Bitcoin hat vor wenigen Tagen seine erste richtige Difficulty Anpassung nach dem dritten Bitcoin Halving erlebt. Zwar gab es schon eine Difficulty Anpassung knapp 9 Tage nach dem Halving, doch da wurden noch Blöcke hinzugezogen, die noch vor dem Halving unter einer höheren Hashrate gefunden wurden. Daher waren viele der Meinung, dass uns die richtige Miner Kapitulation noch bevorsteht. Diese würde mit einem höheren Verkaufsdruck seitens der Miner einhergehen und somit möglicherweise den Bitcoin Kurs nach unten treiben.

Wie haben sich die Miner nach der letzten Anpassung verhalten? Ist die Miner Kapitulation nun vom Tisch?

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Bitcoin Miner Kapitulation ist ausgeblieben

Um eine Einschätzung zu treffen, wie sich aktuell die Miner verhalten und welche Auswirkungen das auf den Bitcoin Kurs haben kann, ziehen wir am besten die On-Chain Daten hinzu. Einige Unternehmen haben sich schon seit Jahren auf die Auswertung dieser Daten konzentriert und stellen regelmäßig interessante Informationen bereit. So auch das Blockchain-Analyse Unternehmen CryptoQuant.

Laut dem Miners‘ Position Index (MPI) ist die Post-Halving Miner Kapitulation vorerst vorbei. Der MPI gibt an, ob Bitcoin Miner ihre BTC verkaufen oder eher akkumulieren. Je höher der MPI-Wert ist, desto mehr BTC werden von den Minern verkauft und vice versa. Hierfür werden 98% der Wallets aller Miner beobachtet und die ausgehenden Transaktionen gemessen.

Bitcoin Miner Position Index MPI Chart

Am 10 Mai, einen Tag vor dem Bitcoin Halving, stieg der MPI-Wert auf seinen Höchststand in den letzten 5 Monaten von -0,275. Knapp 3 Wochen später fiel der Wert auf -0,752. Mittlerweile liegt der MPI-Wert bei -0,495. Das bedeutet, dass die letzte Difficulty Anpassung nicht zu einer Miner Kapitulation geführt hat. Sonst würde der MPI-Wert aktuell weitaus höher ausfallen. Demnach fand die Kapitulation, falls überhaupt, bereits einen Tag vor dem Halving und beim Halving selbst statt.

An dieser Stelle dürfen wir nicht vergessen, dass es sich bei den meisten Minern um professionelle Unternehmen handelt. Daher waren die Auswirkungen des Halvings auf das eigene Business bereits im Vorfeld so gut wie möglich kalkuliert. Demnach konnten die Miner bereits frühzeitig abschätzen, ob es weiterhin Sinn macht Mining nach der Halbierung der Block Rewards zu betreiben oder nicht.

Miner befinden sich gerade in der Akkumulationsphase

Die Daten aus dem Miners‘ Position Index werden durch ein weiteres Blockchain-Analyse Unternehmen gestärkt. Die Firma Glassnode führt einen ähnlichen Index und beobachtet ebenfalls die Ausgänge der verschiedenen Miner Wallets und setzt es ins Verhältnis zu dem historischen Durchschnitt. Laut Glassnode befinden sich Miner aktuell in der Akkumulationsphase.

Bitcoin Miner Outflow Multiple Chart

Der Miner Outflow Multiple liegt aktuell bei 0,613. Dieser Wert wurde zuletzt Ende 2018 erreicht, als der Bitcoin Kurs auf ca. 3.000 USD fiel. Damals haben Miner ebenfalls angefangen im großen Stil Bitcoins zu akkumulieren. Mit dem folgenden BTC Preisanstieg im ersten und zweiten Quartal 2019 erhöhten sich die Verkäufe der Miner und setzten den Bitcoin Kurs zunehmend unter Druck.

Miner haben einen enormen Einfluss auf das zur Verfügung stehende Angebot. Sie sind zu einem gewissen Teil gezwungen ihre BTC, die sie durch das Mining erwirtschaften, auf dem Markt zu verkaufen. Hauptsächlich um ihre laufenden Kosten zu decken und weitere Investitionen in Hardware und Infrastruktur zu tätigen.

Miner im Bann der Bitcoin Spieltheorie

Die On-Chain Daten zeigen aktuell ein bullishes Bild, doch ganz darauf verlassen sollten wir uns aktuell nicht. Denn letztendlich kann sich das Verhalten der Miner wieder schnell ändern, wenn der Bitcoin Kurs steigen oder fallen sollte. Zudem nimmt aktuell die Hashrate bei Bitcoin durch die letzte Difficulty Anpassung wieder stark zu. Die letzten beiden Anpassungen haben nämlich die Difficulty um ca. 15% gesenkt. Das hat wohl viele Miner dazu motiviert wieder mit dem Mining zu beginnen. Wenn der Trend sich halten sollte, dann können wir bei den nächsten Difficulty Anpassung wieder mit einer höheren Difficulty rechnen, die einige Miner wieder aus dem Mining-Business wirft. Das spieltheoretische Konzept von Bitcoin funktioniert also immer noch ausgezeichnet.

Durch die Akkumulationsphase der Miner wird die Angebotsseite stark reduziert. Auf der anderen Seite sehen wir Unternehmen wie Grayscale, die ihre Position in BTC weiter aufstocken, um die Interessen der institutionellen Investoren zu bedienen. Zudem kommen noch private Anleger dazu, die eigentlich mit einem fallenden Bitcoin Kurs nach dem Halving gerechnet haben und nun wieder hoffnungsvoll gestimmt sind. Die Kombination aus den aktuellen Gegebenheiten könnte zu einem steigenden Kurs führen. Eine Garantie gibt es dafür natürlich nicht. Wir sind gespannt wie sich der Bitcoin Preis verhalten wird und wie die Miner darauf reagieren werden.

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[Bildquelle: Shutterstock, CryptoQuant, Glassnode]

Die Ausführungen in diesem Artikel stellen keine Handelsempfehlungen und keine Anlageberatung dar.