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DeFi-Protokoll Solend wurde gerettet, nachdem Binance eingegriffen ist

DeFi-Protokoll Solend wurde gerettet, nachdem Binance eingegriffen ist

Zuletzt aktualisiert am 21st Jul 2022
Hinweis
  • DeFi-Protokoll wurde mit dem Problem konfrontiert, dass ein Anleger mehr als 100 Millionen US-Dollar geliehen hatte, die als Sicherheit hinterlassene SOL-Coins aber durch den Smart Contract geblockt waren.
  • Anleger muss entweder seine Position reduzieren oder den Betrag der verfügbaren Sicherheiten erhöhen.
  • Durch die Natur der Smart Contracts mussten die Betreiber der Plattform erst warten, bis der SOL-Preis auf einen bestimmten Betrag fällt. Das würde aber zu Verlusten führen, die die Plattform wahrscheinlich nicht verkraften könnte.

Das führende DeFi-Protokoll auf der Solana-Blockchain Solend stand wegen einer millionenschweren Nachschussforderung, auf die niemand reagierte, vor der Liquidation, schreibt CoinDesk.

Schon letzte Woche machte die Plattform Schlagzeilen, als bekannt wurde, dass das größte Einzelkonto eine Position hält, die aufgelöst werden muss. Die Wallet eines Krypto-Wals erhielt 107 Millionen US-Dollar im Stablecoin USDC, die gegen 170 Millionen US-Dollar im nativen Token von Solana SOL als Sicherheit geliehen wurden.

Am Rande der On-Chain-Liquidation

Die Entwickler versuchten, den Besitzer des Kontos zu kontaktieren und den anonymen Nutzer über die drohende Gefahr zu informieren. Sie versuchten es über Twitter und Reddit - alles ohne Erfolg.

Es bestand die Gefahr, dass der Anleger sich gar nicht mehr melden würde. Nach dem Absturz des Kryptomarktes vor einigen Wochen fiel SOL auf ein geringeres Niveau im Vergleich zum Preis, zu dem der Anleger die Coins umtauschte. Er hatte als einen guten Deal gemacht. Die Betreiber von Solend waren nun aber mit einem Problem konfrotniert: Durch die Natur des Smart Contracts sind die als Sicherheit hinterlassene SOL-Coins gesperrt. Der Preis müsste noch um etwa 30 % fallen, bis sie die Position hätten liquidieren können.

Der Benutzer musste entweder seine Position reduzieren oder die Menge der verfügbaren Sicherheiten erhöhen, um eine katastrophale On-Chain-Liquidation zu verhindern, die die Existenz von Solend selbst und vielleicht sogar von Solana bedrohte.

Es braucht einen Giganten

Laut Rooter, dem pseudonymen Mitgründer von Solend, hat schließlich die weltgrößte Kryptobörse Binance den Wal geweckt. Binance übermittelte im Namen von Solend eine Nachricht an das Konto. Der Nutzer schickte Rooter eine E-Mail: "Es tut mir leid, dass dieses Problem in der Solana-Community und beim Solana-Team Besorgnis ausgelöst hat. Es war nicht böse gemeint."

Daraufhin begann der Großnutzer mit der Umverteilung von Solend-Coins auf Mango Markets und andere Defi-Plattformen von Solana, wodurch die Krise schließlich ohne Liquidation beendet wurde. Auch der Preis von SOL erholte sich mittlerweile ein wenig.

Wie kam es zu dieser Entwicklung?

Solend hatte keine Beschränkungen für die Größe der aufgenommenen Kredite. Infolgedessen konnte sich ein Anleger den größten Teil der USDC-Coins leihen und eine gewaltige SOL-Position schaffen, die bei weitem die größte auf der Plattform war.

Wenn die Sicherheiten zu stark fallen, versenden die Smart Contracts von Solend automatisch Verkaufsaufträge. Das Protokoll würde den größten Teil des Schadens tragen, einschließlich enttäuschter Nutzer, einer leeren Kasse und uneinbringlicher Forderungen. Bevor die Krise erfolgreich beendet wurde, warnte Rooter vor möglichen Konsequenzen:

Im Grunde wäre es für uns vorbei und unsere Nutzer würde eine Menge Geld verlieren.

Um eine Lösung für das Problem zu finden, startete Solend sogar mehrere Abstimmungen, in denen die Staker entscheiden mussten, ob die Betreiber der Plattform die Kontolle über das Konto hätten übernehmen können. Das wäre ein Präzedenzfall gewesen und das Vorhaben stieß auf eine gewaltige Kritik in der Krypto-Community, wie wir berichtet haben.

Daniela Kirova

Daniela Kirova

Daniela ist Autorin bei CryptoMonday.de und berichtet über die neuesten Nachrichten auf dem Kryptowährungsmarkt und der Blockchain-Branche. Sie hat über 15 Jahre Erfahrung als Autorin und hat für mehrere Online-Publikationen im Finanzsektor als Auftragsschreiberin geschrieben .