Satoshi Nakamoto veröffentlichte das Bitcoin-Whitepaper am 31. Oktober 2008. Er erstellte den Bitcoin-Genesis-Block  am 3. Januar 2009 und gab den Bitcoin-Code am 8. Januar 2009 frei. Heute am 18. Juni 2019 notiert der Bitcoin Kurs bei 9.172 $ und einer daraus resultierenden Marktkapitalisierung von über 162 Milliarden $.

Bitcoin ist das erste knappe digitale Objekt, das die Welt je gesehen hat. Es ist knapp wie Silber und Gold und kann über das Internet, Radio, Satellit usw. gesendet werden.

Stellen Sie sich als Gedankenexperiment vor, es gäbe ein Basismetall, das so knapp wie Gold ist, aber folgende Eigenschaften aufweist: langweiliges Grau, kein guter Stromleiter, nicht besonders stark […], nicht für praktische oder dekorative Zwecke geeignet… und eine besondere, magische Eigenschaft: Es kann über einen Kommunikationskanal transportiert werden – Nakamoto.

Sicherlich hat diese digitale Knappheit einen Wert. Aber wie viel? Dieser Artikel basiert auf dem Bericht des Users PlanB auf Medium, in dem er die Knappheit mit Hilfe von dem Stock-to-Flow quantifiziert, und diesen verwendet, um den Wert von Bitcoin zu modellieren.

Knappheit und Stock-to-Flow

Wörterbücher definieren Knappheit in der Regel als „eine Situation, in der etwas nicht leicht zu finden oder zu bekommen ist“ oder als „ein Mangel an etwas“.

Saifedean Ammous, Verfasser von The Bitcoin Standard, spricht über die Knappheit mit Hilfe der Stock-to-Flow (SF) Ratio. Er erklärt, warum sich Gold und Bitcoin von Verbrauchsgütern wie Kupfer, Zink, Nickel und Messing unterscheiden und zwar durch eine hohe SF-Ratio.

Doch was genau verbirgt sich hinter dem Stock-to-Flow-Verhältnis?

Damit ein Gut seinen Wert halten kann, ist es ebenfalls notwendig, dass das Angebot des Gutes innerhalb der Zeit, in der es von seinem Besitzer gehalten wird, nicht zu drastisch ansteigt. Eine gemeinsame Charakteristik von Geldformen in der Vergangenheit ist das Vorhandensein von einigen Mechanismen, welche die Produktion von neuen Einheiten dieses Gutes hemmen, um den Wert der bereits existierenden Einheiten zu erhalten. Anders verhält es sich auch nicht bei Bitcoin und dem Bitcoin Kurs.

Die relative Schwierigkeit für die Produktion von neuen monetären Einheiten, definiert die Härte des Geldes (hartness of money): Geld, dessen Angebot nur schwierig erhöht werden kann, ist bekannt als „hartes“ Geld, während „leichtes“ Geld (easy money) Geld ist, dessen Angebot anfällig dafür ist, mit Leichtigkeit erhöht zu werden.

Wir können die Härte des Geldes durch seinen Stock (= momentanes Angebot) und seinen Flow (= extra Produktion, die in der nächsten Periode gemacht werden wird) verstehen. Je höher das Verhältnis vom Stock zum Flow ist, desto wahrscheinlicher ist es, dass ein Gut über die Zeit hinweg seinen Wert hält und damit auch seine Veräußerbarbeit.

Wann auch immer eine natürliche, technologische oder politische Entwicklung in einem schnellen Anstieg der monetären Gutes resultiert, verliert das Gut seinen monetären Status und wird durch ein anderes Tauschmittel ersetzt, welches ein zuverlässigeres hohes Stock/Flow-Verhältnis aufweist.

Die monetären Media, die als längstes überlebten, sind diejenigen, die sehr zuverlässige Mechanismen aufweisen, ihr Angebotswachstum zu begrenzen. Bitcoin hat ein solche Mechanismen durch ein fixes Angebot und die Halvening-Events. Beides hat damit auch langfristig Auswirkungen auf den Bitcoin Kurs. Dazu allerdings mehr an späterer Stelle.

Wie wird das Stock-zu-Flow-Verhältnis berechnet?

Damit kann die Knappheit durch das SF-erhältnis also quantifiziert werden, dabei gilt die einfache Formel:

SF = Stock / Flow

Der Bestand entspricht der Größe der vorhandenen Lagerbestände oder Reserven. Flow ist die jährliche Produktion.

Schauen wir uns also einige SF-Zahlen an.

Wächst der Bitcoin Kurs durch die Stock Flow Ratio?
Quelle: Medium

Gold hat mit 62 den höchsten SF-Wert. Dieser Wert sagt aus, dass es 62 Jahre der Produktion braucht, um den aktuellen Goldbestand zusätzlich zu erhalten. Silber belegt mit einem SF-Wert von 22 den zweiten Platz. Dieser hohe SF-Wert macht sie zu monetären Gütern, gleichzeitig aber von unterschiedlicher Qualität.

Palladium, Platin und alle anderen Rohstoffe haben einen SF-Wert, der kaum größer als 1 ist. Dies bedeutet, dass die vorhandenen Bestände in der Regel gleich oder geringer als die jährliche Produktion sind.

Für Rohstoffe ist es fast unmöglich, einen höheren SF-Wert zu erhalten. Sobald sie jemand horten würde, steigen die Preise, da kurzfristig durch das verknappte Menge auf dem Markt die Nachfrage das Angebot übersteigen würde. Da die Produktion dieser Rohstoffe aber von den Produzenten aufgrund ihres hohen Vorkommens mit Leichtigkeit gesteigert werden kann, wird diese erhöhte Nachfrage in Windeseile durch eine erhöhte Produktion abgeschöpft. Es kommt daher, wenn überhaupt, höchstens zu einer kurzfristigen Steigerung der Preise, bis das Marktgleichgewicht wieder gefunden wird. Eine Wertsteigerung ist also nicht zu erwarten.

Wie kommt Bitcoin da ins Spiel und was hat das für den Bitcoin Kurs zu bedeuten?

Nun gut. Wir haben an dieser Stelle gelernt, was das SF-Verhältnis aussagt und warum der SF-Wert bei verschiedenen Rohstoffen unterschiedlich ausfällt. Doch was alles hat das mit dem Bitcoin Kurs zu tun?

Bitcoin hat derzeit einen Bestand von 17,5 Millionen Bitcoins (BTC). Jährlich werden zudem momentan 0,7 Millionen BTC produziert. Bitcoin weißt dadurch laut der Formel momentan einen SF-Wert von 25 auf. Damit gehört Bitcoin, gemessen an dem SF-Wert, zu der gleichen Kategorie an monetären Güter wie Silber und Gold.

Das Besondere an Bitcoin und gleichzeitig Treiber für den Bitcoin Kurs ist die fixierte Produktionsmenge an BTC, die zudem alle 4 Jahre durch das Halvening-Event halbiert wird.

Kurz zur Erklärung: In jedem neuen Block werden neue Bitcoins erstellt. Blöcke werden (im Durchschnitt) alle 10 Minuten erstellt. Dies geschieht immer dann, wenn ein Miner den Hash findet, der gemäß des PoW-Systems einen Block als valide ausweist.

Die erste Transaktion in jedem Block, die so genannte Coinbase, enthält die Blockbelohnung für den Miner, der den Block gefunden hat. Die Blockprämie besteht aus den Gebühren, welche die Teilnehmer des Netzwerkes für Transaktionen und die neu geschaffenen BTC in diesem Block zahlen.

Die Belohnung dafür begann bei 50 Bitcoins und wird alle 210.000 Blöcke (ca. 4 Jahre) halbiert. Deshalb sind Halvenings sehr wichtig für Bitcoins Geldmenge, den SF-Wert von Bitcoin und damit für den Bitcoin Kurs.

Halvening-Events bewirken auch, dass die Angebotswachstumsrate (im Bitcoin-Kontext üblicherweise als „monetäre Inflation“ bezeichnet) abgestuft wird und nicht glatt verläuft.

Bitcoin Kurs durch die sinkende Inflationsrate von Bitcoin getrieben?
Quelle: https://plot.ly/~BashCo/5.embed

Wie der SF-Wert den Bitcoin Kurs prognostiziert

Die Hypothese der Studie von PlanB ist, dass Knappheit, gemessen an SF, direkt den Wert beeinflusst. Was bedeutet, dass der SF-Wert von Bitcoin den Bitcoin Kurs beeinflusst. Ein Blick auf die obige Tabelle bestätigt, dass die Marktwerte tendenziell höher sind, wenn der SF-Wert höher ist.

Im Laufe seines Berichts, stellt PlanB ein Modell auf, welches den Zusammenhang zwischen dem SF-Wert und der Marktkapitalisierung widerspiegelt und erlauben soll, eine Prognose für den Bitcoin Kurs aufzustellen.

Quelle: Medium

Sehr interessant ist, dass Gold und Silber, die völlig unterschiedliche Märkte sind, mit den Bitcoin-Modellwerten für SF übereinstimmen. Dies gibt zusätzliches Vertrauen in das Modell.

Zu beachten ist, dass auf dem Höhepunkt des Bullenmarktes im Dezember 2017 Bitcoin einen SF-Wert von 22 hatte und die Marktkapitalisierung von Bitcoin 230 Mrd. $ betrug. Damit lag Bitcoin sehr nahe an Silber.

Das nächste Halvening-Event wird im Mai 2020 stattfinden. Der aktuelle SF von 25 wird sich auf 50 verdoppeln und damit einen Wert erreichen, der sehr nahe an dem von Gold (SF 62) liegt.

Der prognostizierte Marktwert für den Bitcoin nach dem Halvening-Event im Mai 2020 beträgt 1 Billion Dollar. Dies entspricht einem Bitcoin Kurs von 55.000 Dollar.

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[Bild: Shutterstock]

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