Das Jahr 2017 war unabstreitbar das Jahr der Initial Coin Offerings (ICOs). Nachdem sich der Spieß aufgrund einiger Betrügereien jedoch drehte, kam Anfang des Jahres die nächste Welle mit Initial Exchange Offerings (IEOs). Die Präsidentin der Singapore FinTech Association, Chia Hock Lai, sieht nun Security Token Offerings (STO) als den nächsten wichtigsten Fintech-Trend in den kommenden drei Jahren. Ihre These begründet sie mit der hohen Nachfrage nach der Verbriefung von Vermögenswerten aller Arten, die nun „mit dem Aufkommen“ der Blockchain-Technologie realisiert werden kann.

Sind Security Token Offerings (kurz: STO) also the next big thing? Was steckt hinter dem Begriff STO und was macht diese so ‚besonders‘? Welche Rolle spielt Singapur in diesem Kontext?

Security Token Offerings (STO) – eine Definition

Gehen wir zunächst noch einmal kurz auf die Definition beziehungsweise Idee hinter einem Security Token Offering ein. Dazu erinnern wir uns kurz an die Hochzeit der Initial Coin Offerings (ICOs) im Jahr 2017 – unzählige Firmen verkauften im Rahmen von ICOs ihre eigenen Token (meistens Utility Token).

Viele Privatanleger investierten in solche Projekte, weil es vor allem einen ‚Hype‘ um diese gab oder Investoren mit hohen Versprechungen ‚geködert‘ wurden. Nun ist es aber so, dass ICOs zu dieser Zeit keiner Regulierung unterstanden, sodass mit dem Kauf von Token im Rahmen der ICOs keine rechtlichen Ansprüche geltend wurden.

Security Token = regulierter und tokenisierter Vermögenswert

Anders formuliert: Wer am Finanzmarkt eine Aktie erwirbt, der erhält einen fundamentalen Gegenwert. Denn mit dem Kauf einer Aktie werden Rechte und Pflichten  einer Firma verbrieft und der Käufer der Aktie wird zum Teilhaber/Gesellschafter der zugrunde liegenden Firma. Wer allerdings in einen ICO investiert und Token in dessen Rahmen erhält, hat keinerlei rechtliche Ansprüche. Er ist weder Teilhaber der Firma noch hat er Mitspracherechte oder Ähnliches.

Kommen wir nun zurück zum Thema STO. Der große und entscheidende Unterschied zwischen STO und ICO liegt in der Regulierung und dem Wertanspruch. Security Token sind nämlich nichts anderes als Vermögenswerte-/anlagen auf tokenisierter Basis. Sie (=die Security Token) müssen dabei den geltenden Regularien für Wertpapiere entsprechen. Das heißt also, dass es einer behördlichen Genehmigung für die Emission von STO bedarf. Ein Beispiel: Gibt eine Firma eine Aktie heraus, muss diese zunächst ein Wertpapierprospekt erstellen, indem die Art und der Gegenstand des Wertpapiers näher definiert ist. Selbiges gilt nun auch für die STOs.


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Singapur und Security Token Offerings (STO)

Ein Mitglied der Singapore Fintech Association schildert hierzu einen (wahrscheinlich) erstmal einmaligen Fall. Denn laut der Präsidentin der Fintech Association ging es darum, Kühe in Myanmar zu „tokenisieren“ und als Wertpapier in digitaler Form zu emittieren. Dazu nutzte das Unternehmen RFID-Tags, um verschiedene Daten der Kühe (Geburtsdatum, Gesundheitszustand, etc.) auf der Blockchain aufzuzeichnen. Mit Hilfe dieses Verfahren soll es Investoren nun möglich sein, in die Tokens bzw. Kühe auf ’sicherer Basis‘ zu investieren.

Vor dem Aufkommen der Blockchain-Technologie konnten solche Vermögenswerte nicht einfach verbrieft werden.

Der Fall ist zugegebenermaßen sehr speziell. Dennoch zeigt er die Vielfalt der Anwendungsmöglichkeiten. Auf einer von der Fintech Association organisierten Veranstaltung sagte Chia außerdem, dass es Pläne gebe, zukünftig auch andere Dinge wie landwirtschaftliche Flächen zu tokenisieren.

Singapur mit Vorreiterrolle im Bereich FinTech und STO

In Bezug auf die Position Singapurs als Fintech-Führer verweist Chia auf den aktiven Charakter des Stadtstaates. Dazu zählt sie beispielsweise die jüngsten Investitionen der lokalen Börse in die private Wertpapierbörse 1X. Diese hat kürzlich Singapurs erstes verbrieftes Token-Angebot (STO) abgeschlossen. Als weitere Beispiele nennt sie iSTOX, eine von ICHX entwickelte blockchainbasierte Plattform für den Kapitalmarkt. Über die Zukunft Singapurs macht sich Chia daher keine Sorgen:

Es wird erwartet, dass Singapur an der Spitze des digitalen Handelsraums steht, da es den Vorteil hat, ein globales Finanzzentrum zu sein, und seine Vorschriften sind klar.

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[Bildquelle: Shutterstock]

 

QUELLEfinews.asia
Autor
Daniel ist 24, hat einen Bachelor of Science als Wirtschaftsingenieur und ist als Content Creator bei Cryptomonday tätig. Seit 2014 ist er aktiv im Krypto-Sektor unterwegs. Das es dazu kam, hat er einer Vorlesung zu verdanken, in der über das disruptive Potenzial der Blockchain unterrichtet wurde. Seine Interessen umfassen die Technik und das breite Anwendungsgebiet der Technologie – nicht nur für die Wirtschaft, sondern auch für die Gesellschaft. Um den Zugang zu diesen komplexen Themen zu erleichtern, hat er selbst ein kleines Startup gegründet. Er beschäftigt sich mit der Verbreitung von BTC-Automaten in Deutschland und wirkte maßgeblich an Videos und Büchern mit.

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