Wenn du den Crypto-Markt in den letzten Monaten verfolgt hast, ist dir wahrscheinlich aufgefallen, dass insbesondere eine Art von Altcoins einen anhaltende Preisrallye verzeichnen können und zwar diejenigen, die mit dem neuen Buzzword des Jahres „dezentralisierter Finanzierung“ (DeFi) in Verbindung stehen.

Aave, Kyber Network, Loopring, Bancor, Maker und Melon konnten alle Gewinne von mehr als 100 Prozent verzeichneten. Andere Projekten wie Chainlink, Synthetix, Compound und Balancer haben ebenfalls parabolische Kursverläufe verzeichnet.

Doch was steckt hinter diesen sagenhaften Renditen? Sind wir am Crypto-Markt wieder in einer Blase angelangt?

Inmitten einer möglichen Ethereum-DeFi Blase

Mit dem rasanten Anstieg der bereits genannten Altcoins wird vielerorts bereits von einer neuen Blase getuschelt. Andere schreien es geradewegs laut heraus und argumentieren, dass dieser Wertzuwachs einzig und allein auf FOMO basiert. DeFi ist ein Buzzword, dass sich scheinbar wie von selbst verkauft.

Weiss Ratings und seine Abteilung verantwortlich für Kryptowährungen ging sogar auf Twitter soweit, die Idee, dass sich DeFi von dem restlichen Crypto-Markt abkoppeln könnte, als lächerlich zu betiteln. Ihrer Meinung ist es nur eine Frage der Zeit, bis DeFi wieder „im Einklang mit dem Rest des Marktes handeln“ wird.

Die Token der DeFi-Protokolle werden derzeit tatsächlich zu einem absurd klingendem Kurs-Gewinn-Verhältnis (PE) von 100 zu 4.360 gehandelt. Während Kryptowährungen natürlich nicht genau wie Aktien traditioneller Unternehmen zu behandeln sind, meiden Value-Investoren oft Assets mit extrem hohen PE-Verhältnissen. Zum Vergleich: Laut Investopedia, beträgt das durchschnittliche historische PE-Verhältnis des S&P 500 13-15.

Der Risikokapitalgeber Julien Thevenard teilte diese Meinung und vertrat am 21. Juli auf Twitter die Ansicht, dass der DeFi-Sektor von Ethereum eine Blase sein könnte, die sich derzeit ausbildet.


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DeFi steht erst am Anfang

Laut dem prominenten Crypto-Venture-Investor und Analysten Andrew Kang ist die Annahme, dass DeFi eine Blase ist, jedoch möglicherweise falsch.

Am 1. Juli veröffentlichte Kang einen 25-teiligen Thread über DeFi, in dem er seine Gedanken darüber teilte, „in welchem Stadium des DeFi-Marktes wir uns aus einer ‚Innenperspektive‘ befinden“. Wie aus dem untenstehenden Schaubild ersichtlich ist, befindet sich DeFi seiner Meinung nach noch in den frühesten Wachstumsphasen.

Er führte diese optimistische Stimmung auf eine Reihe von Trends zurück. Unter anderem erklärte Kang, dass die Nutzung von DeFi „traditionell auf Hardcore-Nutzer und/oder ETH-Wale konzentriert ist“, was durch die nur 1.000 bis 2.000 Adressen belegt wird, die noch vor wenigen Wochen aktiv die Finanzanwendungen von Ethereum nutzten.

Wichtig an dieser Statistik ist, dass 1.000-2.000 Benutzer weniger als ein Prozent aller aktiven Crypto-Benutzer ausmachen. Das bedeutet, dass DeFi ein exponentielles Wachstumspotential hat. Im Hinblick darauf, dass selbst Chamath Palihapitiya, einer der größten Bitcoin Bullen, nicht weiß, was DeFi ist, unterstreicht diese Annahme von Kang.

Zweitens bemerkte Kang, dass asiatisches Geld, das während der Blase 2017/2018 viele Altcoin Kurse „to the moon“ geschickt hat, gerade erst anfängt, „FOMO zu spüren“. Darüber hinaus „trifft die Entwicklung von DeFi auf einen Wendepunkt“. Mit mehr Liquidität, besseren Entwicklungsinstrumenten, erfolgreichen Fallstudien, Bildung und vielem mehr könnte DeFi auf lange Sicht noch genug Raum für Wachstum haben.


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