Wer von euch schon länger in der Crypto Szene aktiv ist, wird die Seite CoinMarketCap mit Sicherheit kennen. Eine Seite auf der viele ihre täglichen Kurse von Kryptowährungen ziehen. Eine Seite, die dem ein oder anderen eventuell auch zu Analyse Zwecken dient oder der sie über API als Data Import nutzt, um anschließend damit zu arbeiten.

Wusstet ihr, dass CoinMarketCap bereits seit langer Zeit mit Fake Volumes vieler Exchanges kämpft? Wir wussten es und haben uns durch einen Forbes Bericht nochmal dazu animiert gefühlt für euch die Sache nochmal aufzuklären, denn die Volumina auf CoinMarketCap sind schlichtweg nicht richtig. Obwohl das Team von CoinMarketCap dies weiß, wird dagegen nur wenig unternommen.

Dies ist kein Shitstorm gegen CoinMarketCap, sondern ein Aufklärungsversuch. Wie kann sowas sein? Was sagt das Team dazu? Wann werden die nächsten Schritte eingeleitet? Wir klären auf und warnen Anfänger vor möglicherweise falschen Werten. Die Crypto Preise der Seite sind im übrigen nicht betroffen.

CoinMarketCap und die Fake Volumes der Börsen

In diesem Jahr hat es bereits 2 große Forschungsberichte gegeben, die zeigen, dass zwischen 65% und 95% des gemeldeten Cryptohandelsvolumens gefälscht ist. Das wären auf CoinMarketCap weit zwischen 35-50 Mrd. USD, die jeden Tag falsch deklariert werden.

Der bekannteste Bericht ist wohl der von Bitwise, der im März auch bei der SEC einging. Eine Info, die viele in der Szene wachgerüttelt und bei einigen Seiten für starke Veränderungen gesorgt hat. Bei allen außer bei CoinMarketCap, dem Marktführer im Bereich Datenaggregation von Crypto Kursen und Werten.

Fake Volumes sind leider nichts neues und ein Problem mit dem CoinMarketCap und andere Seiten schon länger zu kämpfen haben. Denn viele Börsen erzeugen schlichtweg Fake Volume auf ihren Plattformen, um so vermeintlich interessanter für Trader zu sein.

Dies bestätigte auch ein weiterer Forbes Bericht, der sich gezielt die Börse BKEX zur Brust genommen hat. Eine Börse die einfach völlig dreist die Transaktionen und Trades auf der Börse repliziert und somit sein Handelsvolumen steigert. Aber das ist nur die Spitze des Eisbergs.


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Warum macht CoinMarketCap nichts gegen die Fake Volumes?

Wer jetzt denkt, dass es sich bei dem CoinMarketCap Team um eine 2-Mann Bude handelt, der liegt leider falsch. Mittlerweile ist CoinMarketCap zu einem echten Unternehmen mit rund 40 Mitarbeitern herangewachsen. Neben 6 Datenwissenschaftlern nimmt dieses Team schätzungsweise 20-30 Mio. USD pro Jahr durch Werbung ein. Also ein Team bei dem man glauben könnte solche Probleme in 4 Monaten lösen zu können, denn immerhin versprach der CEO Brandon Chez:

Fake Volumes sind ein wichtiges Thema und wir versuchen es aktiv zu lösen.

Zwar hat das Team eine neue Rubrik mit „Adjusted Volumes“ hinzugefügt, jedoch entsprechen die fast genau den „normalen“ Volumen auf der Seite. Besonders CoinBene oder LBank, die im Bitwise Report als misstrauisch befunden wurden finden dort auch bei der angepassten Variante ihren Platz weit oben. Dennoch ist es schon um einiges besser als die herkömmlich „gemeldeten“ Handelsvolumen bei einigen Börsen.

Angepasstes („echtes“) Handelsvolumen
Gemeldetes Handelsvolumen der Börsen

CoinMarketCap versucht es „richtig“ zu machen – was andere Seiten längst geschafft haben

„Es ist, als würde man versuchen, ein Feuer, ein loderndes Hausfeuer, zu löschen, indem man eine kleine Tasse Wasser darauf gießt“

Dies sagte laut Forbes Nic Carter, ein Partner des Krypto-Investmentfonds Castle Island Ventures, über die Bemühungen von CoinMarketCap, seine Daten zu bereinigen.

Das Team von CoinMarketCap in Form von Carylyne Chan, Chief Strategy Officer bei CoinMarketCap, tut scheinbar alles, um das Problem zu beheben, aber es könnte wohl noch lange dauern, wenn man es denn „richtig“ machen will.

„das Team versucht, es richtig zu machen…. es hat immer einen Ausgleich geschaffen, indem es es es richtig gemacht hat, anstatt es schnell zu tun“.

Aber gefälschtes Volumen scheint keine Priorität für CoinMarketCap zu sein. Die Kryptowährungsbörse BKEX kopiert offen die Trades von Binance und gibt sie als seine eigenen weiter. CoinMarketCap ist sich des Problems bewusst, hat aber noch nicht gehandelt.

„Das Team hat bisher nur eine Beschwerde für BKEX erhalten und wird diese weiter überwachen, bevor ein Alarm auf der Baustelle ausgelöst wird“, sagt Chan.

Auf die Frage, warum die Website nicht einfach fragwürdige Börsen von ihrer Website entfernt, sagt Chan:

„Das ist wirklich eine philosophische Frage für uns, denn seit wir die Website gestartet haben, versuchen wir, Informationen nicht zu zensieren…. also ist es ein primäres Ziel, sie nicht als Datenpunkte auszusortieren und zu ignorieren, sondern den Entscheidungsprozess unserer Nutzer durch die Veröffentlichung einer größeren Anzahl von Datenpunkten wirklich zu bereichern“.

Andere Webseiten mit Kryptowährungs-Preisen und Statistiken haben übrigens sehr schnell auf den Bitwise Bericht reagiert. Messari.io brauchte nur fünf Tage, nachdem der Bitwise Bericht herauskam, um seine Volumenmetrik „Real 10“ einzuführen, die aus zehn stark geprüften Börsen berechnet wurde. Wie erwartet, ist die Differenz zwischen dem Gesamtvolumen von CoinMarketCap (21,4 Milliarden US-Dollar) und dem „Real 10“-Volumen von Messari (1,4 Milliarden US-Dollar) signifikant: Das Volumen „Real 10“ entspricht 6,5% des Gesamtvolumens.

Der Forbes Bericht bietet hier wirklich einiges an Zündstoff.


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Was die fehlerhaften CoinMarketCap-Daten nun für den User bedeuten

Bei all dem Ärger um die immer noch vorhandenen Fake Handelsvolumen bei CoinMarketCap gibt es auch gute Nachrichten für alle User. Glücklicherweise sind die Unterschiede zwischen dem veröffentlichten Preis von Bitcoin auf CoinMarketCap und dem realen Preis von Bitcoin laut Bitwise minimal. Ein Grund warum wir auch selbst CoinMarketCap weiterhin neben anderen Preis Aggregatoren nutzen.

Wir möchten an dieser Stelle nochmals verdeutlichen, dass es sich bei den Problemen um CoinMarketCap fast ausschließlich um die Handelsvolumen handelt und die Kurse und Marktkapitalisierungen nicht beeinflusst sind. Die Wahrheit kennt man aber wohl nur dann selbst, wenn man alles nachrechnet. Das ist die Herausforderung eines unregulierten Marktes. Wir können aber mit Sicherheit sagen, dass Bitcoin (BTC) in jeder Rechnung nach Marktkapitalisierung die Nummer 1 ist.

Das Problem hierbei ist, dass unerfahrene Nutzer durch CoinMarketCap auf einer unseriösen Börse landen. Ein Grund warum wir immer empfehlen sich ein vollumfängliches Bild zu machen, bevor man auf irgendeiner Börse Geld durch die Gegend schiebt. Es gab schon genug Exit Scams. Macht also eure Recherchen oder tauscht euch mit uns aus. Am besten beides.

Bis CoinMarketCap dieses Problem gelöst hat, solltet ihr unbedingt die Daten der Handelsvolumina mit äußerster Vorsicht genießen. #DYOR

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[Bildquelle: Shutterstock, CoinMarketCap]
QUELLEForbes
Mirco Recksiek avatar
Autor
Mirco ist Mitgründer und Project Lead von CryptoMonday. Er ist bereits seit vielen Jahren in der Blockchain & Crypto Szene aktiv und seit 2 Jahren auch in diesem Bereich beruflich tätig. Sein Schwerpunkt als Berater bei KI-decentralized liegt dabei in der Tokensierung von Assets, Tokenomics, Blockchain-based Business Models. In seiner Freizeit ist er im Namen des CryptoMonday in allen Städten Deutschlands als Speaker und Moderator aktiv.