Seit mehr als 10 Jahren funktioniert das Bitcoin Netzwerk tadellos. Dabei schlägt sein Herz mit der Präzision eines Schweizer Uhrwerks im 10 Minutentakt. Dennoch gibt es immer wieder Debatten über einen möglichen Bitcoin Shutdown, bei dem das Netzwerk zum Stillstand kommt. Im heutigen Artikel wollen wir schauen, welche Möglichkeiten es tatsächlich gibt, um es zum Erliegen zu bringen.

So viel sei bereits verraten: Es gibt viele mögliche Szenarien für die Zukunft von Bitcoin. Das Szenario des Todes gehört wohl zu einem der unwahrscheinlichsten Szenarien, die existieren. Viel Spaß!

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Was kann zum Bitcoin Shutdown führen?

Bevor wir uns den Szenarien widmen, fassen wir nochmals die wichtigsten Daten zum Bitcoin Netzwerk zusammen. Diese geben uns einen guten Eindruck über den aktuellen Zustand und lassen uns daher auch die Eintrittwahrscheinlichkeiten der nachfolgenden Szenarien besser einschätzen.

  • Das Bitcoin Netzwerk ist seit nun mehr als 10 Jahren 24/7 aktiv.
  • Es gibt mehr als 10.000 Bitcoin Nodes, die auf der ganzen Welt verteilt sind. Sie bilden das Rückgrat des Netzwerkes.
  • Die aktuelle Hashrate des Bitcoin Netzwerks beträgt 115 Exahashes pro Sekunde

Mit diesen Zahlen gehen wir nun in’s Rennen.

Die Gefahr einer geplanten, globalen Attacke

Bei dem Versuch das Bitcoin Netzwerk lahmzulegen bzw. zu stoppen, zeigen sich die Vorteile desselbigen: es ist nämlich ein dezentrales bzw. verteiltes Computernetzwerk, dessen Knoten geographisch verteilt sind.

Eine Attacke auf das Netzwerk bedarf daher einer geplanten und globalen Aktion. Eines der Stichworte, das hierbei immer wieder fällt, ist die Gefahr der sogenannten 51%-Attacke. Sie ist wohl die ‚realistischste‘ Gefahr, die dem Bitcoin Netzwerk droht.

Einer der Veteranen in der Kryptoszene ist Jimmy Song. Als langjähriger BTC-Entwickler weiß er wohl bestens, wovon er spricht. So schrieb Song bereits vor zwei Jahren in einem Medium-Artikel über die Gefahr der ‚Konzentration von Hashpower durch Miner‘.

Die zentralisierte Herstellung von Mining-Equipment kann ein schlechtes Ende haben. Das wohl gefährlichere Szenario ist allerdings die Konzentration von Hashpower. Dies ist besonders dann gefährlich, wenn eine einzige Firma mehr als die Hälfte der Power des Netzwerks kontrolliert.

Wie realistisch ist die 51%-Attacke?

Diese Frage wollen wir nun ein für alle mal klären. Beginnen wir bei den Kosten. Zum aktuellen Zeitpunkt des Artikels kostet die Durchführung einer 51%-Attacke rund eine halbe Million US-Dollar pro Stunde. Der Punkt ist jedoch der Folgende:

Um überhaupt an die 51% der Hashpower zu kommen, müsste man den Betreibern der Miningpools, welche ein lukratives, berechenbares und nachhaltiges Geschäftsmodell haben, mehr als gewichtige Argumente vorlegen. Die Wahrscheinlichkeit, dass diese sich auf einen solchen Deal einlassen, ist also mehr als gering.


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Kommen wir zum zweiten Punkt: Eine solche koordinierte Attacke müsste unbemerkt bleiben. In Anbetracht der mehr als 10.000 Nodes weltweit ist die Wahrscheinlichkeit hierfür sehr gering.

Sobald ein solches Szenario publik werden würde, würde der Bitcoin Kurs mit aller Wahrscheinlichkeit nach sofort crashen. Welcher Vorteile würde sich also hierdurch für die Angreifer geben? -- Ein monetärer Benefit wäre es höchstwahrscheinlich nicht.

Außerdem bestünde noch die Möglichkeit, dass die Bitcoin Core Developer einen Fork als Ultima Ratio ansetzen. Auch die Tatsache, dass Mining Pools eben nur Pools, also Zusammenschlüsse von Minern sind, und daher nicht die komplette Hashpower physisch besitzen, darf nicht vergessen werden.

Wer mehr hierzu erfahren möchte, bekommt in diesem 2-minütigen Video von Andreas Antonopoulus auch nochmals eine gute Antwort.

Andreas Antonopoulos - 51% Bitcoin Attack

Bitcoin ist gekommen, um zu bleiben!

Wie wir gesehen haben, gibt es keinen rational nachvollziehbaren Grund das Netzwerk stillzulegen. Die ökonomischen Anreize sind so gut gewählt, als dass Miner wohl immer die langfristigen und berechenbaren Erträge einem Angriff vorziehen werden. Selbst im Falle des Angriffs weiß das Netzwerk sich zu verteidigen und könnte durch einen Hardfork eine ‚Blockchain der Ehrlichen‘ realisieren.

Damit Bitcoin also tatsächlich stirbt, müsste wohl etwas anderes geschehen: die Menschen müssten das Interesse an ihm verlieren und BTC nicht mehr nutzen. Mögliche Gründe hierfür könnte eine bessere, sichere und praktischere Alternative sein. In diesem Sinne wünsche ich jedem viel Erfolg, der versucht eine Kryptowährung zu kreieren, die es mit der nun mehr als 10jährigen Erfolgsgeschichte der Kryptowährung Nr. 1 aufnehmen will.

Befürchtest du eine Attacke auf das Netzwerk? -- Siehst du die Gefahr eines Stillstandes als hoch an?

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[Bildquelle: Shutterstock]

Daniel Wenz
Autor
Daniel ist 24, hat einen Bachelor of Science als Wirtschaftsingenieur und ist als Content Creator bei Cryptomonday tätig. Seit 2014 ist er aktiv im Krypto-Sektor unterwegs. Dass es dazu kam, hat er einer Vorlesung zu verdanken, in der über das disruptive Potenzial der Blockchain unterrichtet wurde. Seine Interessen umfassen die Technik und das breite Anwendungsgebiet der Technologie – nicht nur für die Wirtschaft, sondern auch für die Gesellschaft. Um den Zugang zu diesen komplexen Themen zu erleichtern, hat er selbst ein kleines Startup gegründet. Er beschäftigt sich mit der Verbreitung von BTC-Automaten in Deutschland und wirkte maßgeblich an Videos und Büchern mit.