Spätestens seit der letzten Rede des chinesischen Präsidenten Xi Jinping sollte jedem klar sein, dass das Land der Mitte keine Mühen und Kosten scheut, die führende Nation im Bereich der Blockchain Technologie – und nun auch Bitcoin? –  zu werden. Während bei uns gestern fröhlich der Beginn der „fünften Jahreszeit“ gefeiert wurde, gab es aus China selbst doppelten Grund zur Freude. Los geht’s!

So veröffentlichte zum einen das international tätige Marktforschungsunternehmen IDC einen Bericht, aus dem hervorgeht, dass China bis 2023 satte 2 Milliarden US-Dollar in die Entwicklung und Förderung der Blockchain stecken möchte. Auf der anderen Seite – und das ist die wohl (noch) bullishere Nachricht – schmückte Bitcoin die Titelseite der größten chinesischen Zeitung, Xinhua.

Bitcoin und Blockchain Boom in China – Der große Wurf

Wenn der chinesische Präsident in der Öffentlichkeit (oder zumindest medienwirksam) über ein Thema spricht, dann geschieht dies nicht aus reinem Zufall. Vielmehr ist es eine klare Botschaft, die die chinesische Zentralregierung damit verschickt. Es ist die Botschaft, dass das Thema von solcher Relevanz ist, dass der höchste Amtsträger selbst sich um die Thematik kümmert.

Ein solches Ereignis geschah nun eben vor wenigen Wochen als Xi Jinping im Rahmen einer Arbeitssitzung der Kommunistischen Partei Chinas verkündete, dass er Blockchain als zentrales Thema für die kommenden Jahre und die technische Entwicklung der Volksrepublik sehe. Zu diesem Zeitpunkt war von Bitcoin und Co. jedoch noch keine Rede.

Nun veröffentlichte das Marktforschungs- und Beratungsunternehmen IDC jedoch einen Bericht aus dem hervorgeht, dass China den Worten Taten folgen lässt. Konkret sollen in den nächsten vier Jahren die Ausgaben für Blockchain auf mehr als 2 Milliarden Dollar steigen.

China lässt Deutschland bei den Investitionen alt aussehen

Um ein Gefühl zu bekommen, wie viel Geld hier tatsächlich investiert wird, werfen wir einen Blick auf den Einzelplan des Bundesministerium für Bildung und Forschung. Diesem stehen im gesamten Jahr 2019 genau 18.269.753.000 Euro zur Verfügung. Kurzum: ca. 18 Milliarden Euro.

Ausgaben Bundesministerium für Bildung und Forschung

Von diesen 18 Milliarden Euro fließen wiederum 6,8 Mrd. Euro in die ‚Wettbewerbsfähigkeit des Wissenschafts- und Innovationssystems“ sowie fast die gleiche Summe in die ‚Forschung für Innovation und Hightech-Strategie‘. Zur ersten Kategorie gehören insbesondere Investitionen in den Hochschulpakt 2020, die Deutsche-Forschungsgesellschaft (DFG), die Exzellenzstrategie usw. Das heißt also, dass dieses Geld schon mal nicht in technische Innovationen fließt.

Betrachten wir nun also die zweite Kategorie – Investitionen in die ‚Forschung für Innovation und Hightech-Strategie‘.

Ausgaben BuMi für Forschung

Man traut es sich kaum diese Zahlen auszusprechen und genauer anzuschauen. Selbst wenn wir es gut meinen und das Thema Blockchain vielen verschiedenen Bereichen zuordnen (Informationssysteme, Innovationsförderung, Kommunikationssysteme, Forschung für Produktion) kommen wir auf – wohlwollend gerechnet – ca. 500 Millionen Euro.

Ausgaben BuMi konkret

 

Während China sich nun vor allem darauf konzentriert, Blockchain von der aktuellen Verbreitung im Bankensektor auf andere Branchen wie beispielsweise logistischen Dienstleistungen auszuweiten, kämpft Deutschland noch mit weit grundlegenderen Problemen. So weit, so gut. Wer sich einen tieferen Einblick über den Bundeshaushalt und dessen Budgetallokation machen möchte, kann dies unter folgender Seite tun: Bundeshaushalt 2019 – Einzelplan

Kommen wir nun zum Thema Bitcoin in China.


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Bitcoin als Titelseite der chinesischen Tageszeitung

Auch hier können wir einen deutlichen Kontrast im Umgang mit Digitalwährungen konstatieren: Während in Deutschland Bitcoin immer noch als Gefahr gesehen und oft im Zusammenhang mit illegalen Aktivitäten und dem Darknet genannt wird, schaffte es BTC nun auf die Titelseite der größten chinesischen Tageszeitung Xinhua. Xinhua ist nicht nur irgendeine Zeitung, sondern viel mehr die Zeitung des chinesischen Staates. Man kann also sagen, dass alles, was in dieser Zeitung gedruckt wird von der Zentralregierung in Peking abgesegnet wird.

Nun, worum ging es bei dem Artikel? Wurde Bitcoin auch im Zusammenhang mit illegalen Aktivitäten genannt? Werfen wir hierzu einen Blick auf den Tweet von Matthew Graham, der in China lebt und als CEO für Sino Global Capital arbeitet. Kurzum: ein Mann mit China-Kenntnissen und gewaltigem Know-How im Finanzbereich.

Bitcoin: The First Successful Application of Blockchain Technology

Bereits die Überschrift spricht Bände. Anstatt sich für eine Überschrift á la „Illegaler Drogenkrieg gesprengt – Bitcoin war Zahlungsmittel der Wahl“ zu entscheiden, widmet Xinhua die Titelseite ihres Magazins voll und ganz der Erfolgsstory Bitcoin.

Und so zeigt der Bericht (die englische Übersetzung ist im Tweet von Graham zu sehen) wie erfrischend objektiv und neutral die chinesische Zeitung das Thema Bitcoin angeht. Anstatt mit Vorurteilen um sich zu werfen, wird eine Erklärung über die Funktionsweise und Entstehung von Bitcoin gegeben. So erklärt die Zeitung die Funktionsweise und das Prinzip von Mining. Auch weitere Charakteristiken von BTC werden genannt.

Dennoch – und das muss man an dieser Stelle klar sagen – steht in der Tageszeitung geschrieben, dass der häufigste Use Case von Bitcoin in der Verwendung als Zahlungsmittel für illegale Aktivitäten und Geschäften im Darknet bestehe. Außerdem wird auf den hohen Energieverbrauch und die hohe Volatilität Bitcoins eingegangen. Kurzum: sowohl positive, als auch negative Aspekte Bitcoins werden genannt.

Wie können wir dies nun interpretieren? Nun ja. Ich denke, dass der Titel und die Tatsache, dass die größte chinesische Zeitung über Bitcoin berichten, bereits Bände spricht. China öffnet sich immer mehr für Digitalwährungen und ebnet mit diesem Artikel wohl auf der mittlerweile breiten chinesischen Mittelschicht den (informativen) Zugang zu Kryptowährungen. Mit diesem Artikel wird das Bewusstsein von Millionen von Chinesen gegenüber Bitcoin geschärft. Kurzum: ein bullisher Artikel sieht anders aus, Bad News allerdings auch.

Bullishe News aus dem Reich der Mitte. Wie denkst du über die aktuellen Berichte aus China – steht uns der Bitcoin und Blockchain Boom bevor?

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[Bildquelle: Shutterstock]
QUELLEIDC.com
Daniel Wenz
Autor
Daniel ist 24, hat einen Bachelor of Science als Wirtschaftsingenieur und ist als Content Creator bei Cryptomonday tätig. Seit 2014 ist er aktiv im Krypto-Sektor unterwegs. Dass es dazu kam, hat er einer Vorlesung zu verdanken, in der über das disruptive Potenzial der Blockchain unterrichtet wurde. Seine Interessen umfassen die Technik und das breite Anwendungsgebiet der Technologie – nicht nur für die Wirtschaft, sondern auch für die Gesellschaft. Um den Zugang zu diesen komplexen Themen zu erleichtern, hat er selbst ein kleines Startup gegründet. Er beschäftigt sich mit der Verbreitung von BTC-Automaten in Deutschland und wirkte maßgeblich an Videos und Büchern mit.