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ProShares Bitcoin-ETF final durch die SEC abgelehnt

ProShares Bitcoin-ETF final durch die SEC abgelehnt

Zuletzt aktualisiert am 21st Jul 2022
Hinweis

Seit zwei Tagen war bereits alle Aufmerksamkeit auf die SEC gerichtet. Die Entscheidung über den ProShares Bitcoin-ETF Antrag wurde sehnlichst, aber mit wenig Hoffnung erwartet. Nun entschied die Behörde und lehnte den Antrag ab.

ProShares Bitcoin-ETF Antrag abgelehnt

Spannung lag in der Luft. Seit einigen Tagen erwartete die Crypto-Community bereits die finale Entscheidung der SEC über die zwei Vorschläge von ProShares, den „ProShares Bitcoin ETF“ und den „ProShares Short Bitcoin ETF“. Nun steht die Entscheidung fest. Der Antrag wurde abgelehnt. In der Zusammenfassung der Stellungnahme heißt es:

Aus den oben dargelegten Gründen stellt die Kommission nicht fest, dass die vorgeschlagene Regeländerung mit den Anforderungen des Börsengesetzes und den für eine nationale Wertpapierbörse geltenden Regeln und Vorschriften, insbesondere mit § 6(b)(5) des Börsengesetzes, vereinbar ist.
Es ist daher gemäß § 19(b)(2) des Exchange Act, dass die vorgeschlagene Regeländerung SR-NYSEArca-2017-139 abgelehnt wird.

§ 6(b)(5) wird in der Stellungnahme der US-Behörde besonders betont. Es handelt sich dabei um den Paragraphen explizit darum, „dass die Regeln einer nationalen Wertpapierbörse darauf ausgerichtet sind, betrügerische und manipulative Handlungen und Praktiken zu verhindern.“ Dies sieht die SEC im Fall des ProShares-Antrages nicht erfüllt.

Bitcoin-Futures-Märkte nicht relevant?

Auch in dieser Stellungnahme der SEC geht es unter anderem wieder um die Frage, wie groß das zu erwartende Handelsvolumen ist. Die SEC sieht offenbar keinen dringenden Handelsbedarf:

Daher gibt es keine Grundlage, auf der die Kommission zu dem Schluss kommen kann, dass es sich bei den Bitcoin-Futures-Märkten um Märkte von erheblicher Größe handelt.

Bitcoin-ETF Anträge halten die Kryptomärkte in Atem

Seit Monaten ist es das Thema für Crypto-Investoren und rüttelt die Märkte ordentlich durch. Die Entscheidungen der SEC über die derzeitigen Bitcoin-ETF Anträge. Der amerikanischen Securities and Exchange Commission (SEC) liegen mittlerweile zahlreiche Anträge für vor, von denen sie bislang noch keinen einzigen genehmigte.

Besonders für Bitcoin wird erwartet, dass eine Genehmigung der SEC für einen ETF einen enormen Einfluss auf den Kursverlauf in 2018 haben kann. Damit würden ETFs erstmals auf Kryptowährungen erweitert und bitcoingebundene Anlageprodukte ermöglicht werden.

Geldmarkt-ETFs eignen sich für solche Anleger, die auf den Verlauf einer Währung spekulieren möchten. Dies soll mit Bitcoin-ETFs nun auch auf den Kryptomarkt ausweitet werden.

Kritik an Bitcoin-ETFs und der Reaktion von Investoren auf SEC-Entscheidungen

Die letzten Entscheidungen der SEC über ETF-Anträge wurden von Seiten der Investoren nicht nur mit Argusaugen beobachtet. Der Markt reagiert auch drastisch. Nach den beiden letzten prominenten Fällen fiel der Bitcoin-Kurs fast unmittelbar.

Dan Morehead, CEO des Hedgefonds Pantera Capital, nannte die Reaktion der Investoren übertrieben und zeigte sich pessimistisch für eine Bitcoin-ETF-Genehmigung in 2018. Stattdessen sollten Anleger ihre Aufmerksamkeit besser positiven Projekten wie Bakkt widmen.

Wenig später stellte sich heraus, warum Morehead lieber Bakkt als die SEC in den Schlagzeilen sähe. Pantera Capital war einer der Gründungsinvestoren des Projektes. Der Pantera Venture Fund III – der dritte Crypto Fund des Hedgefonds – tätigte seine erste Investition in das Exchange-Projekt der New York Stock Exchange mit Microsoft und Starbucks als Partner.

Auch Ethereum-Gründer Vitalik Buterin kritisierte allgemein, dass Kryptowährungen derzeit zu sehr als Investmentvehikel und Spekulationsobjekt fungierten, denn als praktisches Werkzeug für alle.

Besonders spürbare Kurs-Einbrüche nach Entscheidungen über Winkelvoss- und VanEck-SolidX Bitcoin-ETF Entscheidungen

Base58 berichtete über den ETF-Antrag der Winklevoss-Brüder, der in zweiter Instanz durch die SEC abgelehnt wurde.

SEC-Kommissarin Hester Peirce zeigt sich nach der Entscheidung der Kommission kritisch über deren Entscheidungsgrundlage. Sie äußerte sich in einem Interview in der CNBC Crypto Trader Show dahingehend, dass die Versäumnisse auf Seiten der SEC lägen, nicht auf Seiten der Antragsteller:

Die Mehrheit der Kommission sagte, dass die vorgeschlagene Änderung tatsächlich nicht mit dem geltenden Statut vereinbar sei. In diesem Fall ist das das Securities Exchange Act. Ich gehe davon aus, dass die vor uns liegende Änderung im Einklang mit dem Börsengesetz stand. Es gibt keinen Grund für uns, dieses Produkt nicht zuzulassen und an der Börse zu handeln. (…)

Kurz auf die Ablehnung des Winklevoss-ETFs folgte der Aufschub der Entscheidung über den Antrag des VanEck/ SolidX Bitcoin Trust. Zwar ist die US-Aufsichtsbehörde angehalten, möglichst innerhalb von 45 Tagen nach Einreichung eines Antrages darüber zu entscheiden. Die SEC kann diesen Prüfungszeitraum jedoch auf 90 Tage verlängern.

Die finale Entscheidung über den VanEck-ETF erfolgt somit am 30. September.

Wie reagiert der Markt?

Nachdem auf die letzten SEC-Entscheidungen heftige Reaktionen am Markt abzulesen waren, gilt jetzt abzuwarten, was passiert. Da die Erwartungen an die Entscheidung über den ProShares-ETF jedoch bereits im Vorfeld nicht hoch waren, ist eine derart starke Reaktion dieses Mal nicht zu erwarten.

[Bild: Mark Van Scyoc/Shutterstock]