Erneut geht es um das Thema Regulierung. Die Europäische Zentralbank (EZB) kündigte am gestrigen Mittwoch an, dass sie danach bestrebt sei, Ausbesserungen beim aktuellen Monitoring-Prozess von Crypto-Trading-Aktivitäten durchzuführen. Konkret soll sowohl on- als auch off-chain Transaktionen besser überwacht werden. Werfen wir also einen Blick auf das veröffentlichte Dokument und die Aussagen darin. Den Link zum originalen Dokument auf Englisch findest du am Ende des Artikels als Quelle hinterlegt.

EZB will das Phänomen von Crypto-Assets verstehen

Manchmal bedarf es weniger Worte, um eine große Aussagekraft zu erzielen. Und so wird das am 07. August veröffentlichte Dokument der EZB unter dem Titel „Understanding the crypto-asset phenomenon, its risks and measurement issues“ geführt. In dem Paper sagt die Zentralbank, dass es klare Risiken gebe, die digitale Vermögenswerte für Themen wie Finanzstabilität und Verbrauchersicherheit darstellen. Dies sei leicht erkennbar; jedoch gebe es derzeit zu viele Lücken in den Daten (original: gaps in the data available), um genau zu bestimmen, wie hoch das eigentliche Risiko ist.

Konkret heißt es im Paper:

Important gaps and challenges remain: exposures of financial institutions to crypto-assets, interlinkages with the regulated financial sectors and payment transactions that include the use of layered protocols are all examples of domains with prominent data gaps.

Die Identifikation von Risiken

Nimmt man die vorherigen Aussagen ernst, muss es also zuvor eine Identifikation der Risiken durch die EZB gegeben haben. Anders kann man schließlich nicht zu dem Schluss kommen, dass Kryptowährungen eine Gefahr für Finanzstabilität und Verbrauchersicherheit darstellen. Wörtlich heißt es hierzu:

Crypto-asset risks primarily originate from: i) the lack of an underlying claim, ii) their (partially) unregulated nature, and iii) the absence of a formal governance structure.

Weiter heißt es, dass die Risiken zum aktuellen Zeitpunkt noch beherrschbar seien. Gefahr drohe allerdings, wenn die Relevanz von Kryptowährungen weiter zunimmt und ansteigt. Anders formuliert: Inwieweit das Finanzsystem und die Wirtschaft solchen Risiken ausgesetzt sein können, hängt stark davon ab, ob Kryptowährungen sich als Zahlungsmittel durchsetzen und wie sich die Vernetzung von Crypto-Assets mit anderen Anlage- und Finanzinstrumenten entwickelt. Wörtlich heißt es:

While these risks are currently contained and/or manageable within the existing regulatory and oversight frameworks, links with the regulated financial sector may develop and increase over time and have future implications.

Ein weiterer gefährlicher Punkt liege in nicht physisch gedeckten Derivaten auf Kryptowährungen, die es Investoren (oder wohl eher Spekulanten?) ermöglichen, auf Kryptowährungen zu wetten ohne diese jedoch selbst besitzen zu müssen.

Bestehende Lücken müssen verbessert werden

In dem Papier wird daher darauf hingewiesen, dass die EZB ihre Datenerhebung verbessern muss, indem sie sowohl ihre qualitativen als auch ihre quantitativen Analyse verfeinert. Dies ist jedoch nicht so einfach – denn jeder, der mit „Zahlen arbeitet“, weiß, dass die schönsten Analysen erst dann gemacht werden können, wenn die Qualität der zugrunde liegenden Daten passt. Und hierbei entstünden Probleme, weil:

Available data on crypto-assets are neither complete nor fully reliable for the purposes of monitoring market trends to the degree of detail necessary to gauge their risks.

Insbesondere sei es schwierig, Daten über Bereiche des Marktes abzurufen, die „außerhalb des Radars“ liegen, wie z.B. illiquide Handelsplattformen, die vom „Wash-Trading“ betroffen sein könnten – eine Form der Marktmanipulation, die die Illusion einer robusten Handelsaktivität erzeugt.


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Mit neuen Werkzeugen soll sich die Qualität der Analysen verbessern

Anknüpfend an den vorherigen Abschnitt, sagte die EZB abschließend, dass sie zusammen mit der Zentralbank neue Wege und Methodiken entwickle, die dazu beitragen sollen, die aktuell vorhandene Datenlücke zu schließen und somit final die Qualität der Analysen (und auch Überwachung) zu verbessern. Im Original klingt das wie folgt:

Looking ahead, the ECB will continue to work on indicators and data by dealing with the complexity and growing challenges encountered in analysing on-chain and layered protocol transactions.

Darüber hinaus wird es weitere Untersuchungen geben, die einerseits neue Datenquellen aufzeigen und andererseits die Verbindung zwischen Krypto- und klassischer Finanzwelt besser darstellen sollen. Und so schloss der Bericht mit den folgenden Worten:

With respect to the off-chain transactions, amid a multitude of methodological options, further work will focus on increasing the availability and transparency of the reported data and the methodologies used, harmonising and enriching the metadata and developing best practices for indicators on crypto-assets.

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[Bildquelle: Shutterstock]

 

QUELLEEZB-Bericht
Daniel Wenz
Autor
Daniel ist 24, hat einen Bachelor of Science als Wirtschaftsingenieur und ist als Content Creator bei Cryptomonday tätig. Seit 2014 ist er aktiv im Krypto-Sektor unterwegs. Das es dazu kam, hat er einer Vorlesung zu verdanken, in der über das disruptive Potenzial der Blockchain unterrichtet wurde. Seine Interessen umfassen die Technik und das breite Anwendungsgebiet der Technologie – nicht nur für die Wirtschaft, sondern auch für die Gesellschaft. Um den Zugang zu diesen komplexen Themen zu erleichtern, hat er selbst ein kleines Startup gegründet. Er beschäftigt sich mit der Verbreitung von BTC-Automaten in Deutschland und wirkte maßgeblich an Videos und Büchern mit.

1 KOMMENTAR

  1. Die EZB hat erstmal schon mal gar keine Daseinsberechtigung.. Goldman-Sachs, George Soros – die allerletzten hochgradig kriminellen Irren..
    Zweitens werden mit Hilfe der EZB und ihrer illegalen „Währung“, dem „Euro“, seit zwanzig Jahren die Europäischen Nationen ausgeblutet, allen voran Deutschland.
    Ist klar, dass so ein Haufen verlogener Kinder-für-ihre-Zwecke-benutzer uns alles vermiesen will.
    Wird Zeit, dass mal endlich jemand die EZB sprengt.

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