Zweifelsfrei hat Bitcoin in den letzten Wochen die höchste Aufmerksamkeit im Crypospace bekommen. Und so ist es nicht nur der Preis, der die Aufmerksamkeit auf ihn lenkte, sondern auch weitere Faktoren, wie das bevorstehende Halving, die starken Fundamentaldaten sowie die verhältnismäßig hohe Bitcoin Dominanz. Und so entsteht der (subjektive) Eindruck, dass das Interesse an den Altcoins nachgelassen hat.

Im heutigen Artikel möchten wir einmal aufzeigen, wie stark bzw. schwach viele Altcoins in den letzten Monaten performed haben. Seht dies als wertvollen Input, um auch zu verstehen, warum Bitcoin als Store of Value bezeichnet wird und viele Investoren ihre größte Position in BTC haben.

Bitcoin ist im Vergleich zu den Altcoins wertstabil

Auch wenn verglichen mit dem Jahresanfang die Gesamtstimmung am Markt bedeutsam besser ist, gibt es noch einige Investoren, die händeringend auf eine Wiederauferstehung ihrer Altcoins warten. So konnten sich einige zwar über den jüngsten Bitcoin Bullrun freuen; die große Partystimmung blieb auf Grund der unterirdischen Altcoin Performance jedoch aus. Folgende Aussage spricht wohl für sich:

Von den 169 Assets, die auf dem OnChainFX-Dashboard von Messari mit Daten gelistet sind, sind 114 immer noch 90% oder mehr von den Höchstständen aller Zeiten entfernt.

Dass ein Blick auf das eigene Portfolio unter diesen Umständen wenig Spaß macht, sollte klar sein. Doch woher kommt die plötzliche Kehrtwende? Denn im Jahr 2017 war es schließlich üblich, dass Altcoins viel schneller an Wert gewannen als etablierte Münzen wie Bitcoin. Nun zwei Jahre später, im Jahr 2019, scheint sich dieser Trend umgekehrt zu haben.

Die folgende Grafik zeigt, wie viele der 169 gelisteten Altcoins um wie viel Prozent von ihrem Allzeithoch entfernt sind. So sind 148 von 164 (=90%) Altcoins mehr als 80% unter ihrem ATH.

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Bitcoin hingegen wächst 2019 kräftig und insbesondere im Vergleich zu den Altcoins bedeutsam stärker, so dass auch die Marktdominanz erstmals seit über einem Jahr wieder über 60% liegt.

Eine weitere Möglichkeit, den starken Kontrast zwischen der aktuellen Position von Bitcoin und der anderen Altcoins zu betrachten, besteht darin, zu schauen, um wie viel Prozent ein Coin zulegen muss, damit er sein ATH erreicht. Wenn der Wert jeder Kryptowährung (!) morgen plötzlich um 1.000% steigen würde, würde Bitcoin bei 110.000 $ handeln. Das entspricht mehr als dem Fünffachen seines All-Time-Highs von 2017. Und nun ja, wie sieht es denn jetzt bei den Altcoins aus? Fast 70% der Währungen würden trotz eines 10-fachen Kurssprungs immer noch unter ihren Allzeithochs von 2017 und 2018 liegen.


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Schlechte Altcoin Performance ist das Resultat diverser Faktoren

Also stellen wir uns die Frage: Warum ist das so? Es gibt ein paar mögliche Erklärungen. Betrachten wir zunächst nur dieses Jahr. Die meisten der wichtigsten Ankündigungen für den Kryptomarkt im Jahr 2019 stammen von Unternehmen, die entweder auf Bitcoin aufbauen oder die Notwendigkeit dafür bestätigen. Fidelity wird Bitcoin demnächst für Kunden lagern, TD Ameritrade untersucht den Bitcoin-Handel, und Square hat es nun ermöglicht Bitcoin in das eigene System zu integrieren. Außerdem hat Bakkt heute offiziell seinen Start hingelegt.

Darüber hinaus scheint die Libra Ankündigung von Facebook dazu geführt zu haben, dass zusätzliches Kapital in die Welt der Kryptowährung fließt. Ein Großteil dieser Zuflüsse ist jedoch bei Bitcoin gelandet, was sich auch in dessen starker Dominanz ausdrückt. Ob Zufall oder nicht: seit der offiziellen Ankündigung vom 18. Juni ist Bitcoin um über 23% gestiegen; offensichtlich konnte Facebook mit Libra zumindest zeigen, dass der Blick auf Kryptowährungen einen Blick Wert ist.

Ein weiterer möglicher Grund für das fehlende Preis Wachstum der Altcoins könnte im Projekt bzw. Team selbst sein. Denn seit viele Teams im Jahr 2017 in ICOs Unmengen an Geld einsammeln konnten, ist wenig passiert. So gibt es eine Vielzahl an Projekten, die schlussendlich nur sehr langsam oder gar nicht liefern. Unabhängig von der Schnelligkeit des Teams ist mittlerweile auch das Wissen der Investoren und User größer. So werden häufiger kritische Fragen gestellt und dabei realisiert, dass es wenige Coins gibt, die einen wirklichen Unique-Selling-Points (engl. USP) aufweisen.  Dass Investoren bei solchen Gegebenheiten kritischer bei der Bewertung des Projekts sind, sollte die logische Konsequenz sein.

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[Bildquelle: Shutterstock, longhash.com]
QUELLElonghash
Daniel Wenz
Autor
Daniel ist 24, hat einen Bachelor of Science als Wirtschaftsingenieur und ist als Content Creator bei Cryptomonday tätig. Seit 2014 ist er aktiv im Krypto-Sektor unterwegs. Das es dazu kam, hat er einer Vorlesung zu verdanken, in der über das disruptive Potenzial der Blockchain unterrichtet wurde. Seine Interessen umfassen die Technik und das breite Anwendungsgebiet der Technologie – nicht nur für die Wirtschaft, sondern auch für die Gesellschaft. Um den Zugang zu diesen komplexen Themen zu erleichtern, hat er selbst ein kleines Startup gegründet. Er beschäftigt sich mit der Verbreitung von BTC-Automaten in Deutschland und wirkte maßgeblich an Videos und Büchern mit.

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