Nachdem es lange Zeit still um das Telegram-Projekt einer eigenen Blockchain sowie eines eigenen Tokens war, gab es vergangene Woche wieder News zum Telegram Open Network (TON) sowie dessen nativem Token namens GRAM. Die Nachrichten selbst waren jedoch weniger erfreulich, da der Telegram Gründer Pavel Durov ankündigte, dass sich der Start von TON um ein weiteres Jahr verzögerte und zunächst ohne GRAM auskommen muss.

Parallel dazu arbeitet die sogenannten Free TON Community an einer eigenen Lösung. Wer hinter dieser Community steckt und wie die Lösung aussieht, erfährst du nun im Artikel.

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Free Telegram Open Network mit eigenem Token

Bei der Free TON Community handelt es sich zunächst um eine unabhängige Gruppe von Softwareentwickern, Validatoren und Nutzern. Diese haben am gestrigen Freitag, dem 07. Mai, den Launch der eigenen „Free TON Blockchain“ bekannt gegeben.

Wer detaillierte Informationen zum Ablauf des Launches erhalten möchte, kann sich neben dem Artikel den als Quelle hinterlegten Livestream anschauen. Fassen wir die Facts kurz zusammen:

Als Grundlage der Free TON Blockchain dient der Quellcode des eigentlichen Telegram Open Networks. Dabei handelt es sich bekanntermaßen um die angestrebte Blockchain von Telegram.

Die Community kündigte zusätzlich an, dass sie einen kostenlosen „TON“ Token unter den Nutzern verteilen werde. Damit bildet sie ein starkes Gegengewicht zu dem geplanten GRAM-Token den Telegram nach einem abgesagten Public Sale im Rahmen eines Private Sales an Investoren verkaufte. Dabei sammelten die Telegram-Gründer enorme Geldmengen ein.

Was zunächst lukrativ klang, entpuppt sich nun als Nachteil für Pavel Durov und Co. da dieser Verkauf unter anderem auch an US-Investoren stattfand. Die amerikanische SEC begann daraufhin einen Rechtsstreit, da Telegram den offiziellen Anforderungen an den „Wertpapierverkauf“ nicht nachgekommen ist.


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TON ohne den Gründer Pavel Durov?

Ein solcher Launch durch die Community ist natürlich auch ein deutliches Statement. Denn für den Launch einer wirklich dezentralen Blockchain werden natürlich auch Leute gebraucht, die das Netzwerk aufrechterhalten und Transaktionen validieren. Parallel dazu sagte die Community nun auch, dass Telegram selbst nicht mehr in dem Prozess sowie der Erhaltung der Blockchain involviert sein sollte bzw könne.

Die bestehenden Gerichtsverfahren in den USA bedeuten, dass Telegram, die ursprünglichen Gründer von TON, nicht mehr involviert sein können. Wir hoffen, dass Free TON die Werte eines freien Markets, der Wahrung der persönlichen Daten, dezentraler Governance und Zensurresistenz vertreten wird.

Zum aktuellen Zeitpunkt können noch keine US-Bürger Teil der Community werden. Im Rahmen einer „echten Dezentralisierung“ soll dies zukünftig jedoch auch möglich sein.

Damit können wir festhalten, dass das Telegram Open Network nun doch in einer „etwas anderen“ Art und Weise gelaunched wurde. Wir sehen, dass Pavel Durov und das gesamte Team hinter Telegram offensichtlich die rechtlichen Hürden unterschätzt hatten. Als Folge dessen entschied die Community sich nun die Sache selbst anzupacken.

Für die Zukunft bleibt es spannend, zu beobachten, wie dezentral ein solches Netzwerk tatsächlich sein wird und wie viel Akzeptanz und somit auch Anwendung es finden wird.

Ist dein Interesse für TON noch vorhanden und welche Chancen gibst du dem Projekt?

[Bildquelle: Shutterstock]

QUELLETON Labs Livestream
Daniel Wenz
Autor
Daniel ist 24, hat einen Bachelor of Science als Wirtschaftsingenieur und ist als Content Creator bei Cryptomonday tätig. Seit 2014 ist er aktiv im Krypto-Sektor unterwegs. Dass es dazu kam, hat er einer Vorlesung zu verdanken, in der über das disruptive Potenzial der Blockchain unterrichtet wurde. Seine Interessen umfassen die Technik und das breite Anwendungsgebiet der Technologie – nicht nur für die Wirtschaft, sondern auch für die Gesellschaft. Um den Zugang zu diesen komplexen Themen zu erleichtern, hat er selbst ein kleines Startup gegründet. Er beschäftigt sich mit der Verbreitung von BTC-Automaten in Deutschland und wirkte maßgeblich an Videos und Büchern mit.