Während Bitcoin lange Zeit unkorreliert zum klassischen Aktienmarkt war, nimmt die Korrelation seit dem Jahresbeginn immer stärker zu. Die Kursbewegungen der Kryptowährung sind dabei immer häufiger an die Entwicklung des amerikanischen Index S&P500 gekoppelt. Fest steht, dass seit dem schwarzen Freitag an der Börse von Mitte März sowohl Bitcoin als auch die Aktienindizes eine deutliche Erholung gezeigt haben; zumindest, wenn man diese in US-Dollar misst.

In diesem Artikel wollen wir uns nämlich anschauen, wie die Lage an den Finanzmärkten aussieht, wenn Gold oder Bitcoin selbst als Referenzwährung verwendet werden. Ist alles dabei nur heiße Luft und sind die Rückgänge auf die Erhöhung der Geldmenge zurückzuführen oder steckt mehr Substanz dahinter als wir glauben?

Bitcoin und der Aktienmarkt: Erholung, wo bist du?

In den ersten beiden Märzwochen entfaltete die Wucht des Coronavirus die volle Wirkung. Weltweit stürzten die Kurse der großen Aktienindizes massiv ein. Anleger und Investoren zogen massiv Kapital aus Aktien, ETFs und weiteren Assets ab, da vielen die große Unsicherheit des Coronavirus bewusst wurde. Parallel dazu musste sich Bitcoin ebenso den globalen Tendenzen beugen und verlor zweistellige Prozentzahlen.

Seit dieser vorläufigen Baisse von Mitte März sehen wir jedoch wieder deutliche Erholungen. Dies betrifft sowohl den Aktienmarkt als auch Bitcoin selbst. Das Narrativ, das diese Erholung begründet, sieht wie folgt aus: Sowohl das gute Risikomanagement einiger Länder im Hinblick auf Covid-19 als auch die die geldpolitischen Maßnahmen der Zentralbanken sorgten für Ruhe an den Finanzmärkten.

Diese Erholung lässt sich nun bestens in US-Dollar nachvollziehen. So legte der S&P500 in den letzten 3 Monaten beispielsweise um 26% zu. Auch Bitcoin konnte um 35% in den vergangenen 90 Tagen steigen.

Ist alles nur eine Frage der Perspektive?

Die große Frage, die sich bei dieser Bemessung stellt, ist die Frage der Referenzwährung. Was passiert nun eigentlich, wenn man nicht den US-Dollar als Referenz verwendet, sondern Bitcoin selbst. Normalerweise gilt der USD als „die“ Unit of Account im internationalen Finanzmarkt. Egal ob Gold, Bitcoin oder der Preis von Öl – sie alle werden in US-Dollar gemessen.

Bitcoin und der Aktienmarkt: Die Erholung in BTC gemessen

Dreht man den Spieß nun herum, wie es die Analytiker von Econometrics taten, ergibt sich ein interessantes Bild. Die nachfolgende Grafik zeigt nämlich, dass die Erholung des S&P500 nicht so stark ausfällt wie es eigentlich scheint.

Dabei wird nämlich deutlich, dass der Preis des S&P500 Index in Bitcoin im März bei ca 0.3 BTC lag. Die vermeintliche Erholung hat dazu geführt, dass wir zum 30.06.2020 einen Preis von 0.335BTC haben. Dies entspricht also gerade einmal einer Erholung von rund 11,5% in Bitcoin.

Gold als Referenz bestätigt Narrativ der Inflation

Der Ökonom Tuur Demeester unterstreicht dieses Narrativ. Er postete gestern einen Tweet, in welchem er die Erholung des S&P500 in Relation zum Edelmetall Gold betrachtete. Auch hier zeigt sich eindeutig, dass die vermeintliche US-Dollar Erholung viel mehr auf die Geldmengenerhöhung und Inflation zurückzuführen ist.

Für uns ergeben sich dadurch mehrere Erkenntnisse. So zeigt sich einerseits, dass die Performance eines Assets immer stark von der gewählten Referenzwährung abhängig ist. Desweiteren lässt sich festhalten, dass die US-Dollar Erholung viel mehr eine „aufgeblähte“ Erholung, bedingt durch die Geldpolitik, ist. Und zu guter Letzt können wir festhalten, dass sowohl Bitcoin als auch Gold in diesem Jahr eine deutliche Outperformance im Vergleich zum Aktienmarkt erzielen konnten.

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Wie denkst du über die oben genannten Grafiken und die Erholung der Aktienmärkte? – Hinterlasse uns deine Meinung in unserem Telegram Channel.

Daniel Wenz
Autor
Daniel ist 24, hat einen Bachelor of Science als Wirtschaftsingenieur und ist als Content Creator bei Cryptomonday tätig. Seit 2014 ist er aktiv im Krypto-Sektor unterwegs. Dass es dazu kam, hat er einer Vorlesung zu verdanken, in der über das disruptive Potenzial der Blockchain unterrichtet wurde. Seine Interessen umfassen die Technik und das breite Anwendungsgebiet der Technologie – nicht nur für die Wirtschaft, sondern auch für die Gesellschaft. Um den Zugang zu diesen komplexen Themen zu erleichtern, hat er selbst ein kleines Startup gegründet. Er beschäftigt sich mit der Verbreitung von BTC-Automaten in Deutschland und wirkte maßgeblich an Videos und Büchern mit.