Wie wichtig ist dir deine Privatsphäre? Denn der heutige Artikel beschäftigt sich mit dem Thema Pseudonymität vs. Anonymität. Dies machen wir am Beispiel des wohl bekanntesten Privacy Coins Monero (XMR) fest. Wir werden uns anschauen, welche Eigenschaften XMR besitzt, weshalb er als anonym bezeichnet werden kann und worin die Unterschiede zu Bitcoin liegen.

Bevor wir uns den damit verbundenen Fragen widmen, im folgenden das Introduction-Video von Monero selbst. Darin werden die Kerneigenschaften und Charakteristika von Monero genannt:

Was ist ein Privacy Coin?

Aus dem Englischen übersetzt, heißt Privacy Coin nichts anderes als ‚privater Coin‘. Wohlklingender formuliert können wir sagen: Ein Privacy Coin ist ein Coin, der die volle Privatsphäre des Nutzers ‚respektiert‘. Auch diese Definition ist aus wissenschaftlicher Perspektive schwammig, denn was heißt eigentlich ‚die Privatsphäre des Nutzers respektiert‘? Respektiert Bitcoin etwa nicht die Privatsphäre des Nutzers?

Um das Ganze also greifbarer zu machen, definieren wir folgende zwei Kriterien an einem Privacy Coin:

  1. Die Anzahl an Coins, die du besitzt, kaufst oder verkaufst, sind weder einseh- noch verfolgbar.
  2. die Transaktionshistorie kann keinen Aufschluss über deine Coins geben.

Ist Bitcoin ein anonymer Coin?

Vorweg: Nein, ist er nicht. Ein oft verbreiteter Glaube ist der Gedanke, dass man mit Bitcoin anonym unterwegs sei. Dem ist nicht so – mit Bitcoin ist man ‚lediglich‘ pseudonym unterwegs.

Aber was heißt das in einfachen Worten erklärt?
Jeder Besitzer einer Bitcoinwallet hat eine Walletadresse (nämlich den Hashwert des Public Keys). Je nach Art der Wallet kann die Adresse jedes mal neu generiert werden oder fest sein. Möchte Alice nun BTC an Bob versenden, benötigt Alice die Adresse von Bobs Bitcoin Wallet. Ein Beispiel für eine solche Adresse, könnte folgender Hash sein:

1E85RkeLw8Q6WYzBQZXRQVkyyMNUtF3VAr

Die nun durchgeführte Transaktion wird auf der Blockchain getracked und kann von jedem, der entweder die Adresse der Transaktion des Senders oder des Empfängers hat, eingesehen werden. In dem gerade genannten Beispiel kann man durch einen Klick auf die Adresse, die Wallet Balance des Nutzers einsehen. Zusätzlich ist der Betrag der Transaktion bekannt, die er erhalten hat. Die Transaktion selbst kann über diese Adresse eingesehen werden.

Bitcoin ist pseudonym – Empfänger, Sender und Transaktionen können nachverfolgt werden

Damit kann also jede Transaktion (bis zum Ursprung der Kette) nachverfolgt werden. Somit verletzt Bitcoin die gerade aufgestellten Kriterien für einen Privacy Coin. Denn die Anzahl an Coins, die gekauft /verkauft wurden, kann nachvollzogen werden. Die Anzahl an Coins, die der Empfänger/Sender nun besitzt, kann auch nachvollzogen werden. Außerdem kann mit Hilfe der Transaktionsnummer der ‚Geldstrom‘ ebenso eingesehen werden.


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Stealth Adressen, Ring Signaturen und RCT als Basis von Monero

Monero hingegen bedient sich drei technischer respektive kryptographischer Werkzeuge: es nutzt sog. Stealth Adressen, Ring Signatures und Ring Confidential Transactions.

In einfachen Worten erklärt: Alice sendet einen Betrag an Empfänger Bob. Jedes Mal, wenn sie dies tut, wird eine einmalige, zufällige Wallet Adresse (Konzept der Stealth Adress) erstellt, die als Intermediär zwischen Alice und Bob fungiert. Einfacher formuliert: Alice benutzt zum Versenden von XMR jedes Mal eine Adresse, die nur für diese eine Transaktion verwendet wird. Dadurch kann für Außenstehende niemals offenkundig nachvollzogen werden, wie oft Alice einen Betrag an Bob geschickt hat und vor allem, dass Alice überhaupt Geld an Bob geschickt hat. Etwas laxer formuliert: Man ‚entkoppelt’ sich dadurch von der Blockchain in dem Sinne, dass der Fluss an Transaktionen nicht mehr über die Blockchain nachvollzogen werden kann.

Monero nutzt verschiedenen Arten von Private Keys

An dieser Stelle müssen wir über eine weitere Besonderheit von Monero (XMR) sprechen: ‚die heilige Dreifaltigkeit‘. Im Kontext von Monero heißt das nämlich, dass es drei Schlüssel pro Nutzer gibt. Einen private spend key, einen private view key und eine public address. Die Public Address wird benutzt, um Zahlungen zu empfangen. Der private spend key wird benutzt, um Zahlungen zu versenden. Die Monero-Wallet wird erstellt, indem der private spend key und private view key benutzt werden. Jetzt kommt die Besonderheit: verwendet man lediglich den private view key, wird ein Wallet erstellt, das von außen einsehbar ist. Das Teilen des view keys führt also dazu, dass ein Außenstehender das Wallet einsehen kann. Dies wird beispielsweise zu Auditing-Zwecken benutzt oder wenn Zahlungen transparent gemacht werden sollen. Damit ist Monero also optional semi-transparent.


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Ring Signaturen zur Verschleierung von Transaktionen

Des Weiteren werden ausgehende Transaktionen gebündelt und verschleiert, so dass auch keine Rückschlüsse über die versendeten Coins und deren Anzahl getroffen werden können. Dieses Konzept nennt sich Ring Signature. In der Kryptographie bezeichnen Ring Signaturen einen Typ von digitalen Signaturen (zur Erinnerung: Verschlüsselung, Hash-Funktionen und digitale Signaturen sind die Kernelement von Kryptographie). Zur Veranschaulichung: Es existiert eine Gruppe von n Mitgliedern, bei denen jedes Mitglied digitale Schlüssel (keys) besitzt. Eine Nachricht, die nun mit Hilfe einer Ring Signatur gezeichnet wurde, wurde durch ein einziges Mitglied der Gruppe (bzw. durch dessen Schlüssel) signiert. Eine Person unterzeichnet somit – stellvertretend für alle Mitglieder der Gruppe – die darin gebündelten Nachrichten. Hierbei ist es jedoch extrem schwierig (nahezu unmöglich) herauszufinden, welche Schlüssel welches Mitglieds benutzt worden sind. Dadurch wird es Außenstehenden also unmöglich gemacht, ausgehende Transaktionen einer Person zuzuordnen.

Ring Confidential Transactions als Erweiterung von Ring Signaturen

Seit Januar 2017 wurde das Konzept der Ring Signaturen überarbeitet und verbessert (u.a. ist die Höhe der Transaktion zusätzlich verschleiert) ; diese Erweiterung von Ring Signaturen wird nun als Ring Confidential Transactions bezeichnet. Wer sich für die technische Implementierung im Detail interessiert, dem sei das originale Whitepaper empfohlen.


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Zusammenfassend können wir sagen, dass Monero sich von den meisten anderen Kryptowährungen durch seine starke Anonymität abhebt. Neben der Anonymität, die ein Core Feature von XMR darstellt, gibt es noch weitere nennenswerte Eigenschaften: so basiert Monero auf dem CryptoNote-Protokoll, was im Kontrast steht zu vielen anderen Kryptowährungen, die wie etwa Litecoin oder Bitcoin Cash auf einem von Bitcoin abgespaltenen Code aufsetzen. Des Weiteren findet eine kontinuierliche Anpassung der Mining Difficulty statt (vgl. mit der kontinuierlichen Anpassung der Mining Difficulty bei BTC) sowie eine Anpassung der Blockgröße, was in Summe zu einer verbesserten Skalierbarkeit führt.

Wie wichtig ist dir deine Privatsphäre und was denkst du über einen Privacy Coin wie Monero (XMR)? Diskutiere mit uns darüber in unserem Telegram Chat und abonniere unseren News Kanal.

[Bild: Shutterstock]

Daniel Wenz avatar
Autor
Daniel ist 24, hat einen Bachelor of Science als Wirtschaftsingenieur und ist als Content Creator bei Cryptomonday tätig. Seit 2014 ist er aktiv im Krypto-Sektor unterwegs. Das es dazu kam, hat er einer Vorlesung zu verdanken, in der über das disruptive Potenzial der Blockchain unterrichtet wurde. Seine Interessen umfassen die Technik und das breite Anwendungsgebiet der Technologie – nicht nur für die Wirtschaft, sondern auch für die Gesellschaft. Um den Zugang zu diesen komplexen Themen zu erleichtern, hat er selbst ein kleines Startup gegründet. Er beschäftigt sich mit der Verbreitung von BTC-Automaten in Deutschland und wirkte maßgeblich an Videos und Büchern mit.