Fungibilität war schon immer ein wichtiges Thema von Bitcoin. Die Debatten diesbezüglich sind endlos. Viele Beobachter und „Experten“ in der Kryptowährungsbranche sind außerdem der Meinung, dass Bitcoin nur dann als Zahlungsmittel verwendet werden kann, wenn es vollkommen fungibel wird. So äußerte sich auch bereits Litecoin-Gründer Charlie Lee dazu und sagte, dass Fungibilität die einzige Eigenschaft sei, die Bitcoin zu „gutem“ Geld fehle.

Aber was genau steckt hinter dem Begriff Fungibilität? Der heutige Artikel definiert den Begriff Fungibilität; untersucht, ob Bitcoin fungibel ist und betrachtet die Relevanz und Auswirkungen von Fungibilität.


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Bitcoin (BTC) Fungibilität: True or false?

Laut Wikipedia wird Fungibilität wie folgt definiert:

Fungibilität (lat. fungibilis „vertretbar“; auch: Vertretbarkeit) ist die Eigenschaft von Gütern nach Maßeinheit, Zahl oder Gewicht bestimmbar und deshalb innerhalb derselben Gattung durch andere Stücke gleicher Art, Menge und Güte austauschbar zu sein.

Wenn wir diese Definition nun zu Rate ziehen und die einzelnen Anforderungen an Fungibilität mit Bitcoin vergleichen, entsteht folgendes Bild. Beginnen wir mit dem ersten Teilsatz:

„Fungibilität (lat. fungibilis „vertretbar“; auch: Vertretbarkeit) ist die Eigenschaft von Gütern nach Maßeinheit, Zahl oder Gewicht bestimmbar […] zu sein.“ Trifft dies auf Bitcoin zu?

Die Antwort lautet: Ja, tut es. Bitcoin hat die Eigenschaft nach Maßeinheit (nämlich Satoshi) bestimmbar zu sein. Betrachten wir nun den zweiten Teilsatz:

„bestimmbar und deshalb innerhalb derselben Gattung durch andere Stücke gleicher Art, Menge und Güte austauschbar zu sein.“ Trifft dies auf Bitcoin zu?

Die Antwort hierauf ist nicht so einfach. Denn: Bitcoin ist innerhalb derselben Gattung (nämlich der Gattung der Bitcoins) durch andere Stücke gleicher Art (nämlich auch einen Bitcoin) austauschbar. Außerdem ist er durch anderer Stücke gleicher Menge austauschbar. Diese lässt sich schließlich in Satoshi bemessen. Bleibt also noch die Frage, ob Bitcoin gegen andere Stücke der gleichen Güte austauschbar ist?

Und genau an diesem Punkt setzt die Diskussion um Fungibilität an. Diese Frage führte zu den endlosen Diskussionen. Denn ist ein Bitcoin, der in seiner „Transaktionshistorie“ bereits für illegale Zwecke ausgegeben (siehe hinterlegter Link) wurde, noch von der selben Güte wie ein „sauberer“ Bitcoin? Höchstwahrscheinlich nicht und genau ab diesem Punkt verschwindet die Fungibilität Bitcoins.

Gibt es Bitcoin (BTC) unterschiedlicher ‚Güte‘?

In einem aktuellen Interview sagte nun ShapeShift CEO Erik Voorhees, dass Fungibilität nicht alles sei, als er gefragt wurde, ob es ein kritischer Aspekt für Bitcoin ist, wenn es darum gehe, Fiat-Währungen zu ersetzen. In einer kürzlich erschienenen Ausgabe des Monero Talk vor dem Hintergrund des MONERKON 2019 sagte Voorhees Folgendes:

.. so Bitcoins, even though you can track them, and a Bitcoin from one place may be more skeptically viewed than a Bitcoin from another not perfectly fungible but it’s largely functional or largely fungible.

Voorhees sieht den eben angesprochenen Fall eines „illegal“ verwendeten Bitcoins als weniger problematisch an. Seiner Meinung nach zerstöre dies die Fungibilität nicht, auch wenn dieser eine Bitcoin möglicherweise „etwas skeptischer“ betrachtet werden könnte.

Bitcoin (BTC) Fungibilität durch Confidential Transactions?

Ja, es wurde viel geschrieben und erforscht, wie die Fungibilität eines bzw. des Bitcoin-Netzwerks verbessert werden kann. So gab es bereits Vorschläge zur Verbesserung der Privatsphäre durch Maßnahmen wie Taproot, Schnorr, Dandelion, etc.

Eine Idee, die bereits öfter – unter anderem auch von Charlie Lee – vorgeschlagen wurde, ist das Konzept der „Confidential Transations“ einzuführen. Diese entstammen einer Idee von Adam Back, der das Experimente durchführte, in dem Transaktionsbeträge vor außenstehenden Drittparteien verborgen wurden und lediglich Sender und Empfänger offenbart. Auch wenn das Konzept charmant klingt, ist dies nicht im Bitcoin-Netzwerk umzusetzen. Nach Voorhees liegt der Grund hierfür in Bitcoins „starrem“ Protokoll, was sowohl gut als auch schlecht sei.

It’s good that Bitcoin has been relatively traceable because it’s actually allowed governments to be more comfortable with it, if Bitcoin had been perfectly anonymous from the start I think crypto would have been would have had a much harder time being tolerated by the government”


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Pseudonymität als Vorteil bei Regierungen und Staaten

Diese Aussage von Voorhees ist insofern interessant, als dass er die Pseudonymität Bitcoins in gewisser Weise begrüßt, denn seiner Ansicht nach trage diese auch dazu bei, dass Regierungen Bitcoin toleranter gegenüberstehen. Vollständige Anonymität oder Confidential Transactions (wie beispielsweise bei Monero) wären Regierungen und Staaten wohl eher ein Dorn im Auge. An dieser Stelle sei noch auf unseren Wissensartikel Bitcoin (BTC) und Monero (XMR) im Vergleich: Pseudo- vs. Anonymität hingewiesen, der diese Frage etwas detaillierter betrachtet.

Was denkst du über die Relevanz von Fungibilität? Wäre es deiner Meinung nach wichtig, Bitcoin vollständig zu anonymisieren? Diskutiere mit uns in unserem Telegram Chat und abonniere unseren News Kanal.

[Bild: Shutterstock]
QUELLEambcrypto
Daniel Wenz
Autor
Daniel ist 24, hat einen Bachelor of Science als Wirtschaftsingenieur und ist als Content Creator bei Cryptomonday tätig. Seit 2014 ist er aktiv im Krypto-Sektor unterwegs. Dass es dazu kam, hat er einer Vorlesung zu verdanken, in der über das disruptive Potenzial der Blockchain unterrichtet wurde. Seine Interessen umfassen die Technik und das breite Anwendungsgebiet der Technologie – nicht nur für die Wirtschaft, sondern auch für die Gesellschaft. Um den Zugang zu diesen komplexen Themen zu erleichtern, hat er selbst ein kleines Startup gegründet. Er beschäftigt sich mit der Verbreitung von BTC-Automaten in Deutschland und wirkte maßgeblich an Videos und Büchern mit.