Normalerweise steht Bitcoin als Investitionsmöglichkeit eher bei Privatinvestoren oder institutionellen Anlegern aus unterschiedlichen Gründen im Fokus. Manche phantasieren darüber im nächsten Bullrun schnell reich zu werden, die anderen möchten einfach nur zusätzlich zu Gold eine Absicherung gegen eine drohende Rezession in den nächsten Jahren. Und wie sieht es bei Staaten aus?

Staaten beschäftigen sich eher mit den regulatorischen Aspekten rund um Bitcoin, falls sie nicht gerade durch das Konfiszieren von Bitcoin (aus krimineller Hand) ungewollt selbst zu einem Bitcoin Whale werden, wie Bulgarien.

Doch was wäre, wenn nun auch Staaten anfangen sich für einen möglichen Preisanstieg von Bitcoin zu interessieren, um damit ihre ausufernden Schulden begleichen zu können?

Die Schuldenuhr der USA tickt unnachgiebig

Die Schulden der USA betragen mittlerweile mehr als 22 BILLIONEN $ und wachsen immer weiter an. In absoluten Zahlen sind die USA bereits seit langem das Land mit der höchsten Staatsverschuldung; zur gleichen Zeit sind die Vereinigten Staaten von Amerika aber auch die größte Volkswirtschaft. Die folgende Grafik zeigt zunächst die Staatsverschuldung der USA – gemessen in absoluten Zahlen (US-Dollar) an.

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Eine aussagekräftigere Zahl erhält man, wenn man die Staatsverschuldung in Relation zu dem Bruttoinlandsprodukt (BIP respektive GDP im Englischen) betrachtet. Aber auch hier lässt sich feststellen, dass die USA mit einer Staatsverschuldung von 102% des jährlichen BIP auf Platz 12 rangieren. Im aktuellen US Haushalt klafft nun eine Lücke von knapp 1 Billionen  – das sind 27% mehr als im Vorjahr, und lässt die Schulden somit weiter wachsen.

Seit 10 Jahren weist jeder US-Haushalt ein Defizit auf – BTC die Lösung?

Laut der US Regierung beliefen sich die Einnahmen auf 2,86 Billionen $, die Ausgaben allerdings auf 3.73 Billionen $. Folgende Grafik zeigt den Haushaltssaldo der USA an. Einfach ausgedrückt, bedeutet ein positiver Wert ein Haushaltsüberschuss (=es wurde mehr Geld erwirtschaftet als ausgegeben) und ein negativer Wert ein Haushaltsdefizit (=es wurde mehr ausgegeben, als eingenommen und somit steigen die Schulden).

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Die Gründe dafür sind vielfältig, zumal die wachsenden Schulden der USA nichts Neues sind – wobei hauptsächlich die Senkung der Unternehmenssteuern unter der Regierung Trump für weniger Einnahmen gesorgt haben.

Hedging mit Bitcoin? Wie die USA von einem Kursanstieg profitieren könnte

Das Problem eines Haushaltsdefizits löst eine Regierung normalerweise, indem sie entweder die Einnahmen erhöht oder die Zentralbank neues Geld drucken lässt. Nun ist es so, dass es schwieriger ist die Einnahmen zu erhöhen als neues Geld zu drucken. Das Drucken von neuem Geld ist allerdings umstritten, weil es eine inflationäre Wirkung auf die eigene Währung und andere Auswirkungen auf die gesamte Wirtschaft hat.

Außerdem sind Nationale Notenbank, die für die Regulierung der Geldmenge zuständig sind, per Gesetz unabhängig. Wie jedoch in letzter Zeit immer öfter zu sehen ist, versuchen Regierungen bzw. deren Präsidenten Druck auf die Geldpolitik auszuüben (Beispiel USA und Türkei). Genau das ist der Punkt an dem Bitcoin aufgrund seines „inflationsgeschützten“ Charakters ins Spiel kommen kann.

Es ist sehr unwahrscheinlich, dass die USA ihre gesamten Schulden jemals zurückzahlen werden können. Genau deshalb wäre es jetzt sehr spannend, wenn die US-Regierung mit Bitcoin eine Art Hedging Strategie fahren würde. Dabei hätte die Regierung die Möglichkeit die Adaption von Bitcoin voranzutreiben, um so gleichzeitig auch von dessen Wertsteigerung zu profitieren.

Wenn die USA selbst zum Bitcoin Investor werden würde

Eine Möglichkeit wäre es also, dass die US-Regierung selbst in Bitcoin investiert. Allein diese Nachricht würde wohl zu einer enormen Kursexplosion führen – die USA könnten somit einen Teil der dadurch erzielten Gewinne realisieren und ihre Schulden begleichen. Aus aktueller Sicht (man denke hierbei an die Tweets von Donald Trump) ist dieses Szenario jedoch sehr unwahrscheinlich.

Dabei muss die US-Regierung aber nicht zwangsläufig selber zum Bitcoin Investor werden. Kommen wir wieder zurück zur Lösung eines Haushaltsdefizits – dies kann entweder durch das Drucken von neuem Geld geschehen (dies haben wir soeben als unwahrscheinlich deklariert) oder eben durch die Erhöhung der Einnahmen. So könnte die US-Regierung durch eine Vereinfachung der Regulierung es den Investoren „bequemer“ machen in Bitcoin zu investieren oder durch andere Maßnahmen diese dazu ermutigen. Bei einem möglichen Preisanstieg würde die US Regierung dann von erhöhten Einnahmen durch Steuern auf die Bitcoin Gewinne von Investoren profitieren und könnte so zukünftige Haushaltsdefizite ausgleichen oder vielleicht, je nach Größe des Bullruns, einen Teil der Schulden zurückzahlen.

Doch um ehrlich zu sein: selbst, wenn die USA eine der beiden Strategien verfolgen würde, könnte mit den realisierten Gewinnen nur ein kleiner Teil der Schulden beglichen werden. Der sprichwörtliche „Tropfen auf den heißen Stein.“ Viel wichtiger (und nachhaltiger) wären die positiven Auswirkungen, die mit einer adäquaten Regulierung kämen. Nämlich mehr Firmen, die sich auf Grund des „freundlichen“ Umfelds in den USA niederlassen, um dort an ihren Krypto-Projekten zu arbeiten.

Bitcoin – wachsendes Bewusstsein der Staaten

Und so kommt es immer häufiger vor, dass Staaten Bitcoin als Store of Value oder gar Zahlungsmittel verwenden. Die Gründe hierfür sind vielzählig – so gibt es Staaten, die mit Hilfe von Bitcoin US-Sanktionen umgehen möchten. Andere Staaten wiederum kämpfen mit so hohen Inflationsraten, dass Bitcoin als Devisenersatz genutzt wird und Schulden zwischen Ländern in BTC beglichen werden. In anderen Ländern wiederum, suchen wohlhabende Privatpersonen und Investoren sichere Möglichkeiten ihr Geld zwischenzulagern. Wenn du dich für dieses Thema mehr interessierst, dann seien dir folgende Artikel an’s Herz gelegt:

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[Bildquelle: Shutterstock]

 

QUELLEcoinnounce
Autor
Daniel ist 24, hat einen Bachelor of Science als Wirtschaftsingenieur und ist als Content Creator bei Cryptomonday tätig. Seit 2014 ist er aktiv im Krypto-Sektor unterwegs. Das es dazu kam, hat er einer Vorlesung zu verdanken, in der über das disruptive Potenzial der Blockchain unterrichtet wurde. Seine Interessen umfassen die Technik und das breite Anwendungsgebiet der Technologie – nicht nur für die Wirtschaft, sondern auch für die Gesellschaft. Um den Zugang zu diesen komplexen Themen zu erleichtern, hat er selbst ein kleines Startup gegründet. Er beschäftigt sich mit der Verbreitung von BTC-Automaten in Deutschland und wirkte maßgeblich an Videos und Büchern mit.

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