Die Meisten kennen wohl das Sprichwort: „Jeder erntet das, was er sät.“ Und im Falle der USA lässt sich das Sprichwort wie folgt auslegen: „Wessen Verschuldung und Handelsdefizit permanent steigt, dessen Eis auf dem Devisenmarkt wird dünner und unbequem.“ Die Konsequenzen der aktuellen Handelspolitik und des Handelskonflikts, sowohl zwischen den USA und Europa, sowie den USA und China haben Auswirkungen auf die Geldpolitik.

Und genau dieser Impact der Geld- und somit auch Währungspolitik könnte direkte, positive Konsequenzen für Bitcoin haben. In diesem Artikel möchte ich ein kleines Stimmungsbild dazu aufzeigen und schauen, welche Meinungen es zur Thematik Währungskonflikt und Bitcoin gibt.

Donald J. Trump und das amerikanische Handelsdefizit

Schauen wir doch gleich zu Beginn wie sich der Präsident der Vereinigten Staaten selbst dazu äußerst:

Aus diesem Tweet wird bereits eine Denkweise Trumps klar. Er ist ein Verfechter des schwachen Dollars. Denn mit einem schwachen Dollar ist es für ausländische Unternehmen leichter, Produkte aus den USA zu beziehen. Anders formuliert: ein schwacher Dollar „belebt“ die Konkurrenzfähigkeit der USA. Der schwache Dollar könnte außerdem das Problem des ausufernden Handelsdefizits lösen.

Einfach gesagt, bedeutet Handelsdefizit, dass ein Land (in unserem Fall also die USA) mehr Produkte importiert als exportiert. Trump sieht im starken Dollar einen Grund für den Anstieg des Handelsdefizits. Durch die stärkere Konkurrenzfähigkeit und die Tatsache, dass ausländische Unternehmen US-Produkte bei einem schwachen Dollar günstiger beziehen könnten, würde – so Trumps Hoffnung – der Export angekurbelt und das Handelsdefizit reduziert.

Jetzt, da wir wissen dass ein schwacher Dollar der Sollzustand sein sollte und ein starker Dollar der Istzustand ist, stellt sich die Frage wie man von einem starken zu einem schwachen Dollar kommen kann.


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Der schwache Dollar und die Währungsmanipulation

Eine mögliche Antwort hierbei lautet: durch einen „Währungskrieg“ oder die gezielte Währungsmanipulation. Und genau diese Manipulation der Wöhrung wirft Trump sowohl uns Europäern, als auch den Chinesen vor. Seine Idee? Genau die gleiche Strategie kopieren!

Was genau aber heißt Währungsmanipulation? Eine Währung zu manipulieren ist letztendlich eine „Methode“, bei der die Zentralbanken eines Landes gezielt Fremdwährungen kaufen/verkaufen, um die eigene Wirtschaft zu regulieren. Somit reduziert bzw. erhöht sich das Angebot der Fremdwährung, je nach dem in welchem Ausmaß diese gekauft bzw. verkauft wird. Dies in der Praxis umzusetzen, gestaltet sich jedoch als schwierig, denn die Zentralbanken (in Amerika konkret die Federal Reserve, kurz FED) sind unabhängige Institutionen, die nicht an politische Weisungen gebunden sind (Anmerkung: Donald J. Trump versucht immer wieder Einfluss auf die Geldpolitik der Zentralbank zu nehmen). Die zweite Möglichkeit eine Währung zu manipulieren ist durch eine Erhöhung der Inflation, denn dadurch sinkt die reale Kaufkraft. Dies kann man beispielsweise dadurch erreichen, dass Unmengen an Geld gedruckt werden.

Wir können festhalten: Trump wirft China und Europa vor, durch gezielte geldpolitische Maßnahmen die eigenen Währungen zu manipulieren. Diese Manipulation führe zu einem Ungleichgewicht und sei nicht gerecht. Daher werden die USA sich diesen Maßnahmen anpassen müssen. Werfen wir nun einen Blick auf andere Märkte – wie schaut es beispielsweise beim Gold- und Edelmetallmarkt aus?

Gold- und Edelmetallmarkt auch manipuliert?

So sprach der Finanzjournalist und TV-Host Max Keiser in seiner (fast) gleichnamigen Sendung „Keiser Report“ über die jüngste Vereinbarung (vom 25. Juni) zwischen Merill Lynch und dem Justizministerium. Dabei geht es um den Vorwurf, dass die Goldmärkte manipuliert seien. Wörtlich sagte er den Medien:

as we’ve covered for years now, the precious metals market is undeniably manipulated by the same people who are printing all the money because they don’t want gold to rise up and attract capital while they try to pump the fake money called the US dollar.

Um es etwas laxer zu formulieren: „Was ein Brett.“ Max Keiser gibt nicht nur an, dass der Goldmarkt unweigerlich („undeniably“) manipuliert sei, nein, er setzt dem Ganzen noch die Krone auf, in dem er sagt, dass diese Manipulation von genau den Leuten durchgeführt wird, die auch „all das Geld“ drucken.

In einem anderen Interview, das Journalist Ran Neuner im Rahmen der Bitcoin Conference 2019 in San Francisco mit Max Keizer hielt, machte dieser eine weitere interessante Aussage. Seiner Meinung nach bringe Bitcoin „hartes“ Geld wieder in Mode. Jetzt, da Gold auf Grund der weltpolitischen und wirtschaftlichen Situation wieder steigt, will Keizer wohl sagen, dass Geld, welches nicht einfach so gedruckt werden kann (daher hartes Geld) wieder in Mode kommen könnte – Bitcoin sei Dank.


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Andreas Antonopoulos sieht Bitcoin als Ausweg und Alternative zu Fiatwährungen

Auch der im Cryptospace bekannte Andreas Antonopoulos hat sich kürzlich zu ähnlichen Themen geäußert. Er spricht über die Frage, wie Bitcoin überhaupt in das aktuelle Finanzsystem passe und seine Antwort ist spannend: Bitcoin passe in das aktuelle System, als Außenseiter. Denn Bitcoin stelle eine echte Alternative dar – einen Vermögenswert, der zensurresistent ist, dezentral und daher nicht einfach so manipuliert oder gedruckt werden kann. Und so kommen beide, Antonopoulos und Keizer, zu dem Entschluss, dass Kryptowährungen aktuell einen Ausweg aus den Fiatwährungen bieten.

Und wie wir vor Kurzem berichteten, kommt es beispielsweise immer häufiger vor, dass wohlhabende Menschen eines Landes Teile ihres Geld von Fiat in Bitcoin wechseln. Der fallende Wert des Yuan ist ein markantes Beispiel dafür.

Und auf Grund der Tatsache, dass Bitcoin und Kryptowährungen im Allgemeinen die (vielleicht einzige) Alternative zu Nationalwährungen und Fiatgeld darstellen, wird Bitcoin weiterhin als Sündenbock und potentieller Grund für Währungskonflikte herhalten müssen.

Antonopoulos sagte, dass alles so hingestellt wird, als ob,

The reason the banks are failing and the reason the economy is on fire is that the exit (due to cryptocurrencies) was offered.

Und auch die US-Regierung hat kürzlich einen offenen Brief an Facebook geschickt, um die Entwicklung des Facebook Coins Libra zu stoppen. Die hierbei genannten Argumente gehen in die Richtung des Artikels: Libra sei eine Konkurrenz zum US-Dollar und könnte systematische Risiken des Finanz- und Währungsmarkts aufdecken.

Was denkst du über Handelskonflikt, Währungsmanipulation und Bitcoin als Zufluchtsort? Wie könnten Staaten oder Banken darauf reagieren – werden Stablecoins vielleicht die Antwort darauf sein? Komm in unseren Telegram Chat und tausche dich mit den Experten und der Community aus. Abonniere auch unseren News Kanal und bleibe immer up-to-date.

[Bildquelle: Shutterstock]
Daniel Wenz avatar
Autor
Daniel ist 24, hat einen Bachelor of Science als Wirtschaftsingenieur und ist als Content Creator bei Cryptomonday tätig. Seit 2014 ist er aktiv im Krypto-Sektor unterwegs. Das es dazu kam, hat er einer Vorlesung zu verdanken, in der über das disruptive Potenzial der Blockchain unterrichtet wurde. Seine Interessen umfassen die Technik und das breite Anwendungsgebiet der Technologie – nicht nur für die Wirtschaft, sondern auch für die Gesellschaft. Um den Zugang zu diesen komplexen Themen zu erleichtern, hat er selbst ein kleines Startup gegründet. Er beschäftigt sich mit der Verbreitung von BTC-Automaten in Deutschland und wirkte maßgeblich an Videos und Büchern mit.