Der Präsident der Vereinigten Staaten hat es mal wieder geschafft, sich deutlich in die Währungspolitik des Landes einzumischen. Donald J. Trump hat dazu sein präferiertes Kommunikationsmedium Twitter genutzt. Konkret fordert er die Federal Reserve dazu auf, die Zinsen deutlich zu senken. Kann eine solche Zinssenkung – selbst Negativzinsen werden gefordert – die Leute dazu animieren, ihr Geld in anderen Vermögenswerten wie BTC zu parken und dadurch einen Bitcoin Boom auslösen?

Dan Tapiero, der Gründer von DTAP Capital, bejaht diese Frage. Seiner Meinung nach können Maßnahmen, wie die geforderte Zinssenkung, dazu führen, dass Menschen ihr Vermögen in andere Anlageformen verlagern. Werfen wir einen Blick auf die Gedankengänge dahinter.

Bitcoin kennt keine Negativzinsen – Trump definitiv!

Die Aufgabe von Zentralbanken liegt in der Währungs- und Geldpolitik. Wenn sich nun beispielsweise das Wachstum in einer Volkswirtschaft verlangsamt, bemüht sich die zuständige Zentralbank, die Wirtschaft durch geldpolitische Maßnahmen anzukurbeln. Im Falle einer Rezession ist eine solche geldpolitische Maßnahme eine Zinssenkung, die die Bereitschaft zu sparen reduzieren und die Bereitschaft zu investieren, erhöhen soll.

Anders formuliert: Wer bei einer Bank Geld aufbewahrt, profitiert von einem hohen Zinssatz. Er „belohnt“ diejenigen, die ihr Geld sparen. Ein niedriger Zinssatz hingegen stellt keinen Anreiz zum Sparen dar; er fördert hingegen die Bereitschaft zur Kreditaufnahme, was Konsum und Investitionen stimuliert und dadurch das Wirtschaftswachstum ankurbeln soll.


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Niedrigzinsen als Mittel zur Stimulation der Wirtschaft

Wer zur älteren Generation gehört (ich zähle mich hier nicht dazu), der mag sich vielleicht noch an Zinsen in Höhe von 4-6% auf das Festgeld erinnern. Diese Zeiten sind jedoch schon lange Vergangenheit. Denn nach der Wirtschaftskrise 2008 kam erstmalig das Thema Negativzinsen auf. Die damit verbundene Hoffnung lag (wie oben beschrieben) in der Stimulation der Wirtschaft und einer ’schlagkräftigen‘ Antwort auf die vorher stattgefundene Krise. Seit 2014 haben Länder wie die Schweiz oder auch Japan negative Zinssätze eingeführt – der von der europäischen Zentralbank vorgegebene Leitzins liegt aktuell bei 0,00%.

Viele Ökonomen monieren seit Trumps Präsidentschaft, dass dieser sich in die Währungspolitik der FED einmische und regelmäßig niedrigere Zinssätze fordere. Für Trump, der sich gerne als ‚Job Maker‘ tituliert, sind Niedrigzinsen eine Möglichkeit, die US-Wirtschaft weiterhin anzukurbeln. Da im nächsten Jahr die Präsidentschaftswahlen stattfinden, kommt der Verdacht auf, dass Trump bis dorthin eine gute Bilanz seines Schaffens präsentieren möchte. Mit seinem heutigen Tweet hat Trump nun endgültig deutlich gemacht, dass er kein Problem mit negativen Zinssätzen hätte.

Bitcoin Boom durch Store of Value Rolle?

Kommen wir nach dieser Einleitung zurück zu Dan Tapiero, dem Gründer von DTAP Capital. Dieser ist nämlich der Ansicht, dass die von Trump vorgeschlagenen Negativzinsen, direkt Bitcoin zugute kommen könnten. Wie begründet Tapiero seine Aussage?

Tapiero argumentiert, dass Menschen, die früher damit zufrieden waren, ihr Vermögen bei einer Bank zu lagern, heute dazu ermutigt werden, mit ihrem Geld etwas anderes zu tun. Eine solche „Abwertung des US-Dollars“ könnte die Menschen zu „alternativen Wertspeichern“ führen, sagt Tapiero.

Interessant ist hierbei auch die Tatsache, dass Tapiero Bitcoin und Gold „in einem Atemzug“ erwähnt. Aus theoretischer Sicht ist Taiperos Argumentation nachvollziehbar und solide, dennoch beruht sie auf einer Annahme, an der man zweifeln darf: dem (gesellschaftlichen) Vertrauen in Bitcoin.

Eine Zentralbank führt negative Zinssätze ein, um „Sparer“ dazu zu bringen, ihr Geld von der Bank abzuziehen und zu investieren. Negative Zinssätze als Mittel gegen eine „risikoscheue“ Wirtschaft. Da sich die meisten Leute der „schleichenden Geldentwertung“ (=Inflation) jedoch häufig nicht bewusst sind, kommt eine Verhaltensänderung erst bei tatsächlichen Negativzinsen. Und meiner Meinung nach ist es aktuell noch zu früh, anzunehmen, dass die Mehrheit der US-Investoren Bitcoin als echten Safe-Haven betrachtet und ihr Kapital von der Bank in BTC umschichtet. Anders ausgedrückt: die Angst vor einem „Angriff“ der Sparguthaben durch die US-Notenbank ist noch nicht groß genug.

Ist Bitcoin eine wirkliche Alternative zur Bank?

Wir konstatieren: Bitcoin hat die notwendigen Eigenschaften und Qualitäten, um als effektiver Wertspeicher zu fungieren. Dennoch ist das kollektive Vertrauen in BTC wahrscheinlich zu gering, damit Bitcoin eine valide Alternative zum „Hodlen“ des Geldes auf der Bank wird. Denn aus der globalen Perspektive betrachtet, ist Bitcoin immer noch ein risikoreicher Vermögenswert. Dabei darf man eines nicht vergessen: Bitcoin ist in seiner Konzeption und Umsetzung den „radikalen“ Weg gegangen und unterscheidet sich fundamental von der Art und Weise, wie wir ‚Geld‘ kennen. Misstrauen und Skepsis sind also völlig normal.

Auch, wenn Bitcoin „bereits“ seit 10 Jahren existiert, dürfte diese Zeitspanne noch nicht ausreichen, um die Mehrheit der Menschen von der Stabilität von BTC zu überzeugen. An dieser Stelle kommt das altdeutsche Sprichwort „Kommt Zeit, kommt Rat“.

Denn wenn Bitcoin einfach weitermacht und das Netzwerk weiterhin so funktioniert, wie es das aktuell tut, wird das Vertrauen der Öffentlichkeit in Bitcoin und Kryptowährungen im Allgemeinen wachsen. Wenn das Vertrauen in Bitcoin wächst, wird sich das auch in Zahlen ausdrücken: die Marktkapitalisierung von Bitcoin steigt. Wenn die Marktkapitalisierung ein gewisses Niveau erreicht hat, wird Bitcoin auch ein besserer Store of Value. Denn mit einer hohen Marktkapitalisierung wird es auch schwieriger werden, den Preis zu bewegen. Die Volatilität wird also rückläufig – genau das, was ein Store of Value braucht.

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[Bildquelle: Shutterstock]
QUELLEnewsbtc.com
Autor
Daniel ist 24, hat einen Bachelor of Science als Wirtschaftsingenieur und ist als Content Creator bei Cryptomonday tätig. Seit 2014 ist er aktiv im Krypto-Sektor unterwegs. Das es dazu kam, hat er einer Vorlesung zu verdanken, in der über das disruptive Potenzial der Blockchain unterrichtet wurde. Seine Interessen umfassen die Technik und das breite Anwendungsgebiet der Technologie – nicht nur für die Wirtschaft, sondern auch für die Gesellschaft. Um den Zugang zu diesen komplexen Themen zu erleichtern, hat er selbst ein kleines Startup gegründet. Er beschäftigt sich mit der Verbreitung von BTC-Automaten in Deutschland und wirkte maßgeblich an Videos und Büchern mit.

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