Letzte Woche verlor das DAO-verwaltete DeFi-Protokoll Indexed rund 16 Millionen US-Dollar in Kryptowährung. Verantwortlich für den Angriff war dabei ein College-Student aus Kanada. Jetzt weigert er sich, das Geld zurückzugeben. Es könnte dazu führen, dass es ein Präzedenzfall in der Branche wird.

Auf dem Spiel steht die Rolle der Strafverfolgung in einem unregulierten Sektor, der nach Angaben von CoinDesk inzwischen 220 Milliarden Dollar wert ist. Wann sollte man sich an die Behörden wenden, wenn überhaupt?

Details zum DeFi-Diebstahl

Zuerst meldete der offizielle Twitter-Account von Indexed am 14. Oktober einen Fehler in seinen Liquiditätspools. Fast die Hälfte des Wertes des Protokolls in Höhe von 34 Millionen US-Dollar ging dabei verloren.

Im Zuge der Ermittlungen glaubt das Indexed-Team, dass der Täter identifiziert wurde – es ist ein 18-jähriges Mathegenie namens Andy. Zuvor stand er seit Monaten in Kontakt mit dem Mitglied von Indexed-Team Laurence Day. In einem Tweet (angeblich von Andy) bedankte er sich bei seinen Anhängern sowie Fans. Er bat außerdem um Empfehlungen für einen Anwalt mit Erfahrung in Fällen, die mit Kryptowährungen zu tun haben.

Ein Test von „Code ist Gesetz“

Wenn der Fall vor Gericht geht, könnte er ein Test für „Code is law“ sein. Dieser Satz ist in DeFi-Kreisen geläufig und bezieht sich auf den folgenden Gedankengang: Falls es keine Regulierung gibt, ist der Exploit des einen das Geschäft des anderen. Das Protokoll hat ein sogenanntes „Kampf“-Team zusammengestellt. Zu den Mitgliedern gehören Rotki-Gründer Lefteris Karapetsas, Curve-Mitarbeiter Julien Bouteloup sowie Yearn.Finance-Mitarbeiter „Banteg“.

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Das Team stellte ein Ultimatum: Gebt das Geld zurück oder wir werden euch den Behörden melden. Solche Drohungen haben sich in der Vergangenheit als wirksam erwiesen. Dillon Kellar, ein Mitarbeiter von Indexed, sagte dazu Folgendes:

Er hat deutlich gemacht, dass er nicht aufgeben wird und dass diese belastenden Beweise ihm egal sind. Da hatten wir eine schwierige Entscheidung zu treffen, ob wir einfach zu den Behörden gehen. Wenn wir diese Informationen für uns behalten, nehmen wir die Situation selbst in die Hand, und das konnten wir nicht tun.

Andere DAO-Mitglieder könnten dabei beschließen, die Entschädigung vor einem Zivilgericht einzuklagen, einzeln oder gemeinsam. Wenn das Team die persönlichen Daten von Andy nicht preisgibt, könnte es sie davon abhalten. Das wäre dann ein moralisches Argument zugunsten der Strafverfolgung. Laurence Day sagte in einem Interview mit CoinDesk:

Wir fühlen uns nicht wohl bei dem Gedanken, die Daten öffentlich zu machen, aber Indexed ist keine juristische Person – es ist eine DAO. Dillon und ich haben nicht das Recht, auf diesen Informationen sitzen zu bleiben oder den Rechtsstreit zu übernehmen. Diese Antwort kommt, weil wir in die Enge getrieben wurden.