Die Preisprognosen rund um das Bitcoin Halving erreichen aktuell wieder ihren Höhepunkt. Es lässt sich im Prinzip jede mögliche Kursprognose finden, da niemand die Zukunft vorhersagen kann. Dennoch basieren einige Modelle auf fundierten Annahmen, die es bereits in den Mainstream geschafft haben. Die Rede ist vom Bitcoin Stock-to-Flow (S2F) Modell, welches ein Kursziel von ca. 100.000 USD für Ende 2021 ausgerufen hat. Doch auch bei diesem Modell scheiden sich die Geister. Nun melden sich auch einige Analysten zu Wort und sagen, dass das Stock-to-Flow Modell für Bitcoin ungeeignet sei.

Sind somit Mondpreise von 100.000 USD und mehr pro BTC bis Ende 2021 unrealistisch? Hat das Bitcoin Stock-to-Flow Modell bereits jetzt schon versagt?

Google Abonnieren

Bitcoin als das härteste Asset in der Menschheitsgeschichte

Mittlerweile kennt wohl jeder das Stock-to-Flow Modell von PlanB. Er war der erste, der das S2F-Modell auf Bitcoin angewandt und damit einen möglichen BTC Kurs für die nächsten Jahre prognostiziert hat. Das Modell hat so eine enorme Reichweite bekommen, dass sogar die Bayern LB letztes Jahr darüber berichtete.

Grundsätzlich geht es darum wie „hart“ eine Ressource/Anlage ist. Es wird ein Verhältnis zwischen dem aktuellen Bestand (stock) und der jährlichen Produktion (flow) bestimmt. Je höher dieses Verhältnis ist, desto besser ist die jeweilige Ressource/Anlage für einen langfristigen Werterhalt geeignet.

Gold weist aktuell das höchste S2F-Verhältnis auf mit einem Wert von 62. Bitcoin wird nach dem Halving im Mai einen Wert von 50 erreichen und damit bereits Silber hinter sich lassen. In 4 Jahren, beim nächsten Halving, wird der Wert zum ersten Mal den von Gold übersteigen. Damit wäre Bitcoin das härteste Asset in der Menschheitsgeschichte. Aber Moment, das S2F Modell scheint laut einigen Analysten für Bitcoin doch ungeeignet zu sein. Was steckt also dahinter?


Wähle die beste und sicherste Börse für dich

Sich für den richtigen Anbieter zu entscheiden ist nicht immer leicht. Daher empfehlen wir dir einen Blick auf unseren Bitcoin Broker & Börsen Vergleich zu werfen. Handel auf den sichersten und besten Börsen weltweit! Zum Vergleich


Stock-to-Flow Modell fehlerhaft?

Die besagten Analysten sind sich einig, dass es bei Bitcoin keine Inflation gibt. Dadurch gibt es auch sozusagen bei BTC keinen flow. Unter dem Begriff der Inflation ist hier nur die Menge an neuen BTC gemeint, die durch Miner in den Markt gelangt, nicht die Kaufkraft.

Die Argumentation der Analysten ist eigentlich logisch: Im Bitcoin Protokoll ist verankert, dass die maximale Anzahl an BTC 21 Millionen nicht übersteigen kann. Somit ist allen die maximale Menge und die jeweilige Inflationsrate bereits jetzt schon bekannt. Daher gibt es in der Theorie kein zunehmendes Angebot an BTC, da man bereits jetzt von 21 Millionen ausgeht. Stattdessen sind die BTC sozusagen mit einer Sperrfrist versehen, welche nach und nach gelockert wird.

Diese Diskussion hat wohl Nic Carter, einer der bekanntesten Persönlichkeiten aus dem Bitcoin Ökosystem, zum ersten Mal entfacht.

In meinem Buch wurden alle 21 Millionen Bitcoins zu Beginn geschaffen und dann im Laufe der Zeit nach und nach freigegeben. Ich betrachte es als eine Aktie mit zugeteilten, aber nicht übertragenen Aktien.

Wenn wir nun die Definition von Carter als gegeben annehmen und das Angebot (stock) von Bitcoin somit eine feste Zahl darstellt, dann bestimmt nur noch die Nachfrage den Preis auf dem Markt. Die Inflationsrate (flow) von Bitcoin würde somit bei Null liegen. Das würde Bitcoin direkt zu einem deflationären Asset machen und zwar nicht erst im Jahr 2140, wenn keine neuen BTC mehr durch das Mining entstehen.

Hat das Bitcoin Halving somit keine Auswirkung mehr auf den Kurs?

Wenn Carter mit seiner Analyse recht behalten sollte, dann sind alle Bitcoin Halvings praktisch bedeutungslos. Doch so einfach ist es in meinen Augen nicht. Wir haben bereits in der Vergangenheit gesehen, dass die Reduzierung der Block Rewards, also das was die Miner für das Finden eines Blocks bekommen, langfristig zu einem extremen Bitcoin Kursanstieg geführt hat.

Im Endeffekt verdienen ab dem nächsten Halving die Minern nur noch die Hälfte der BTC von heute. In Zahlen sind das aktuell 1.800 BTC pro Tag. Nach dem Halvings sind es nur noch 900 BTC pro Tag. Somit können die Miner theoretisch auch nur die Hälfte der BTC auf dem Markt verkaufen, um ihre Betriebskosten zu decken. Das reduziert eindeutig das mögliche Angebot auf dem Markt an neuen Bitcoins. An dieser Stelle bleibt aber unklar, wieviel die Miner tatsächlich an eingenommenen BTC verkaufen.

Daher hat in meinen Augen das Stock-to-Flow Modell seine Daseinsberechtigung. Dennoch würde ich mich auf die prognostizierten Kursziele nicht verlassen. Wir wissen einfach nicht wie sich der Bitcoin Kurs in diesem und nächsten Jahr entwickeln wird. 100.000 USD pro Bitcoin sind natürlich möglich aber bis dahin ist noch ein weiter Weg. Das gestiegene Interesse in BTC durch die Corona-Krise spielt hier sicherlich in die Karten und steigert langfristig die Nachfrage nach einer alternativen Anlagemöglichkeit, die nicht von Regierungen oder Zentralbanken kontrolliert wird. Wir sind gespannt und halten euch wie immer auf dem Laufenden.

Bitcoin kaufen Zum Vergleich

62 % der privaten CFD Konten verlieren Geld. Kein EU-Investorenschutz.

Was ist deine Meinung, hat Bitcoin nun eine Inflation oder nicht?

Komm in unseren Telegram Chat und tausche dich mit den Experten und der Community aus!
Abonniere zusätzlich unseren News Kanal, um keine News mehr zu verpassen.

[Bildquelle: Shutterstock]

Die Ausführungen in diesem Artikel stellen keine Handelsempfehlungen und keine Anlageberatung dar.