Die Einführung eines neuen „zensierten“ Bitcoin Mining-Pools hat bei einigen Bitcoinern Besorgnis hervorgerufen. Sie glauben, dass er ein Vorbote zukünftiger Entwicklungen sein könnte.

Droht Bitcoin schon bald die Zensur durch Aufsichtsbehörden? Und warum sollte es überhaupt schlecht sein, sogenannte „bad actors“ vom Netzwerk auszuschließen?

In diesem Artikel werden wir die neuesten Entwicklungen in der Bitcoin Mining Szene näher beleuchten und uns auf die Suche nach Antworten auf die obigen Fragen begeben.


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Erster BTC Mining Pool testet Zensur auf Bitcoin

Die Blockchain-Analyseplattform BlockSeer hat die private Betaversion eines neuen Bitcoin Mining-Pools (Blockseer Mining Pool) eingeführt, der Transaktionen von auf der schwarzen Liste stehenden BTC Wallets zensiert.

Der Pool wird die Kennzeichnungsdaten von BlockSeer und Walletscore neben anderen verifizierten Quellen, wie z.B. der schwarzen Liste des United States Office of Foreign Assets Control (OFAC) für Crypto verwenden, um BTC-Transaktionen zu identifizieren, die er nicht verarbeiten möchte. Der Pool verlangt auch, dass alle Miner Know-Your-Customer (KYC)-Protokolle durchlaufen. Der COO der DMG, Sheldon Bennett, erklärte:

Der Pool konzentriert sich darauf, keine Transaktionen aus bekannten schändlichen Wallets zu erhalten, die dieses Medium auf eine Art und Weise nutzen, die den Ruf von Kryptowährungen, insbesondere Bitcoin, im Mainstream weiterhin beschmutzt und eine weit verbreitete Einführung behindert.

Warum solche Entwicklungen eine ’schlüpfrigen Entwicklung‘ sind

Der ehemalige Hauptentwickler von Monero, Riccardo Spagni (@fluffypony), merkte auf Twitter an, dass dies der Beginn einer schlüpfrigen Entwicklung sein könnte. Er spekulierte, dass sich die Transaktionszensur von Bitcoin-Mining-Pools aufgrund des Drucks der Regulierungsbehörden ausbreiten könnte. Er gab zu bedenken, dass dies Anlass zur Sorge gebe. Regulierungsbehörden, die sich das ansehen und es für eine gute Idee halten ‚für extreme Fälle wie die OFAC-Cryptoliste‘ solche Maßnahmen zu erwirken, könnten eine Zensur auf Bitcoin durchsetzbar machen.

Spagni schlug anstelle dessen vor,  dass mehr Datenschutz bei Bitcoin dies verhindern würde und fügte hinzu:

Dinge wie p2pool & Stratum v2 machen es praktisch nicht durchsetzbar und ich verlasse mich lieber darauf als auf eine Hoffnung & ein Gebet.

P2pool ist ein dezentralisierter Bitcoin-Mining-Pool, der 2011 gegründet wurde. Der Stratum V2-Entwurf von Braiins ist eine vollständige Überarbeitung, die BetterHash implementiert. BetterHash ist ein sekundäres Protokoll, das es den Bestandteilen des Mining-Pools ermöglicht, über die Zusammensetzung des Blocks zu entscheiden, den sie abbauen werden, anstatt dass Pools die Kontrolle darüber haben, welche Transaktionen in jeden Block aufgenommen werden. Dies sollte eine Pool-Zensur unmöglich machen. Laut Braiins Mitbegründer Jan Capek muss der Entwurf noch formell geprüft werden. Allerdings wird er von Square Crypto Zuschüsse für die weitere Entwicklung erhalten.

Der Gründer der Website Wallet Scrutiny, Leo Wandersleb, kommentierte, dass diese „schlüpfrige Entwicklung“ der Zensur zu einer Softfork führen wird, wo Pools, die diesem Ansatz folgen, es ablehnen werden, „auf Blöcken zu bauen, die ihre Filter nicht benutzen“.

Droht Bitcoin bald eine flächendeckende Zensur?

Im August 2019 prophezeite Bitcoiner Eric Voskuil bereits, dass staatliche Pools mit Verlust Minen werden, um zu zensieren, während Schwarzmarkt-Pools Schwarzmarktgebühren erheben werden.

Auch wenn hier die Meinungen auseinander gehen, ob eine solche Zensur von Transaktionen durchsetzbar ist, ohne dass die Mehrheit der Bitcoin Miner sie unterstützt, zeigen sich einige Leute von diesen Entwicklungen beunruhigt.

Ari Paul, CIO von BlockTower, merkte allerdings an, dass selbst dann, wenn nur ein Bitcoin Miner sich nicht an die Auflagen halte, bestünde die Möglichkeit, Transaktionen von der schwarze Listen totzdem hinzuzufügen. Er fügte aber hinzu:

Es gibt allerdings ein Problem – die 99% (oder 51%) könnten sich dafür entscheiden, jeden Block mit einer Adresse auf der schwarzen Liste zu verwaisen, aber das erfordert Absprachen.

Erik Voorhees glaubt hingegen, dass die Zeit kommen wird, in der die Zensur von Transaktionen eine ernsthafte Bedrohung für Bitcoin darstellt:

Dies ist kein unmittelbar bevorstehendes Problem, aber es wird kommen. Jetzt ist es an der Zeit, sich darauf vorzubereiten.

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