Bitcoin hat wahrlich nicht nur aufgrund seiner dezentralen Natur an Aufmerksamkeit gewonnen, sondern vor allem durch seine starke Performance und Kursanstieg der letzten 10 Jahre. Viele die mit einsteigen wollen, träumen von ähnlichen Renditen und können es kaum abwarten, bis die Millionen auf dem digitalen Bankkonto erscheinen. Dabei glauben viele, dass bei Bitcoin die Luft bereits raus ist und es sowieso nicht viel weiter hoch gehen kann. Dementsprechend wird nach vielversprechenden Alternativen gesucht, um den Traum vom Millionär doch noch zeitnah zu erreichen.

Bei dem ganzen Optimismus geht die Objektivität schnell verloren und man lässt sich von großen Versprechen bestimmter Crypto-Projekte täuschen. Hierbei handelt es sich oft nicht nur um fehlgeschlagene ICOs (Initial Coin Offerings), sondern auch um Scams (Betrug). Immer wieder stehen Unternehmen unter Verdacht ein Ponzi (=Schneeballsysteme) zu betreiben und damit den Investoren das Geld aus der Tasche zu ziehen. So ergeht es aktuell auch dem Unternehmen Karatbars mit seinen beiden Kryptowährungen Karatgold Coin (KBC) und Karatbank Coin (KCB).

Karatbars mit Karatgold Coin (KBC) im Visier der BaFin

Die Finanzaufsicht BaFin und die Staatsanwaltschaft gehen nun gegen die Karatbars International GmbH, mit dem Gründer Harald Seiz an der Spitze, vor. Bereits seit 2011 gibt es das fragwürdige Unternehmen, welches sich hauptsächlich auf den Vertrieb von Gold konzentriert hat. Dabei war die Idee Gold in kleinen Stückelungen zu verkaufen und über ein sogenanntes Multi-Level-Marketing (MLM) zu vertreiben. MLM in Verbindung mit Finanzprodukten endet immer in der Insolvenz des Unternehmens und dem Totalverlust der Anleger. Das zumindest zeigt die Vergangenheit.

Harald Seiz, der das Unternehmen ins Leben gerufen hat präsentiert sich gerne auf den unzähligen Promo-Events von Karatbars. Er ist nach dem starken Bitcoin Kurs Anstieg in 2017 und dem damit einhergehenden ICO Boom auf eine glorreiche Idee gekommen – ein goldgedeckter Coin. Dafür gründete er eine Stiftung im Karibikstaat Belize, um den Karatgold Coin (KBC) in Verkehr zu bringen. Laut eigenen Angaben hat Seiz allein in der ersten Monaten im Jahr 2018 über 40 Millionen Euro durch Investoren eingesammelt. Um an diesem Erfolg anzuknüpfen, wurde daraufhin ein weiterer Coin erstellt – Karatbank Coin (KCB).

Am Montag hat nun die BaFin angeordnet, die Ausgabe von KBC einzustellen und abzuwickeln. Laut der BaFin werde das E-Geld-Geschäft in Deutschland „ohne Erlaubnis“ betrieben. Dabei wurden mittlerweile Einnahmen von knapp 100 Millionen Euro generiert. Jetzt soll das ganze Geld an die Investoren zurückfließen. Karatbars und Seiz stellen sich aber weiterhin gegen die Anordnung und behaupten, dass die KBC nur in Form von Bonus-Zahlungen an die Investoren herausgegeben wurden. Zudem gehe die BaFin das Ausland nichts an, denn der Herausgeber ist immer noch die Stiftung in Belize.

Krypto-Bank in Miami und Gold-Mine in Madagaskar

Dabei konnten die Anleger durch den Kauf verschiedener Verkaufspakete einen bestimmten Status im Unternehmen erlangen, welche mit einer gewissen Anzahl an Coins belohnt wurden. Dazu gab es auch immer Rabattkarten, um neue Investoren zu werben und an den neuen Einnahmen mitzuverdienen.

Doch Karatgold geht noch einen Schritt weiter. Seiz behauptet eine „voll lizensierte Bank“ in Miami gekauft zu haben. Es soll die weltweit erste Kryptobank der Welt werden. Über diese Bank wurde angeblich eine Gold-Mine auf Madagaskar gekauft, die Gold in Wert von 900 Millionen Euro verspricht. Mit dieser Geschichte hat es Karatbars mit seinem Karatgold Coin (KBC) geschafft weitere Investoren für sich zu Gewinnen. Dabei konnten scheinbar 100 KBC jederzeit in 1 Gramm Gold getauscht werden. Dadurch stieg der Preis im Juni auf ein Allzeithoch von knapp 0,12 USD.


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Karatbars – Probleme mit Behörden, gefälschte Dokumente und nicht vorhandene Beweise

Im Juli 2019 kam dann der Knall. Es lassen sich zu diesem Zeitpunkt nur wenige KBC tatsächlich in Gold tauschen. Der Kurs bricht infolge dessen um 80% ein. Dabei steigt nicht nur die Anzahl der kritischen Kommentare aus dem Lager der Investoren, sondern die ersten Ungereimtheiten werden durch das größte Crypto und Blockchain Nachrichtenportal Coindesk aufgedeckt.

Dabei geht es um die Finanzaufsicht in Florida, die gegen Karatbars, aufgrund einer nicht vorhandenen Bank-Lizenz ermittelt. Ebenso hat Coindesk die im Whitepaper von Karatgold Coin (KBC) genannte Gold-Mine „Fort Dauphin“ in Madagaskar überprüft. Dabei stellte sich raus, dass es diese Mine zwar tatsächlich gibt aber dort bereits ein anderes Unternehmen abbaut – kein Gold, sondern Titan und Zirkon. Das Gutachten über das Goldvorkommen scheint also gefälscht zu sein.

Seiz stellt sich sogar den kritischen Reportern des Handelsblatt und gibt auch zu, dass er wohl mit der vorhandenen Lizenz der Bank in Miami zu voreilig war. Er gibt die Schuld seinem Ex-Partner, der alles leugnet, und beharrt weiterhin darauf, dass es diese Gold-Mine gibt. Beweise dafür kann er aber bis heute nicht liefern.

Die Probleme mit Behörden, die nicht vorhandenen Beweise der Gold-Reserven und die gefälschten Dokumente lassen nicht nur Seiz im Regen stehen, sondern auch Karatbars. Zwar müssen wir die Ermittlungen, ob es sich bei Karatbars um einen Ponzi handelt, erstmal abwarten, doch alle vorhandenen Informationen lassen kaum andere Gedanken mehr zu.

Bitcoin (BTC) als Alternative mit hohem Potenzial

Die suche nach der einmaligen Chance im Leben führen Investoren oftmals zu Unternehmen und Kryptowährungen, die sich am Ende als Betrug herausstellen. Der Krypto-Markt ist immer noch jung und das mögliche Potenzial gewaltig. Dabei sollte man sich aber auf etablierte Krypto-Projekte konzentrieren, statt sich von Versprechen fragwürdiger Projekte einwickeln zu lassen. Bitcoin hat in diesem Zusammenhang den längsten Trackrekord von über 10 Jahren und kein Unternehmen dahinter, welches Fehlentscheidungen treffen oder gar betrügerisch agieren kann.

Es ist freies Geld auf dem freien Markt mit der Möglichkeit sich als das bessere Gold zu etablieren. Bitcoin bietet eine Alternative zu unserem klassischen Finanzsystem und bringt uns erstmalig die Freiheit unser Geld außerhalb des Systems zu halten. Die meisten beschäftigen sich nicht ausreichend mit Bitcoin und erkennen dementsprechend nicht das große Ganze dahinter. Die Skepsis der Mehrheit in Bezug auf BTC gibt uns in der aktuellen Situation genau den nötigen Raum, um uns vielleicht schon bald in Richtung neues Allzeithoch zu bewegen.

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[Bildquelle: Shutterstock]