Ethereum (ETH) ist wohl die größte und bekannteste Smart Contract Plattform. Doch das Netzwerk scheint auch langsam an seine Grenzen zu kommen. Vor wenigen Tagen hat sich nun die Kapazität des Ethereum Netzwerks für die meisten unerwartet vergrößert. Das führt automatisch zu einer Ausweitung der maximalen Anzahl an Transaktionen pro Sekunde (TPS). Doch diese unerwartete Entwicklung bei Ethereum wirft einige kritische Fragen und mögliche Gefahren auf.

In diesem Artikel gehen wir der Kapazitätserhöhung von Ethereum auf die Spur und schauen uns an, ob dieser Wechsel im Sinne der Dezentralität ist und das Problem der Skalierbarkeit damit gelöst werden kann.


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Ethereum (ETH) erhöht Gas Limit um 25%

Vitalik Buterin, Mitgründer von Ethereum, hat letzte Woche auf Twitter gesagt, dass die Block Produzenten (Miner) angefangen haben das Gas Limit zu erhöhen. Der Grund scheint wohl das überlastete Ethereum Netzwerk zu sein, welches an seine Limits gekommen ist. Gas ist eine Verrechnungseinheit im Ethereum Netzwerk, welches dafür genutzt wird, um Smart Contracts in einen Block zu verpacken. Das ist quasi die Gebühr, die an einen Miner zu zahlen ist. Dieser erfolgt stets in Ethereum und wird nur intern in Gas verrechnet. Das Gas Limit bei Ethereum ist zu vergleichen mit der maximalen Anzahl von Transaktionen pro Block bei Bitcoin.

Seit mehreren Tagen ist das Gas Limit bis auf 10 Millionen pro Block gestiegen. Das ist ein Anstieg von ca. 25% im Vergleich zur letzten Woche und führt automatisch zu mehr Transaktionen pro Block und dementsprechend pro Sekunde. Dadurch entstehen aber nicht nur Vorteile wie eine mögliche Gebührenreduzierung, sondern auch Nachteile in Form von einer Vergrößerung der Blöcke und dementsprechend der gesamten Blockchain. Damit wird es für Nodes zunehmend teurer und schwieriger das Netzwerk übergreifend zu betreiben.

Ethereum durch Tether und Dapps überlastet

Kommen wir nun erstmal zu den möglichen Gründen der Auslastung von Ethereum. Unter den Haupttreibern wird der Stablecoin Tether (USDT) und die Glücksspiel Plattform Fair Win gesehen. Tether Transaktionen nehmen laut Coin Metrics ca. 25% aller Transaktionen auf dem Ethereum Netzwerk ein. Auch Buterin hat sich zu dem aktuellen Problem geäußert:

Skalierbarkeit ist ein großer Bottleneck, da die Ethereum Blockchain fast voll ist.

Aktuell werden etwa 45% aller Transaktionen auf Ethereum durch Smart Contracts von Dapps eingenommen. Der Grund dafür sind eine Vielzahl von neuen Dapps und eine erhöhte Nutzung dieser. Dementsprechend sind auch vor wenigen Tagen die Gebühren auf Ethereum in die Höhe geschossen und haben die von Bitcoin überschritten. Für die einen ist es ein Zeichen dafür, dass das Ethereum Netzwerk immer stärker nachgefragt wird, für die anderen ein Zeichen, dass das Netzwerk an seine Grenzen gekommen ist und vorerst keine sinnvolle Lösung für dieses Problem gibt.

Dezentralisierung von Ethereum ist fragwürdig

Kommen wir nun zu der Frage, wie sich diese unerwartete Erhöhung des Gas Limits auf das Ethereum Netzwerk auswirkt. Die Dezentralität des Ethereum Netzwerks ist nach so einem „geheimen Hardfork“ mehr als fragwürdig. Eine kleine Anzahl an Entwicklern und Minern hat ausgereicht, um das Gas Limit zu erhöhen und das Ethereum Protokoll nachhaltig zu verändern. Entweder die anderen Miner akzeptieren die Veränderung oder sie splitten sich in einem Hardfork. Sowas kennen wir bereits von der Debatte um die Block Size bei Bitcoin Cash, welches letztendlich zu einem Split zu Bitcoin Satoshi Vision geführt hat.

Es gibt jedoch noch ein weiteres Problem. Durch die Erhöhung der Gas Limits und demnach mehr Transaktionen pro Block auf der Ethereum Blockchain, nimmt die Größe der Ethereum Blockchain schneller zu. Das führt zu einer höheren Belastung für Nodes und Miner, die mehr Geld in Hardware investieren müssen, um am Netzwerk weiter teilzunehmen. Durch die erhöhten Eintrittsbarrieren, könnte die Dezentralisierung weiter sinken und das Netzwerk noch zentralisierter werden.

Hinzu kommt, dass die Erhöhung des Gas Limits scheinbar nur kurz etwas gebracht hat. Die Ethereum Blockchain scheint wieder voll zu sein. Somit wurde keine wirkliche Lösung für das Problem gefunden, sondern nur minimal in die Zukunft verlagert und zwar mit enormen Einschnitten in der Dezentralität.

Ethereum hat schwere Zeiten vor sich

Das gesamte Konstrukt kann an dieser Stelle auch in Frage gestellt werden. Denn jede Aktion auf der Ethereum Blockchain läuft über einen Smart Contract, was im Grunde nichts anderes ist als ein Stück Code der auf der EVM (Ethereum Virtual Machine) ausgeführt wird und sich in einzelne Ausführungsschritte aufteilt.

Bei einer Transaktion von ETH von A nach B wird ebenso ein Smart Contract genutzt, der 21.000 Ausführungsschritte beinhaltet und somit 21.000 Gas verbraucht. Hier stellt sich die Frage, ob man sich mit der zugrunde liegenden Komplexität, selbst für die primitivsten Operation auf dieser Blockchain, einen Gefallen tut. Denn Komplexität erhöht immer das Risiko und macht es umso schwieriger die Dinge nachzuvollziehen. Wir sehen doch deutlich an Bitcoin, dass eine Transaktion sehr einfach und effizient stattfinden kann.

Unabhängig der ganzen Kritik an Ethereum, ist das Projekt nach wie vor eines der größten im gesamten Crypto-Space. Zudem hat Ethereum schon lange gemerkt, dass es an seine Grenzen kommt und somit nach möglichen Lösungen gesucht. Ob der Übergang von Proof-of-Work (PoW) zu Proof-of-Stake (PoS) Anfang 2020 eine nachhaltige Lösung darstellen wird, bleibt vorerst abzuwarten. Ethereum steht vor einer schweren Aufgabe und großen Erwartungen. Es bleibt somit um die Zukunft von Ethereum weiterhin spannend. Wir halten euch auf dem Laufenden.

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