Erst vor wenigen Wochen habe ich einen Artikel zu der Dominanz von Bitcoin Whales und der damit verbundenen ungleichen Verteilung von BTC verfasst. Nach einer aktuellen Analyse von IntoTheBlock betrifft dieses Problem jedoch nicht nur Bitcoin, sondern betrifft die Altcoin Whales in einem ähnlichen Maße. So ist die Konzentration an Vermögen bei Coins wie Ethereum, Litecoin, Cardano oder Tether ziemlich hoch.

Werfen wir einen Blick auf die Erkenntnisse des Blockchain-Analyseunternehmens IntoTheBlock. 

Bitcoin und Altcoin Whales – Die Biester der Crypto Meere

Wer sich bereits meinen Artikel zur Verteilung des Bitcoin Vermögens durchgelesen hat, weiß, dass es eine geringe Anzahl an Adressen gibt, die überproportional viele BTC besitzen. Wir konnten ebenfalls konstatieren, dass die Anzahl an ‚vermögenden‘ Adressen in den letzten Jahren zugenommen hat. Plakativ formuliert: es gibt so viele Bitcoin Whales wie noch nie.

Um dies jedoch gleich wieder zu relativieren, muss man ebenfalls erkennen, dass der Großteil dieser Wallets in den frühen Jahren nach Bitcoins ‚Erschaffung‘ gefüllt wurden. Dies lag (und liegt) zum einen daran, dass der Preis für einen BTC damals niedriger war und somit weniger Kaufkraft benötigt wurde. Zum anderen (und das ist wahrscheinlich der größere Effekt) daran, dass Bitcoin Mining früher weniger komplex und gleichzeitig noch ertragreicher war. Wer also früh dabei war, konnte gut von den Bitcoin Kurs Rallyes der vergangenen Jahre profitieren. Gehen wir nun aber weg von den Bitcoin Whales und widmen uns den Altcoin Whales.

Konzentration von Vermögen – ein klassisches Phänomen

Auch hier gibt es eine (teilweise) hohe Konzentration von Vermögen. Grundsätzlich müssen wir hierbei festhalten, dass ein dezentrales System keine Garantie dafür ist, dass Vermögen gleich verteilt ist. Im Gegenteil: es muss Anreize in irgendeiner Form geben, die dafür sorgen, dass es sich aus ökonomischer Sicht für diejenigen lohnt, die den zugrunde liegenden Coin seit Stunde 1 unterstützen. Diese Aussage trifft zumindest für Proof-of-Work Coins zu. Bei Proof-of-Stake Coins sehen wir jedoch das ähnliche Phänomen, dass durch Staking die Konzentration von besonders hohen Vermögens über die Zeit stark zunimmt. Einfach gesprochen kann man dies mit dem „Zinseszinseffekt“ erklären.

Im Folgenden werfen wir nun einen Blick auf die Ergebnisse der IntoTheBlock-Analyse. Wie konzentriert ist die Verteilung von Altcoins wirklich?

  • ETH: 151 Adressen besitzen 39% aller ETH
  • BCH: 112 Adressen besitzen 29% aller BCH
  • LTC: 131 Adressen besitzen 47% aller LTC (!)
  • BSV: 103 Adressen besitzen 24% aller BSV
  • ADA: 41 Adressen besitzen 39% aller ADA (!)
  • USDT: 132 Adressen besitzen 63% aller USDT

Altcoin Whales: Litecoin und Cardano stechen hervor

Nachdem wir uns die Zahlen von IntoTheBlock nun angeschaut haben, können wir wiederum festhalten, dass das Vermögen bei LTC und ADA besonders konzentriert und somit ‚zentral‘ verteilt ist. Interessant ist auch die Verteilung von USDT: der wichtigste Stablecoin im gesamten Ökosystem ist zwar bei Weitem nicht dezentral, doch bildet er das mit Abstand häufigste und größte Handelspaar zu Bitcoin. Insofern lassen sich aus dessen Verteilung auch Rückschlüsse darüber ziehen, wie viele Leute letztendlich preisrelevante Bewegungen von BTC in die Gänge bringen.


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Wie problematisch ist eine konzentrierte Verteilung überhaupt?

Eine der Kernfragen, die sich im Zusammenhang mit Bitcoin und auch Altcoin Whales nun stellt, ist wie problematisch diese konzentrierte Verteilung überhaupt ist?

Auf der einen Seite steht natürlich fest, dass eine Konzentration von Vermögen auf wenige Personen diesen die Möglichkeit von Kursmanipulationen verleiht. Hier darf man jedoch auch in Frage stellen, wie viel Interesse Bitcoin Whales tatsächlich an Kursmanipulationen haben. Auf kurzfristige Sicht mag dies lukrativ sein, doch nachhaltig sind solche Praktiken nicht.

So mögen einige auch zu dem Schluss kommen, dass eine starke Vermögenskonzentration kein Weltuntergang sei. Bei Coins, die kein eigenes Governance-Model haben, bin ich damit auch d’accord. Bei anderen Coins wie Ethereum oder Cardano kann dies jedoch problematisch sein. Denn bei On-Chain Governance hängt die Entscheidungskraft letztendlich auch immer mit der Anzahl an Coins und dem damit verbundenen Vermögen ab. Hier könnten also klassische Plutokratien entstehen.

Neben Bitcoin Whales gibt es auch viele Altcoin Whales – die Konzentration von Vermögen ist teilweise enorm hoch und ungleich? Siehst du darin Probleme oder war dir dieser Fakt bereits bekannt?

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[Bildquelle: Shutterstock]
QUELLETwitter @IntoTheBlock
Daniel Wenz
Autor
Daniel ist 24, hat einen Bachelor of Science als Wirtschaftsingenieur und ist als Content Creator bei Cryptomonday tätig. Seit 2014 ist er aktiv im Krypto-Sektor unterwegs. Dass es dazu kam, hat er einer Vorlesung zu verdanken, in der über das disruptive Potenzial der Blockchain unterrichtet wurde. Seine Interessen umfassen die Technik und das breite Anwendungsgebiet der Technologie – nicht nur für die Wirtschaft, sondern auch für die Gesellschaft. Um den Zugang zu diesen komplexen Themen zu erleichtern, hat er selbst ein kleines Startup gegründet. Er beschäftigt sich mit der Verbreitung von BTC-Automaten in Deutschland und wirkte maßgeblich an Videos und Büchern mit.