Das Orakel von Oklahoma, besser bekannt als Warren Buffet, ist eine lebende Legende im Investmentbereich. Buffet hält mit seiner Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway große Anteile an weltweit bekannten Firmen wie American Express, Coca-Cola, IBM oder Walmart. Dabei verfolgt Buffet einen eher konservativen Investmentansatz. Von Kryptowährungen wie Bitcoin hält er nach wie vor Abstand.

Für Aufsehen hat nun ein Tweet von Anthony Pompliano gesorgt. Dabei weist Pompliano auf die enormen Cashreserven von Warren Buffet hin. Diese belaufen sich auf rund 137 Milliarden Dollar. Dabei sagte Pompliano, dass Buffet fast alle Bitcoin kaufen könnte. Stimmt diese Aussage wirklich?

Bitcoin und Warren Buffet: Gegensätze ziehen sich an?

Wer regelmäßig unsere Artikel liest, kennt wohl das Verhältnis der Investorenlegende zu Bitcoin. Buffet ist ein Skeptiker der Kryptowährung. Er sieht in BTC keinen richtigen Vermögenswert, da ihm der innere Wert fehle. Auch ein extrem teures Essen mit dem TRON-Gründer Justin Sun sowie weiteren Koryphäen aus dem Kryptobereich konnten Buffet in seiner Einstellung nicht ändern.

Kommen wir nun zu Anthony Pompliano sowie Changpeng Zhao. Ersterer ist insbesondere bekannt als Co-Founder von Morgan Creek Digital sowie seinen täglichen Analysen zum Finanzmarkt. Dabei twittert „Pomp“ gerne und häufig zum Thema Bitcoin, Kryptowährungen und Co. Changpeng Zhao ist als Binance Gründer natürlich bestens bekannt.

Pompliano sprach in einem aktuellen Tweet nun über die hohe Liquidität von Warren Buffet, die sich auf rund 137 Milliarden US-Dollar beläuft. Dabei sagte Pompliano, dass dies ausreichend sei, um fast alle sich in Umlauf befindlichen BTC zu kaufen. Vorweg: Dies ist natürlich äußerst unrealistisch, da Buffet keineswegs in Bitcoin investieren würde. Auf der anderen Seite zeigt es jedoch einen interessanten Gedanken auf:

Kann eine einzige Person unter der Voraussetzung, dass er ausreichend Liquidität hat, tatsächlich alle BTC aufkaufen?


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Alle BTC auf einmal kaufen? – Ist das möglich?

Schauen wir uns nun den Originaltweet von Anthony Pompliano sowie die dazugehörige Antwort des Binance CEO Changpeng Zhao genauer an.

Dabei geht es um die eben gestellte Frage, ob eine einzige Person wirklich direkt alle BTC aufkaufen könnte?

Die kürzeste Antwort auf die oben gestellte Frage lautet ganz klar: Nein! – Um die Antwort etwas mehr auszuführen, müssen wir uns nochmals vor Augen führen, was CZ genau sagt und wie Exchanges funktionieren. Und genau dies tun wir jetzt!

Bitcoin Börsen und das Prinzip von Order Books

Wir beginnen mit dem Konzept einer Exchange und der Funktionsweise von Order Books (dt. Orderbücher). Das grundlegende Prinzip einer Börse ist es, Käufer und Verkäufer so effizient wie möglich zusammenzubringen. Damit verbunden ist das Konzept eines Orderbooks. Sowohl Käufer als auch Verkäufer können mit Hilfe einer Börse angeben, welche Menge an Bitcoin sie zu einem gewünschten Preis kaufen bzw. verkaufen möchten. Dies wird im Orderbook festgehalten.

Dabei ist es enorm wichtig zu verstehen, dass nur die Menge an Bitcoin gehandelt werden kann, die von der Verkäuferseite zur Verfügung gestellt wird. Daraus folgt bereits direkt, dass Warren Buffet niemals alle sich in Umlauf befindlichen Bitcoin auf einmal kaufen könnte. Dies ist bereits der Tatsache geschuldet, dass viele BTC gar nicht auf Exchanges gehalten werden und somit nicht ‚frei zur Verfügung‘ stehen. Denn – wie bereits gesagt – muss ein Käufer immer einen willigen Verkäufer finden.

Hinzu kommt der Effekt, dass bei einer so massiven Order der Preis von Bitcoin in astronomische Höhen schießen würde, da das zur Verfügung stehende Angebot bei Weitem nicht ausreicht.

Warren Buffet wird nicht zum Whale

CZ fasst diese beiden Aspekte in seinem oben genannten Tweet gut zusammen. So sagt er, dass Buffet erst dann alle Bitcoin kaufen könnte, wenn jeder (!) HODLer seine BTC verkaufen würde und zweitens könnte er immer nur eine gewisse Menge an Bitcoin kaufen und dies dann eben nur zu einem sehr hohen Preis.

Damit können wir festhalten, dass die Aussage von Anthony Pompliano unbegründet ist. Buffet könnte – selbst wenn er wollte – nicht einfach so zum Bitcoin Whale aufsteigen.

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Die Ausführungen in diesem Artikel stellen keine Handelsempfehlungen und keine Anlageberatung dar.

Daniel Wenz
Autor
Daniel ist 24, hat einen Bachelor of Science als Wirtschaftsingenieur und ist als Content Creator bei Cryptomonday tätig. Seit 2014 ist er aktiv im Krypto-Sektor unterwegs. Dass es dazu kam, hat er einer Vorlesung zu verdanken, in der über das disruptive Potenzial der Blockchain unterrichtet wurde. Seine Interessen umfassen die Technik und das breite Anwendungsgebiet der Technologie – nicht nur für die Wirtschaft, sondern auch für die Gesellschaft. Um den Zugang zu diesen komplexen Themen zu erleichtern, hat er selbst ein kleines Startup gegründet. Er beschäftigt sich mit der Verbreitung von BTC-Automaten in Deutschland und wirkte maßgeblich an Videos und Büchern mit.