Die nigerianische Zentralbank soll heute die digitale Währung eNaira einführen. Das berichtet CoinDesk unter Berufung auf Bloomberg. Der von der Zentralbank gestützte digitale Coin (Central Bank Digital Currency, auch CBDC) wird parallel zur Währung des Landes Naira existieren, aber sie nicht ersetzen. Laut einer per E-Mail übermittelten Erklärung der Bard wird eNaira „Finanztransaktionen für alle Schichten der Gesellschaft einfacher und nahtloser machen“.

Start von eNaira war ursprünglich für Anfang Oktober geplant

Die Entwicklung von eNaira dauerte mehrere Jahre. Im August wurde Bitt Inc als technischer Partner für die Entwicklung der digitalen Währung ausgewählt. Die Zentralbank kündigte Pläne zur Einführung des virtuellen Registers vier Monate nach dem Verbot von Krypto-Transaktionen im Land an. Die harte Maßnahme trat in Februar in Kraft, da man Kryptowährungen als eine Gefahr für das Finanzsystem ansieht.

Ursprünglich war die Einführung für den 1. bis 4. Oktober geplant, wurde aber wegen des 61. Jahrestages der Unabhängigkeit des Landes verschoben. Die Währung soll dazu beitragen, die Abhängigkeit Nigerias von Bargeld zu verringern und die wirtschaftliche Stabilität des Landes zu fördern. Die Zentralbank erwartet nicht, dass alle Bankkunden die Währung sofort verwenden werden.

Regierung hat Probleme mit Kryptowährungen

Die nigerianische Regierung, insbesondere die Finanzbeamten, haben mit der zunehmenden Beliebtheit von Kryptowährungen im Land zu kämpfen. Das Land sieht in den CBDCs ein wirksames Mittel, um gegen die Popularität digitaler Vermögenswerte in diesen neuen Zeiten vorzugehen. Eine von der Zentralbank genehmigte Wallet wird eNaira begleiten. Die Nutzer können sie für Zahlungen unterwegs nutzen oder sie mit ihren Bankkonten verknüpfen.

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Vor- und Nachteile von CBDCs

CBDCs funktionieren genau wie das Geld, das die Menschen auf ihren Bankkonten sehen. Die Zentralbank wird dabei eine komplette Kontrolle über eNaira haben. Die Bewohner des Landes können die digitale Währung direkt in ihren Wallets aufbewahren. Digitalen Währungen von Zentralbanken haben einige Vorteile gegenüber dezentralisierten Coins. Sie sind reguliert und von einer staatlichen Stelle, in der Regel der Zentralbank des Landes, abgesichert. In der Regel sind CBDCs an das im Land verwendete Papiergeld gekoppelt. Bitcoin und anderen Kryptowährungen sind im Gegensatz dazu ungesichert, unreguliert und werden nicht selten für kriminelle Aktivitäten genutzt.

Samuel Sule, ein Direktor bei der Investmentbank Renaissance Capital, kommentierte die Nachricht wie folgt:

eNaira ist der Versuch der nigerianischen Zentralbank, mit anderen Ländern weltweit Schritt zu halten, da dezentrale Formen der Wertaufbewahrung und des Zahlungsverkehrs immer mehr an Bedeutung gewinnen. Es gibt grundlegende philosophische Fragen im Zusammenhang mit der Zentralisierung digitaler Währungen. Das könnte sie für einen großen Teil ihrer Nutzer unattraktiv machen. Abgesehen davon bleibt die Geldpolitik rechtlich gesehen der ausschließliche Zuständigkeitsbereich der Zentralbanken. Daher sind alle Arbeiten, die sich mit neuen Formen der Wertaufbewahrung und -übertragung befassen, vertretbar.