Ripple CEO Brad Garlinghouse sprach an diesem Dienstag (08.10) in Manhattan im Rahmen des ‚The Economic Club of New York‘ und ließ es sich hierbei nicht nehmen, Seitenhiebe gegen den Konkurrenten Swift zu verteilen. Swift hat mit seinem internationalen Zahlungsnetzwerk, zu dem über 11.000 Banken und Finanzinstitute gehören, ein Quasi-Monopol in diesem Markt.

Garlinghouse betonte bei seiner Rede, dass die Banken Swift nicht mögen, XRP eine Verbesserung von Bitcoin sei und Ripple in Kombination mit XRP ein 20 Billionen (engl. trillion) Dollar Problem löse. 

Ripple und XRP lösen 20 Billionen Dollar Problem

Auch wenn Swift einige Anstrengungen tätigt, ihr eigenes Zahlungsnetzwerk attraktiver zu gestalten, indem Transaktionskosten und -dauer reduziert werden, sagte Garlinghouse in Manhattan, dass Banken Swift nach wie vor nicht mögen (engl. banks don’t like Swift).

Zum aktuellen Zeitpunkt sei der Kampf zwischen Ripple und Swift gut mit dem von David gegen Goliath vergleichbar: so zählt Swift aktuell 11.000 Banken und Finanzinstitute im eigenen Netzwerk, wobei es bei Ripple „nur“ 200 Banken und Finanzinstitute sind. Dennoch löse Ripple ein echtes Problem, das Garlinghouse auf 20.000.000.000.000 US-Dollar beziffert. Werfen wir einen Blick auf die konkreten Aussagen:

Wir haben eine ungefähre Summe von 20 Billionen US-Dollar, die jedes Jahr über die Grenzen hinweg bewegt wird. Der aktuelle Zustand sieht so aus: das aktuelle Netzwerk [gemeint ist Swift] ist voll mit Fehlern, langsam und zudem noch teuer. Es ist wirklich kaputt. Wenn ich mit Banken spreche, ist das eine wunderbare Sache für mich, denn Banken mögen Swift überhaupt nicht. Sie sind frustriert mit Swift. Ihre Kunden mögen Swift auch nicht. Ja und genau das ist die perfekte Ausgangslage, wenn man ein Produkt in diesem Bereich verkauft.

Der folgende Tweet bezieht sich genau auf den Ausschnitt, in welchem Garlinghouse auf die eben genannten Punkte eingeht:

XRP als Brückenwährung – Liquidität durch den nativen Ripple Token

Da das auf der Veranstaltung ansässige Publikum nicht nur aus Experten und Branchenvertretern, sondern auch aus „Newbies“ bestand, ging Garlinghouse nochmals explizit auf die Verwendung und Essenz von XRP im Kontext von Ripple ein. Dabei betonte er auf der einen Seite, dass XRP eine „Weiterentwicklung“ von Bitcoin sei und das Skalierungsproblem von BTC löst. Auf der anderen Seite sagte er, dass Ripple auf Grund der Tatsache, dass es 55% des gesamten XRP Bestands besitzt, ein großes Interesse an dem Erfolg von XRP habe. Wörtlich klingt dies dann wie folgt:

Die ursprünglichen Ingenieure, die den XRP Ledger entwickelt haben, waren früher Bitcoin Entwickler, die bemerkt haben, dass Bitcoin mit der Zeit ein Skalierungsproblem hat.

Er erklärte daraufhin in einfachen Worten die Unterschiede zwischen XRP und Bitcoin:

Die Idee war die Folgende: wenn du Mining betreibst, sorgt dies für langsame Transaktionen mit der Zeit. Außerdem werden die Transaktionen teuer. Es gibt bessere Wege dies zu tun. Und so haben unsere Ingenieure einen neuen Mechanismus entwickelt – ich möchte nicht zu tief in’s Detail gehen, sondern es in einfachen Worten zusammenfassen: XRP benötigt kein Mining, um Transaktionen zu verifizieren.

Last, but not least ging Garlinghouse auf die (häufig kritisierte) Verteilung der XRP ein:

Diese eben beschriebene Gruppe an Ingenieuren hat nun die XRP Technologie entwickelt. Es ist eine open-source Technologie. Ripple besitzt eine Menge an XRP – genauer gesagt, besitzen wir 55% aller XRP. Es ist also offensichtlich, dass wir sehr daran interessiert sind, dass dieses Ökosystem erfolgreich wird.

Ripple löst mit XRP ein echtes Problem – Ist der Rest nur Spekulation?

Interessanterweise bezeichnete Garlinghouse den Rest des Kryptomarktes weitestgehend als Spekulation. Viele der Kryptowährungen lösen – im Gegensatz zu Ripple mit XRP – kein echtes Problem. Dennoch sei der Gesamtmarkt mit einem täglichen Handelsvolumen von 40 – 50 Milliarden US-Dollar sehr liquide.

Ich denke, dass 99,9% des Crypto-Tradings reine Spekulation ist. Das ist eine beeindruckende Zahl. Es werden 40 – 50 Milliarden  pro Tag gehandelt. Der Markt ist wirklich sehr liquide.

Nun kommen wir zu einer seiner (meiner Meinung nach) spannendsten Aussagen, da er damit den Nagel auf den Kopf trifft. Denn mittel- bis langfristig, so Garlinghouse, hängt der Wert von einer Kryptowährung von der tatsächlichen Anwendung und Lösung eines Problems in der „echten“ Welt ab. Garlinghouse macht dies an einem greifbaren Beispiel fest und erklärt anschließend, welches Real-World-Problem Ripple mit XRP löst.

Ripple nutzt XRP, um damit ein Problem aus der Bankenwelt zu lösen. Ich möchte dazu eine kleine Anekdote verwenden: Wenn wir eine Wette abschließen würden, wer zuerst und somit am schnellsten 10.000 Dollar von hier nach London transportiert, würde ich gewinnen. Ich würde an den JFK-Flughafen fahren und nach London fliegen; ja, das wäre die schnellste Möglichkeit, Geld zu bewegen. Dieser Fakt ist im Jahr 2019 und dem Zeitalter des Internets wirklich erstaunlich.

Anschließend kommt Garlinghouse auf den eigentlichen Anwendungszweck von XRP zu sprechen und betont hierbei auch, dass es neben Ripple noch weitere Firmen gibt, die mit XRP arbeiten.

Wir benutzen XRP also um Banken zu helfen, grenzüberschreitende Zahlungen zu vereinfachen. In der XRP-Welt gibt es jedoch noch andere Firmen, die andere Dinge damit tun, wie beispielsweise Mikro-Payments oder Identitätsmanagement. Eben andere Dinge mit der open-source Technologie von XRP. Ripple jedoch fokussiert sich voll und ganz auf die Banken-Branche.

Garlinghouse optimistisch gegenüber der Zukunft von XRP

Der Ripple CEO schließt den Talk mit optimistischen Worten für die Zukunft von Ripple und insbesondere XRP ab. So sagte er, dass ein Stablecoin wie USDC, den Coinbase und Circle geschaffen haben, eine interessante Sache, um das Volatilitätsrisiko zu minimieren. Aber dennoch müsse man anschließend von Dollar zu beispielsweise Pesos konvertieren können. Es muss also irgendetwas geben, das diese Brücke schlägt. Und genau das ist es, was Ripple mit XRP tut. So sagte er

Lasst uns XRP als das effizienteste, liquideste und einfachste zu nutzende Medium für grenzüberschreitende Zahlungen machen. Wir verkaufen die Verbindung zweier Endpunkte; wir verkaufen die API, damit sich Organisationen auf beiden Seiten verbinden können. Und wenn hunderte von Banken XRP dafür nutzen, ja dann denke ich, wird dies der Liquidität von XRP sehr gut tun.

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Garlinghouse sieht glorreiche Zeiten für XRP und attestiert Swift eine große Unbeliebtheit. Eigeninteresse oder berechtigte Aussagen? Komm in unseren Telegram Chat und tausche dich mit den Experten und der Community aus. Abonniere zusätzlich unseren News Kanal, um keine News mehr zu verpassen.

[Bildquelle: Shutterstock]
QUELLEBradley Garlinghouse Talk @ The Economic Club of New York
Autor
Daniel ist 24, hat einen Bachelor of Science als Wirtschaftsingenieur und ist als Content Creator bei Cryptomonday tätig. Seit 2014 ist er aktiv im Krypto-Sektor unterwegs. Das es dazu kam, hat er einer Vorlesung zu verdanken, in der über das disruptive Potenzial der Blockchain unterrichtet wurde. Seine Interessen umfassen die Technik und das breite Anwendungsgebiet der Technologie – nicht nur für die Wirtschaft, sondern auch für die Gesellschaft. Um den Zugang zu diesen komplexen Themen zu erleichtern, hat er selbst ein kleines Startup gegründet. Er beschäftigt sich mit der Verbreitung von BTC-Automaten in Deutschland und wirkte maßgeblich an Videos und Büchern mit.

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