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33 % aller deutschen Unternehmen fahren ihre Ausgaben zur Digitalisierung herunter

33 % aller deutschen Unternehmen fahren ihre Ausgaben zur Digitalisierung herunter

Zuletzt aktualisiert am 8th Feb 2023
Hinweis
  • Im internationalen Vergleich der digitalen Wettbewerbsfähigkeit landet Deutschland auf Platz 19.
  • 2023 droht ein Jahr zu werden, in dem Unternehmen ihre Investitionen in die Digitalisierung zurückfahren.

Dänemark ist nicht nur regelmäßig das Land mit den zufriedensten Menschen, sondern landete 2022 auch noch an der Spitze einer weiteren Top-Liste – im Bereich der digitalen Wettbewerbsfähigkeit. Im vorherigen Jahr hatte die USA noch die Nase ganz vorn, wurde nun aber auf Platz 2 verdrängt.

Cryptomonday.de hat herausgefunden, dass viele skandinavische und asiatische Länder befinden sich in der Top 15: Schweden und Finnland sind mit dabei, aber auch Singapur, Hongkong und Taiwan. Deutschland schaffte es mit dem 19. Platz gerade noch so in die Top 20.

Die digitale Bereitschaft der Länder wurde anhand von mehr als 50 Kriterien innerhalb von drei Kategorien gemessen: Vorbereitung für die Zukunft, Wissen und Technologie. Gemessen wird die Bereitschaft und die Kapazität, neue digitale Technologien anzunehmen und die Wirtschaft, Regierung und die weitere Gesellschaft zu verändern.

Stempel, Lichtbildausweis und doppelte Kopie, bitte

Nicht selten fliegt die herablassende Alliteration der Digitalwüste Deutschland herum. Und jeder, der schon einmal einen mehrseitigen BAföG-Antrag ausgefüllt hat, versucht hat, ein altes Sparkonto aufzulösen, oder seinen Wohnsitz ummelden wollte, weiß aus erster Hand, wie es um die Digitalisierung der deutschen Ämter steht.

Ob dies ein Ende haben könnte? Die deutsche Regierung stellte letztes Jahr den Dreijahresplan für die neue Digitalstrategie vor, die die Digitalisierung in unterschiedlichen Bereichen angehen will:

  • Vernetzte Gesellschaft, inklusive Bildung, Mobilität und Kultur

  • Innovative Wirtschaft, inklusive Forschung, Klimaschutz und Landwirtschaft

  • Digitaler Staat, inklusive Verwaltung, Justiz und Cybersicherheit

Es bleibt zu hoffen, dass die Strategie mehr Erfolg hat, als das 2017 erlassene Online-Zugangsgesetz. Der Plan war, dass bis Ende 2022 Bund, Länder und Kommunen ihre Verwaltungsleistungen auch digital anbieten – doch kaum 20 % der Leistungen wurden innerhalb der geplanten fünf Jahre digital umgesetzt.

Drei Schritte vor, zwei Schritte zurück

Die Regierung mag große Pläne für die Digitalisierung Deutschlands haben, aber wie sieht es bei Unternehmen aus? 2022 gaben 43 % der Unternehmen an, mehr Geld für die Digitalisierung ihres Unternehmens ausgeben zu wollen, 15 % davon sogar sehr viel mehr. 2023 haben nur noch 18 % der Unternehmen vor, mehr Geld in die Digitalisierung zu stecken, davon nur 2 %, die sehr viel mehr investieren wollen.

Deutschland hinkt im Bereich der Digitalisierung vergleichsweise hinterher: Auf dem Index für Digitale Wirtschaft und Gesellschaft belegt Deutschland gerade einmal Platz 13 der 27 Mitgliedsländer der EU. Es bleibt abzuwarten, ob sich die in vielerlei Hinsicht fest verankerten bürokratischen Hürden überwinden lassen.
Jonathan Merry, CEO von CryptoMonday.de

Mehr als 80 % der Unternehmen haben vor, in 2023 entweder keine Änderungen an ihrem Budget für Digitalisierung vorzunehmen oder dieses sogar herunterzufahren. Es bleibt zu hoffen, dass dies nicht der Anfang eines Rückwärtstrends ist.

Miriam Strohe

Miriam Strohe

Miriam liebt Semikolons, Gedankenstriche und Et-Zeichen. Sie lebt seit über zehn Jahren in London und verbringt ihre Zeit mit Schreiben, Übersetzen und Korrekturlesen in den Bereichen Theater, Kunst, Kultur, Sport und Finanzwesen.