsten Teil der Bitcoin und Geld-Reihe gespannt, bei dem wir der Frage auf den Grund gehen werden, ob Bitcoin sich zukünftig als Geld, eine Wertanlage oder keines von beiden durchsetzen wird.


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