Bitcoin befindet sich aktuell in einer spannenden Phase. Nachdem die ersten Monate des Jahres im Zeichen von COVID-19 standen, beginnt gesellschaftlich und auch an den Finanzmärkten die langsame Erholung. In den vergangenen Tagen durfte sich Bitcoin über zwei äußerst konträre Impulse aus der Finanzwelt freuen – Die Rede ist von Goldman Sachs und JP Morgan.

Dabei äußerten sich beide Großbanken zu Bitcoin und dessen Eigenschaften. Während JP Morgan den Bitcoin Kurs als unterbewertet betrachtet und einen aktuell fairen Kurs von 11.593 US-Dollar sieht, positionierte sich deren Konkurrent Goldman Sachs konträr hierzu. In Rahmen eines privaten Investorencalls von Goldman Sachs wurde BTC mit gängigen Assets (Anleihen und anderen Aktien) verglichen. Dabei war einer der genannten Nachteile die „Unfähigkeit“ Bitcoins einen Cashflow zu generieren. Anders formuliert: BTC wirft im Gegensatz zu Anleihen keine Rendite ab und im Gegensatz zu Aktien werden auch keine Dividenden ausgezahlt.

Wenngleich die Aussage formal korrekt ist, fehlt hierbei das Grundverständnis, dass Bitcoin keine Security (Aktie) ist und somit auch nicht mit dieser Anlageklasse verglichen werden sollte. Erstaunlicherweise bedient Goldman Sachs nach wie vor das Narrativ des „illegalen Geldes, welches für kriminelle Zwecke“ verwendet wird. Natürlich darf in einer solchen von Kompetenz überhäuften Präsentation auch nicht der obligatorische Vergleich mit der Tulpenblase fehlen.

Last, but not least der Reminder, dass Goldman Sachs ihren Kunden 2019 bei einem Kursniveau von 10.000 – 13.000 USD urplötzlich den Kauf von Bitcoin empfohl. Damit wäre wohl alles gesagt.

Bitcoin Kurs von 14.000 USD - Goldman Sachs

Bitcoin Kurs Korrelation mit dem S&P 500

Kommen wir nun zum eigentlichen Inhalt des Artikels. Wir befinden uns in der KW und es ist wieder Zeit für einen ausführlichen Bitcoin und Altcoin Report. Gemeinsam mit den Steuer-Experten von Accointing wollen wir euch die wichtigsten Daten, Insights und On-Chain-Analysen liefern.

Dazu beginnen wir in gewohnter Manier mit der Korrelation des Bitcoin Kurs mit dem amerikanischen Aktienindex S&P500.

Bitcoin Korrelation S&P500

Wie wir im oben stehenden 1 Jahreschart sehen können, hat die Korrelation der beiden Assets kurzfristig abgenommen. Dennoch ist die Korrelation nach wie vor vorhanden. Gerade im Vergleich zum letzten Jahr sehen wir seit dem Februar diesen Jahres eine massive Zunahme. Seit dem jährlichen Tiefpunkt konnte Bitcoin seinen Kurswert fast verdoppeln. Der S&P500 stieg wieder um 35 Prozent. Beide Assets konnten also einen positiven Zuwachs verzeichnen.

Die Frage aus diesen Kursanstiegen lautet wohl, ob wir jetzt einen Moment erleben, indem viele Anleger die kurzfristigen Gewinne mitnehmen und daher vor einem erneuten Drop stehen? – Mögliche Antworten hierzu findest du beispielsweise in unserer aktuellen Kursanalyse.


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Bitcoin Dominanz: Bedeutung der Altcoins steigt

In diesem Abschnitt wollen wir den Blick auf die Bitcoin Dominanz richten. Unser letzter Report ist nun zwei Wochen alt und erschien am 14.05.2020. Der vergangene Bericht war also noch im Zeichen des Bitcoin Halvings. Dabei konnte BTC im Preis zulegen und viele Altcoins outperformen. Als Konsequenz dessen stieg auch seine Dominanz. Wir stellten dabei bereits die Vermutung auf, dass der Anstieg der Dominanz nur von kurzfristiger Natur ist und wir zeitnah eine Umschichtung in die Altcoins erleben werden.

Werfen wir einen Blick auf den Chart, um zu sehen, ob dieses Szenario eingetroffen ist:

Bitcoin Dominanz

Wir können festhalten, dass die Dominanz in den letzten 2 Wochen um rund 1 Prozent gesunken ist. Dies ist kein massiver Rückgang zeigt jedoch eine Konsolidierung im Bitcoinpreis. Wenn die Konsolidierung des Kurses bzw. eine Seitwärtsbewegung länger anhält, ist es wahrscheinlich, dass Gelder in Richtung der Altcoins fließen, da dort kurzfristig höhere Renditen warten.

Insofern Bitcoin keinen Breakout schafft (bspw. über die 10.000 USD Marke) ist nicht mit einer Umkehr dieses Musters zu rechnen.

On-Chain-Daten: Welche neuen Erkenntnisse gibt es?

Im Folgenden wollen wir einen Blick auf neue On-Chain-Daten werfen. Hierfür schauen wir uns im Speziellen die Analysen von Glassnode an. Besonders interessant sind hierbei deren eigene Indikatoren.

Spent Output Profit Ratio (SOPR): Wer ist in der Gewinnzone?

Der SOPR-Indikator ist ein einfach zu verstehender Indikator. Er betrachtet wie viele Investoren aktuell in der Gewinn- bzw. Verlustzone sind. Liegt der Indikator über einem Wert von 1 sind mehr Investoren in der Profitzone als im Verlust. Bei einem Wert von 1 ist die Mehrheit daher bei einem Break-Even-Point.

Bitcoin SOPR Glassnode

Wir sehen hierbei ganz deutlich, dass der Wert wieder in Richtung des Niveaus von 1.0 steigt. Dies lässt sich dadurch erklären, dass viele Investoren ihre Gewinne mitnehmen wollen. Die Frage bei dem Wert von 1.0 ist, ob Investoren bereit sind bei einem Verlust zu verkaufen und damit den Indikator weiter nach unten drücken oder ob sie ihre Coins halten und damit hodln.

In der Vergangenheit hat sich die Bewegung in Richtung der Marke von 1.0 meist als relevant erwiesen, da darauffolgend entweder eine massive Auf- oder Abwärtsbewegung folgte. Ein mögliches Szenario ist ein weiteres Absinken des Indikators (=Bitcoin Kurs sinkt) in Richtung der 1.0. Von dieser Marke aus findest ein erneuter Anstieg statt. Realistischerweise müssen wir hier allerdings abwarten, da sich keine genauen Prognosen treffen lassen.

BTC Netflow: Wie verhalten sich die Investoren?

Wie auch bei unserem letzten Report wollen wir einen Blick auf den Exchange Net Flow werfen. Kurzum schauen wir, ob mehr Bitcoin in Richtung der Exchanges fließen oder ob mehr BTC von den Börsen abgezogen werden. Bei dem Bitcoin Exchange Net Flow Indikator handelt es sich demnach um einen sehr guten Indikator, um das verfügbare Angebot sowie die Liquidität einzuschätzen.

BTC Exchange Net Flow Glassnode

Wir sehen, dass der Indikator nach wie vor negativ ist. Damit ziehen mehr Leute ihre Bitcoin von Exchanges ab im Vergleich zu der Menge, die hinterlegt (engl. deposit) wird. Wenngleich wir uns in Richtung eines Gleichgewichts bewegen, sehen wir aktuell eine leichte Tendenz der Angebotsreduktion.

Ethereum und der Exchange Net Flow

Auch beim zweitgrößten Altcoin, Ethereum, wollen wir auf den Indikator blicken. Hier sehen wir ein deutlich stärkeres Bild in Richtung der withdrawals (dt. Abhebungen). Damit können wir also sagen, dass bedeutsam mehr ETH von Exchanges abgezogen werden als sie auf diese fließen.

Ethereum Exchange Net Flow

Auf der anderen Seite muss betont werden, dass wir keine Rückschlüsse über deren Verwendung ziehen können. Wir können also explizit nicht sagen, ob die ETH auf eine Wallet, eine dezentrale Exchange oder dApps fließen.


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Bitcoin und der Fear and Greed Index

Bevor wir nun zum abschließenden Fazit kommen, werfen wir noch einen Blick auf den Fear and Greed Index. In dieser Woche lässt sich hierzu jedoch wenig sagen. Die Erkenntnis (der unbefriedigenden Art) lautet wohl, dass wir wissen, nichts zu wissen. Wir befinden uns aktuell in einer unklaren Situation, als dass wir nicht sagen können, welche Bewegung als nächste kommt.

Fear and Greed Index

Mit einem Wert von 41 liegt der F&G Index zwar noch in dem Bereich der Angst, zeigt aber dennoch, dass auch die Investoren zwiegespalten sind. Kommen wir nun zum Fazit des Berichts.

Fazit zur Kalenderwoche

Bitcoin ist – zumindest im Finanzbereich – in aller Munde. Die größten Banken der Welt (Goldman Sachs und JP Morgan) kommen nicht darum herum, über Bitcoin zu berichten. Während die einen BTC als Chance sehen und auch für sich nutzen wollen, sehen die anderen in Bitcoin kein vernünftiges Asset. Goldman Sachs hat mit der aktuellen Präsentation jedoch gezeigt, wie schnell eine Kehrtwende der eigenen Meinung vollzogen werden kann. Ferner zeigten sie Unkenntnis über die Eigenschaften von Bitcoin und bedienten sich teilweise durchaus befremdlichen Argumenten (Stichwort: illegale Aktivitäten).

Zum Bitcoin Kurs können wir sagen, dass er aktuell in einer Phase der Konsolidierung ist. Im Falle eines deutlichen Anstieges würde wohl auch die Dominanz mitziehen und Gelder von den Altcoins abgezogen werden. Aktuell ist es wohl aber wahrscheinlicher, dass der leicht negative Downtrend bestehen bleibt. Die On-Chain-Daten zeigen uns, dass etwas mehr Bitcoin von Exchanges abgezogen werden und das verfügbare Angebot somit sinkt. Parallel dazu zeigt auch der aktuelle Grayscale Bericht, dass das Angebot an verfügbaren BTC durch Mining nicht ausreicht, um deren hohe Nachfrage zu stillen.

In diesem Sinne wünschen wir allen schöne Pfingsten und erholsame Feiertage.


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[Bildquelle: Shutterstock, Glassnode, skew.com, alternative.me, blockwaresolutions.com]
Daniel Wenz
Autor
Daniel ist 24, hat einen Bachelor of Science als Wirtschaftsingenieur und ist als Content Creator bei Cryptomonday tätig. Seit 2014 ist er aktiv im Krypto-Sektor unterwegs. Dass es dazu kam, hat er einer Vorlesung zu verdanken, in der über das disruptive Potenzial der Blockchain unterrichtet wurde. Seine Interessen umfassen die Technik und das breite Anwendungsgebiet der Technologie – nicht nur für die Wirtschaft, sondern auch für die Gesellschaft. Um den Zugang zu diesen komplexen Themen zu erleichtern, hat er selbst ein kleines Startup gegründet. Er beschäftigt sich mit der Verbreitung von BTC-Automaten in Deutschland und wirkte maßgeblich an Videos und Büchern mit.