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NFTs bei Instagram geben der Kreativbranche neue Hoffnung

NFTs bei Instagram geben der Kreativbranche neue Hoffnung

Zuletzt aktualisiert am 22nd Sep 2022
Hinweis

Die Gerüchte in der Branche hielten sich hartnäckig, nun folgt die offizielle Bestätigung: Wie Meta-Chef Mark Zuckerberg und Adam Mosserie (Instagram) auf Facebook und bei Twitter ankündigten, werden die sogenannten „Non-fungible Token“ bald auch auf Instagram verfügbar sein. Bei NFTs handelt es sich um einen Eintrag in ein fortlaufendes digitales Register, die Blockchain. Sie eignen sich dafür, digitale Inhalte und deren Besitzer eindeutig zu bestimmen. Laut eigener Aussagen startet auf Instagram nun erst einmal eine Testphase, weitere „ähnliche Funktionen“ seien auch bald auf Facebook verfügbar. Dass das Konzept der NFT Instagram Künstlern und Künstlerinnen enorme Chancen bietet, ist allen Beteiligten klar.

Wie NFTs bei Instagram funktionieren sollen

Zuerst soll eine ausgewählte, kleine Gruppe von Nutzer und Nutzerinnen in den USA von der neuen Funktion Gebrauch machen können. So soll es möglich sein, im eigenen Feed, den bekannten Stories und in Nachrichten NFTs anzuzeigen. Detailinformationen zu den genutzten NFTs erhalten Instagram Nutzer, in dem auf gekennzeichnete Schlüsselwörter, den Tags, geklickt wird. Über diesen Weg sehen Nutzer, wer Ersteller und Besitzer des digitalen Inhalts ist. Die im Mai startenden Funktion wird zuerst nur einer kleinen Community offenstehen, um daraus die neue Funktion massentauglich allen Nutzer anzubieten. Auch wurde bekanntgegeben, dass keine Kosten für das Teilen der NFT-Objekte anfallen. Insbesondere Künstler und Künstlerinnen würden hier profitieren, die insbesondere durch die vergangenen Pandemie-Jahre enorme Einnahmeausfälle erlitten haben. Technisch gesehen basieren die NFTs auf den Blockchains Ethereum und Polygon.

Besonders die Kreativbranche hofft auf die Blockchain

Schon zu Beginn der Corona-Pandemie haben einige Künstler und Künstlerinnen versucht über NFTs wichtige Einnahmen zu generieren. Besonders beliebt dabei: die Royalty Fees. Sie bezeichnen Teilbeträge, die bei jeder Transaktion eines vom Künstler veräußerten NFTs an selbigen zurückfließen. So können beispielsweise Musiker exklusive Merchandise-Artikel anbieten und bei jedem Weiterverkauf, erhält der Künstler einen prozentualen Anteil des Preises. Weitere Anwendungsfälle sind auch begrenzte Meet-and-Greet- Teilnehmerplätze, Song- oder Album-Previews oder auch das Mitwirken in Musikvideos. Der Kreativität sind für die Ersteller der NFTs kaum Grenzen gesetzt. Besonders im Bereich von Kunstwerken sind NFTs bereits im Mainstream angekommen. Dass nun die Meta- Unternehmen auf die Blockchain setzen, schürt in der Kreativbranche nun besonders große Hoffnung, eine noch größere Zielgruppe zu erreichen.

Sven Stober ist Digital Artist bei FMP.studio und ordnet die Entwicklung ein und ist noch vorsichtig hinsichtlich des Hypes um die Token: „Als 3D Artist erwarte ich ehrlich gesagt nicht viel davon, dass Meta/Instagram NFT's anbieten wird, weil meiner Ansicht nach die Zukunft von digitaler Kunst nicht in statischen Medienformaten wie zweidimensionalen Bildern oder Videos liegt. Der erste Hype um NFT's, als quasi reines Handelsgut, scheint unter anderem aus diesem Grund abzuflauen und bleibt stark verhaftet in der Altersstruktur der Generation Selfie, deren Interessen, subjektiv gesehen, eher in der Vermarktung von bestehendem künstlerischen Konzepten und Content liegt, als in der Kreation von neuem. Die zurzeit geltenden Limitierungen der Darstellungsmöglichkeiten von NFT's im klassischen Bereich des gerahmten Bildes, schränken die Möglichkeiten doch arg ein. Erst mit der Einbindung von dreidimensionalen grafischen Ebenen innerhalb einer erweiterten Realität, sehe ich den Durchbruch von NFT's in künstlerisch relevanten Anwendungsbereichen. Die eigentliche Revolution liegt meiner Ansicht nach, zurzeit in der Zertifizierung von digital erstellten Inhalten, also der unveränderlichen Kennzeichnung eines Urhebers. Die unübersichtliche Gemengelage von Verwertungsrechten insbesondere bei Meta/Facebook, sowie die gewollt eingeschränkte Transparenz des Unternehmens sehe ich ebenfalls als Hindernis für das Vorhaben.“

Dass NFTs auch im PR- und Marketing-Bereich eine bedeutende Rolle einnehmen kann, weiß Kush Sharma von NFT-MAKER.IO und ist optimistisch: „Der Schritt von Instagram, NFTs zu unterstützen, ist eine große Sache, weil er die Technologie legitimiert und dazu führen könnte, dass mehr Unternehmen und Organisationen sie übernehmen. Dies ist ein großer Schritt nach vorne für die Krypto-Community und einer, über den wir uns alle freuen sollten. Ich glaube, dass es nur eine Frage der Zeit sein wird, bis andere Plattformen diesem Beispiel folgen.“

Auch Vicktoria Klich, Founding Partner von w3.fund, ist überzeugt von dem großen Potenzial: „Insgesamt bin ich also ein großer Fan der Massenadoption im Web3-Bereich. Ehrlich gesagt mag ich es weniger, was Meta macht bzw. wie sie sich in dem Space positionieren wollen, aber wann immer es eine Möglichkeit gibt, Künstlern und neuen Nutzern die NFT- und BlockchainTechnologie näher zu bringen, halte ich das für einen großen Schritt nach vorn. Derzeit gibt es kein wirklich benutzerfreundliches Produkt, wenn es um einfach zu bedienende Tools für Kreative und Künstler geht, und ich denke, dass Instagram hier eine große Chance bietet. Ich verstehe, dass viele Leute es nicht mögen, wenn große zentrale Unternehmen sich einbringen möchten (was im Grunde den ganzen dezentralen Ethos der Blockchain-Communities bricht), aber der Markt kann sich nicht entwickeln, wenn wir keine institutionellen Unternehmen und ihre Produktteams haben, die in den Raum eintreten. Ich finde es auch cool, dass sie mehrere Blockchains einbinden und nicht nur Ethereum - um mehr Zugang zu ermöglichen. Ein großer Pluspunkt ist auch der Fokus auf Creator und nicht auf Investitionen. Für die Öffentlichkeit werden NFTs normalerweise mit teuren Jpegs von Affen assoziiert, während es eigentlich viel mehr gibt, mit dem man interagieren kann. Ich bin optimistisch, weil ich das große Potenzial sehe, aber gleichzeitig denke ich, dass es noch viel mehr Aufklärungsarbeit für Creator und User braucht, um den Mehrwert von NFTs zu erkennen und effektiv zu nutzen.”

Der Gründer von NFT Club Berthold Glass sieht vor allem Metas NFT-Vorstoß auch als Fingerzeig für die Eventbranche: „Die Integration in Instagram ist ein weiterer Schritt, die NFTs von der Nische zum Massenmarkt bringen. Und das Anzeigen oder Teilen alleine ist nicht alles: In 3 bis 5 Jahren wird jedes Konzertoder Konferenzticket ein NFT sein und wir werden NFTs für zig weitere Anwendungen auf dem Smartphone nutzen.“

First-Mover Twitter: Plattform unterstützt NFTs seit Januar 2022

Bereits seit Anfang des Jahres 2022 bietet die Twitter-Plattform NFTs an. Der Kurznachrichtendienst, der für 44 Milliarden Euro von Tesla- Chef Elon Musik gekauft wurde, zeigt NFTs als sechseckige Profilbilder an. Dass nun Instagram und vermutlich auch Facebook auf den Zug aufspringen werden, war zu erwarten. Es ist die nächste Evolutionsstufe des Internets. Angefangen beim Web 1.0, das das World Wide Web eher als Informationsmöglichkeit interpretierte, folgte die zweite Phase in der digitale Interaktionen und Social Media ihren Siegeszug feierten. Im Web 3.0 geht es nun um digitale Besitztümer und wiederholt große Chancen in der Nutzung des Internets. Mosseri ist sich daher auch bewusst, dass mit den beiden Meta-Plattformen nochmal eine deutlich größere Zahl an Internetnutzern auf NFTs aufmerksam werden könnten. Zu den Plänen rund um das Metaverse passen diese Nachrichten, denn auch dort könnte bald ein digitales Handelsgeschäft eine essentielle Rolle spielen. Wann die Funktionalitäten rund um NFT Instagram Künstlerinnen bald auch in Deutschland zur Verfügung stehen, bleibt abzuwarten.

Sergio Quinonez

Sergio Quinonez

Sergio ist SEO-Berater und Content- und PR-Stratege mit Sitz in Berlin. Er arbeitet seit mehreren Jahren als Content-Marketer mit einem breiten Spektrum an Wirtschafts- und Finanzthemen, zuletzt mit Schwerpunkt auf den Bereichen Kryptowährungen.