Das hinter dem Begriff Blockchain viel mehr als nur Kryptowährungen steckt, ist eine Tatsache, die mittlerweile auch in der breiten Bevölkerung angekommen ist. So gibt es neben den klassischen Blockchain Use-Cases für Digital Currencies und Payments, viele weitere andere Anwendungsgebiete – beispielsweise Blockchain im Supply Chain Management, Blockchain im Bereich Mobilität oder eben Blockchain in der öffentlichen Verwaltung.

Die Hauptstadt Südkoreas, Seoul, möchte nun ein auf einer Digitalwährung basierendes Belohnungssystem für die Teilnahme an öffentlichen Dienstleistungen einführen. Schauen wir uns, was genau dahinter steckt.

Südkorea plant eigene Digitalwährung und Blockchain in der öffentlichen Verwaltung

Laut einem Bericht eines koreanischen Blockchain-Mediums plant die Stadt Seoul die Einführung eines digital Belohnungssystems, welches auf einer eigenen digitalen Währung, dem S-Coin, aufbauen soll. Darüber hinaus strebt die Verwaltung der Stadt die Einführung einer Reihe von blockchainbasierten Diensten an, um so die Effizienz der Verwaltungsprozesse zu erhöhen.

Bevor wir uns den Blockchain Use-Cases widmen, die Seoul einführen möchte, werfen wir einen Blick auf die Funktionsweise und das Konzept hinter Südkoreas S-Coin.

S-Coin: Seouls digitale Währung soll Bevölkerung bei Inanspruchnahme öffentlicher Dienste belohnen

Seoul ist die absolute Nummer Eins in Südkorea – die Stadt ist nicht nur Hauptstadt, sondern auch die größte und wirtschaftlich wichtigste Stadt Südkoreas. Dort soll nun eine Art Punkte- respektive Belohnungssystem eingeführt werden, welches vollständig digital über den S-Coin abgebildet wird.

Bürger der südkoreanischen Hauptstadt können S-Coins „verdienen“, in dem sie öffentliche Dienste beanspruchen. Technisch soll das Ganze mittels ZeroPay abgewickelt werden. ZeroPay ist ein QR-Code basiertes Zahlungsnetzwerk, das selbst von der südkoreanischen Regierung stammt. Der Coin selbst soll dann verwendet werden können, um beispielsweise für Güter oder den öffentlichen Verkehr zu zahlen. Seouls Bürgermeister, Park Won-Soon, sieht noch weitere Möglichkeiten den Coin zu verwenden; er formuliert dies so:

It can be used as a payment method for city-funded welfare programs for public employees, young job seekers and citizens helping the environment by saving electricity, water and gas.

Blockchain Use-Cases: Öffentliche Verwaltung und digitales Identitätsmanagement

Und zusätzlich zum S-Coin sollen weitere Dienste der öffentlichen Verwaltung über die Blockchain abgewickelt werden, um somit nicht nur mehr Vertrauen in die öffentliche Verwaltung, sondern auch mehr Effizienz in diese zu bringen. Die Fülle an Einsatzmöglichkeiten und somit Blockchain Use-Cases ist hierbei ziemlich groß. Denn für die öffentliche Verwaltung gibt es einige interessante Gebiete, in denen Blockchain-Lösungen eine wichtige Rolle spielen können. Nach der Meinung von Park Won-Soon kann eine Blockchain sogar für alle Bereiche der öffentlichen Verwaltung eingesetzt werden. Wörtlich klingt das dann so:

Blockchain can be applied to all bureaucratic administrations in Seoul, such as the public transport system system operated by Seoul City and the provision of youth allowance.

So sollen Bürger der Stadt in Zukunft ohne Papier benutzen zu müssen, ihre Zeugnisse und Dokumente in eine Art „digitales Dokumentensystem“ hochladen können. Bewirbt sich ein Bürger dann bei einer Firma kann er diese gebündelte Sammlung an Dokumenten einfach an den Arbeitgeber weiterleiten. Hierbei wird schnell klar, dass das Thema Blockchain und digitale Identität sehr gut zueinander passen.

Seouls Bürgermeister will Südkoreas Führungsrolle auf dem Feld der IT ausbauen

Park Won-Soon bekräftigt den Fokus „seiner“ Stadt bei der Entwicklung und Implementierung von Blockchain Use-Cases. So sagte er wörtlich:

As Seoul is the world’s leading city in the field of information and communications, including the Fourth Industrial Revolution, I think we should study new technologies such as blockchains.

Das ein solcher Prozess nicht von heute auf morgen umgesetzt werden kann, ist klar. Und dementsprechend liegt der erste Schritt für die Umsetzung einer solchen Lösung immer in der Schaffung klarer Richtlinien und konformer Gesetze. Auch muss die notwendige Infrastruktur geschaffen werden und das System auf Akzeptanz bei der Bevölkerung stoßen. Dazu gehört natürlich Bildung respektive Wissen über die zugrunde liegende Technologie und die Vorteile, die die Nutzung bietet. Auch eine gewisse Affinität der Bevölkerung muss vorhanden sein; dies geht jedoch meist mit dem Wissen und der daraus resultierenden Neugier einher. Bis die öffentliche Verwaltung Südkoreas also vollständig auf Basis der Blockchain läuft und die Bürger Seouls mit dem S-Coin zahlen, wird wohl noch ein wenig Zeit vergehen. Aber wie wir wissen, sind die Südkoreaner in solchen Dingen meistens schneller an die Deutschen – bis zur Eröffnung des Berliner Flughafens könnte es also bereits so weit sein.

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[Bildquelle: Shutterstock, Longhash.com, Chainanalysis.com]

 

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Daniel ist 24, hat einen Bachelor of Science als Wirtschaftsingenieur und ist als Content Creator bei Cryptomonday tätig. Seit 2014 ist er aktiv im Krypto-Sektor unterwegs. Das es dazu kam, hat er einer Vorlesung zu verdanken, in der über das disruptive Potenzial der Blockchain unterrichtet wurde. Seine Interessen umfassen die Technik und das breite Anwendungsgebiet der Technologie – nicht nur für die Wirtschaft, sondern auch für die Gesellschaft. Um den Zugang zu diesen komplexen Themen zu erleichtern, hat er selbst ein kleines Startup gegründet. Er beschäftigt sich mit der Verbreitung von BTC-Automaten in Deutschland und wirkte maßgeblich an Videos und Büchern mit.