Das große Potenzial, das Blockchain Technologie nachgesagt wird, ist die Disruption traditioneller Industrien. Jenes von Startups, ebendiese durch besser angepasste Geschäftsmodelle herauszufordern. Wer beides vereint, ist die solarisBank. Ein Tech-Startup mit einer Banklizenz.

Die FinTech-Bank

Die solarisBank hebt sich bereits in ihrer Entstehungsgeschichte von klassischen Banken ab. Beim Berliner Fintech-Inkubator Finleap kennt man sich aus mit Fintech-Startups. Hier macht man es sich zur Aufgabe, Unternehmen zur Gründung zu verhelfen und unterstützt mit einem entsprechenden Ökosystem. Darunter der Versuch, die passenden Banken für ihre Fintechs zu suchen.

Bei dieser Suche stellte man fest, dass es das was man eigentlich braucht in dieser Form noch nicht gab.

„Als wir festgestellt haben, dass man bei vielen FinTech-Geschäftsmodellen oftmals ohne einen Bankenkooperationspartner nicht auskommt, es aber nur wenig Plattformbanken oder Banken mit vernünftigen API Interfaces gab, kam die Idee auf, dass wir unsere eigene Bank gründen, die solarisBank“, erzählt Peter Grosskopf, CTO und Mitgründer des Fintech-Startups.

Seit März 2016 hat das Unternehmen eine Vollbanklizenz der BaFin. Nur zwei Jahre nach der Gründung hat die solarisBank im März 2018 seine Series-B Finanzierungsrunde in Höhe von 56,6 Millionen Euro abgeschlossen.

Institution vs. Agilität: Der feine Unterschied

Nicht nur der technische Ansatz schon bei der Gründungsidee unterscheidet das Startup fundamental von klassischen Banken. Auch die Arbeitsweise ermöglicht es der solarisBank, ähnlich agil zu sein wie ihre Zielgruppe.

„Ich glaube wir haben den großen Vorteil, dass wir in der heutigen Zeit gegründet sind, […] was bedeutet, dass wir moderne Arbeitsweisen und wirklich komplett agile Strukturen haben. Nicht nur im Entwicklungsbereich, sondern bis in die Sales und Legal Organisation rein. Auch ist unser Anteil an Entwicklern recht hoch, aktuell sind rund 42% der 150 Mitarbeiter Entwickler.“

Banken werden in Zukunft immer mehr als Infrastrukturanbieter agieren, statt als reiner Ort zu fungieren, den Menschen für Transaktion oder Aufbewahrung von Geld nutzen – so die Vision des Startups. Gegründet haben sie entsprechend ein Unternehmen, das genau das anbietet: Eine Banking-Plattform statt klassischer Bank.

Das Produkt

Wer als Unternehmen Partner der solarisBank ist, wird sozusagen befähigt, selbst Finanzdienstleistungen in sein Angebot zu integrieren, statt dafür auf eine klassische Bank als Kooperationspartner angewiesen zu sein.

Das funktioniert, indem das Unternehmen moderne Schnittstellen, sogenannte RESTful APIs, bereitstellt, die für Kunden einfach zu integrieren sind.

Mit dem Ansatz „Banking as a Platform“ (BaaP) verfolgt die solarisBank das Ziel, die Dienstleistung von Banken neu zu denken. Weg von der Idee einer zentralen Institution für Finanzdienstleistungen, hin zu einem digitalen Ökosystem, das diese Dienstleistungen auf den Kunden angepasst bereitstellt und die unkomplizierte Implementierung zum Kunden selbst verlagert.

Unternehmen sollen so selbst skalierbare Banking-Produkte entwickeln können – schnell, unkompliziert und auf ihre jeweiligen Bedürfnisse angepasst.

Die Zielgruppe: Internet-Unternehmen und Fintechs

Mit ihrem Produkt reagiert die solarisBank auf einen immer weiter wachsenden Bedarf: digitale Lösungen für digitale Probleme von Internet-Unternehmen, nicht nur was die eigene Technologie betrifft, sondern eben auch im Banking.

Besonders E-Commerce-Unternehmen und digitale Marktplätze stehen vor der Herausforderung, schnell und unkompliziert auf wachsende und sich ständig verändernde regulatorische Anforderungen reagieren zu müssen.

Das Team der Fintech-Bank vereint Expertenwissen aus „alter“ und „neuer“ Welt – Es bringt das technische Verständnis für aktuelle Anforderungen und entsprechend passende Lösungen mit, aber auch das Know-How des klassischen Bankings.

Diese Kombination ist die längst überfällige Antwort auf einen lange unerfüllten Traum der deutschen Digitalindustrie und Peter Grosskopf ist überzeugt, dass sie auch dem disruptiven Potenzial kommender Technologie standhält.

„Ich glaube fest daran, dass die Kernfunktionen oder Kern-Use Cases einer Bank – also Aufbewahrung von Werten, sie von A nach B zu schicken, leihen und investieren und das ganze gebacked durch Trustbuilding-Mechanismen wie zum Beispiel Sicherheitsstandards – bestehen bleiben. Die Technologie dahinter verändert sich, aber der Use Case bleibt bestehen. Banken müssen sich da über ihre Rolle Gedanken machen.“

Das Ziel der solarisBank ist jedenfalls klar: Die Sicherheiten des alten mit den technischen Anforderungen des neuen Systems in Einklang zu bringen.

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Lara zieht als als Product Ownerin und Redakteurin die Fäden hinter den Kulissen von Base58. Als Marketing- und Content-Managerin für einen Coworking Space und Startup-Hub mit Fokus auf Innovation, fand sie ihre Begeisterung für die Blockchain-Technologie und Kryptowährungen. Lara studierte Islamwissenschaften, Politikwissenschaft und Internationale Beziehungen und arbeitete als Dozentin sowie an interdisziplinären Forschungsinstituten.