Die Blockchain von Ethereum glüht aktuell wie ein heißes Eisen im Feuer. Durch DeFi und Yield Farming laufen die Transaktionen auf der Smart Contract Plattform auf Hochtouren. Zum Leidwesen der kleineren Akteure am Markt, denn der nicht so schöne Nebeneffekt sind immens hohe Gebühren zwischen 30-50$ pro Transaktion. Bei diesen Gebühren überlegt man es sich zweimal, ob die Transaktion tatsächlich heute getätigt werden muss. Denn gerade bei kleineren Beträgen, die versandt werden sollen, machen solch hohe Gebühren in ETH einen signifikanten prozentualen Anteil am Gesamtwert der Transaktion aus.

Ehrlich gesagt, erinnert das stark an die guten Zeiten von Bitcoin im letzten Bullrun, wo auch hier die Transaktionsgebühren auf ähnliche Höhen schnellte. Allerdings ist es diesmal nicht die Nummer 1 der Kryptowährungen, sondern Ethereum.

Doch was des einen Leid ist, ist bekanntlich des anderen Freude. In diesem Fall reiben sich nämlich die Ethereum-Miner die Hände, denn diese haben laut Glassnode am gestrigen Tag rund 800.000$ pro Stunde verdient. Das ist zweifelsohne ein stattlicher Stundenlohn.

Ethereum Miner verdienen sich eine goldene Nase
Die Durchschnittseinnahmen der Ethereum-Minerr stiegen auf 800.000$ pro Stunde. Quelle: Glassnode

Den Daten der Plattform zufolge ist der Betrag, den die Ethereum-Miner täglich aus Transaktionsgebühren einbringen, am 1. September in die Höhe geschnellt und erreichte 16,5 Millionen Dollar. Zum Vergleich: Am 31. August betrug diese Zahl „nur“ 8,1 Millionen Dollar.

Dies ist größtenteils auf einen massiven Anstieg der Ethereum-Transaktionsgebühren zurückzuführen und bedeutet, dass sich die täglichen Einnahmen der Miner innerhalb nur eines Tages mehr als verdoppelt haben.

Abgesehen von diesen Spitzen bewegten sich die täglichen Ethereum-Transaktionsgebühren zwischen etwa 140.000$ im Januar und 2 Millionen Dollar am 8. August.

Larry Cermak, Forschungsdirektor bei The Block, wies darauf hin, dass die aktuellen Zahlen weitaus höher sind als die, die während der Allzeithochs der Kryptowährung im Jahr 2017 registriert wurden. Außerdem verdienen die Ethereum-Miner derzeit deutlich mehr Geld als ihre Bitcoin-Kollegen.

Im Vergleich dazu erwirtschafteten die Bitcoin-Miner am 1. September 1,5 Millionen Dollar an Gebühren. Das ist zwar auch eine stattliche Summe, allerdings ist sie nur 9% von dem, was die Ethereum-Miner am selben Tag umgesetzt haben. Die ATH-Gebühren von Bitcoin beliefen sich im Dezember 2017 allerdings sogar noch ein Stück höher und zwar auf 21,4 Millionen Dollar. Wenn es so weiter geht, ist das ein Rekord, der von Ethereum bald gebrochen werden könnte.

Das Ganze hat allerdings auch eine Schattenseite, sodass regelmäßige Nutzer und Experten zunehmend besorgt sind, dass die Gebühren aus dem Ruder laufen und die Konsequenz daraus verheerend sein könnte. Zumindest für den kleinen Mann, denn dieser würde vom Markt durch zu hohe Gebühren ausgeschlossen werden. Der gesamte DeFi-Markt wird nämlich mit weiterhin steigenden Gebühren zunehmend Whale-Territorium werden und das lukrative DeFi-Geschäft wird „Chef-Sache“. Doch das die Reichen immer reicher und den ärmeren der Zugang zu lukrativen Möglichkeiten durch Barrieren versperrt werden, war doch eigentlich nicht der ursprüngliche Plan von Crypto, oder?

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