Bitcoin findet immer mehr Anhänger und Anerkennung, doch nicht flächendeckend. So schrieb die Bank of America Bitcoin “blows the doors off prior bubbles” und holt damit zum Schlag gegen die führende Kryptowährung aus.

Michael Hartnett, der Chef-Investmentstratege der Bank of America fand zur aktuellen Situation klare Worte. Ihm zur Folge hat eine Vielzahl von Indikatoren ein „giftiges Gebräu im Jahr 2021“ erschaffen. Tatsache ist, dass laut den Daten der Bank etwa 10 Milliarden US-Dollar letzte Woche in Aktien, 29 Milliarden in Bargeld und 1,5 Milliarden in Gold flossen. Zur gleichen Zeit erhöhte sich die Marktkapitalisierung von Bitcoin um rund 133 Milliarden US-Dollar und das schmeckt den guten Menschen bei der Bank of America offensichtlich gar nicht.

Auch wenn nicht eindeutig nachvollziehbar ist, wie viel Geld tatsächlich in Bitcoin geflossen ist, war es mit Sicherheit eine ganze Menge. Alleine GrayScale berichtete Ende Dezember, dass etwa eine halbe Milliarde Dollar pro Woche ihren Weg in Bitcoin gefunden haben.

Die Narrative von Bitcoin als digitales Gold geht auf

Investoren haben Geld aus Gold abgezogen und in Bitcoin investiert, da die digitale Währung offensichtlich deutlich schneller auf das massenhafte Gelddrucken reagiert. Außerdem wird sie selbst bei großen Unternehmen zunehmend als Portfolio-Diversifizierer angenommen, nachdem zahlreiche Studien zu dem Schluss kamen, dass Bitcoin die risikobereinigten Renditen erhöht.

Statt Bargeld werden nun BTC als Reserven gehalten und das dies den Banken und Regierungen nicht gefällt, ist aus ihrer Sicht nachvollziehbar. Daher ist der Schlag gegen Bitcoin nicht überraschend, doch stellt sie die aktuelle Entwicklung in ein falsches Licht.

Ohne Zweifel kann der parabolische Anstieg des Bitcoin Kurses schnell wie eine Blase wahrgenommen werden. Jedoch hat der Begriff „Blase“ in Zusammenhang mit Investitionen bei vielen einen negativen Beigeschmack. Er impliziert, dass etwas weit über seinem tatsächlichen Wert liegt und ein Kartenhaus konstruiert hat, das nicht anders kann, als irgendwann vollständig in sich zusammenzubrechen. Doch so ist es nicht ganz richtig und warum erkläre ich dir jetzt.

Warum eine Blasenbildung völlig normal ist

Bitcoin ist aus vielerlei Hinsicht etwas besonderes. Allem voran ist es aber die Markteinführung der digitalen Währung, die sich von dem, was wir sonst so kennen, abhebt.

Startups wie es Facebook oder Google auch einmal waren, sind in ihrer frühen Phase durch die Kraft des Securities Act 1933 für die Öffentlichkeit geschlossen. Das bedeutet, dass in diesem Stadium, in dem es ein schnelles Wachstum und eine schnelle Wertsteigerung gibt, das Unternehmen nicht öffentlich gehandelt wird und daher keinen Preis hat, dessen Bewegung wir alle nachverfolgen können.

Es hat jedoch einen privaten Preis, der nur für gut betuchte Investoren und Banken zugänglich ist. Wenn dieser Preis ebenfalls öffentlich ausgewiesen und sich ständig in Echtzeit durch den öffentlichen Handel aktualisieren würde, dann wäre schnell klar, dass auch die Preisentwicklungen solcher Unternehmen wie eine riesige, massive Blase aussehen. Erst wenn das Unternehmen seinen parabolischen Preiszuwachs in dieser Wachstumsphase abgeschlossen hat, realisieren frühe Investoren ihre immensen Gewinne in Form eines Initial Public Offering (IPO) bei der sie ihre Anteile an die Öffentlichkeit verkaufen. So wurde es bei Facebook, Google und alle anderen börsennotierten Unternehmen getan.

Es ist also nicht so, dass Bitcoin eine Blase ist, die irgendwann aufplatzt und mehr oder weniger im Nichts verschwindet. Es ist vielmehr so, dass wir zum ersten Mal von Anfang an Zeuge der echten, öffentlichen Preisbildung eines Vermögenswertes sind. Wir befinden uns in der Phase, in welcher der wahre Wert des zugrunde liegenden Wertgegenstandes während seiner Wachstumsphase erst noch gefunden werden muss. Das ist nicht anders, als mit allen Startups da draußen, nur das wir es in diesem Fall problemlos mitverfolgen und sogar die Freiheit besitzen, mitmischen zu können.

Bitcoin wurde öffentlich mit einem Startpreis von 0$ auf den freien Markt geworfen. Der Markt selbst hat entschieden, dass 1 BTC aktuell rund 40.000$ wert ist. Niemand sonst. Die Volatilität, die sich in parabolischen Kursanstiegen und harschen Korrekturen zeigt, spiegelt lediglich die Unsicherheit eines freien Marktes darüber wider, wo der wahre Wert des digitalen Assets aktuell anzusetzen ist. Das ist schließlich auch nicht so leicht, denn so etwas wie Bitcoin ist zuvor noch nie da gewesen. Uns fehlen also akkurate Vergleichswerte, die wir heranziehen können. Aber eine Blase die irgendwann platzt und verschwindet, ist Bitcoin deswegen nicht. Ganz im Gegenteil, denn es ist eine nie dagewesene Gelegenheit für den „kleinen Mann“ und die „kleine Frau“ von Anfang an dabei zu sein und ebenfalls von der parabolischen Wachstumsphase zu profitieren. Doch darüber aufzuklären, ist wohl nicht im Sinne der Bank of America. In unserem aber schon!

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