Was macht ein gutes Investment aus? Diese Frage haben sich wohl schon sehr viele Generationen an Investoren gestellt. Wie unterschiedlich die Antworten darauf sein können, zeigt die Vielzahl an unterschiedlichen Anlagestilen, die die Finanzwelt bereithält. Während manche eher auf Cash Flow in Form von Umsätzen von Firmen oder Mieteinnahmen achten, betrachten andere die Seltenheit eines Assets als ausschlaggebend. So tut es beispielsweise auch PlanB, dessen Stock-to-Flow Modell auf der digitalen Knappheit von BTC aufbaut. Doch wie sieht das bei Ethereum aus? Kritiker der zweitgrößten Kryptowährung sehen einen entscheidenden Nachteil im Code von ETH, welches es zu keinem guten Investment machen könnte. Vitalik Buterin dagegen räumt mit dieser Kritik nun auf. Ist Ethereum also doch ein gutes Investment?

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Vitalik Buterin räumt mit Kritik an Ethereums Geldpolitik auf

Bitcoin ist mit Abstand die bis dato erfolgreichste Kryptowährung. Doch woran liegt das genau? Neben dem First Mover Advantage liegt das vor allem auch an der besonderen Geldpolitik von BTC: Obergrenze von 21 Millionen Coins, vorbestimmter Zufluss an neuen Coins (Inflation), Halbierung der Block Rewards alle 4 Jahre (Halbierung der Inflationsrate).

Bei der zweitgrößten Kryptowährung Ethereum sieht das dagegen ganz anders aus. ETH hat keine bestimmte Obergrenze an Coins. Trotzdem soll die Inflation wie bei BTC mit der Zeit abnehmen. Das kommt dadurch zustande, dass jährlich maximal 18 Millionen neue Ether zu den bereits existierenden hinzukommen können und die prozentuale jährliche Inflation so langfristig abnimmt. Doch genau für diese Geldpolitik bzw. für eine unzureichende Geldpolitik wird Ethereum oft kritisiert und Investoren fragen sich, ob ETH deshalb ein gutes Investment sein kann.

Der Co-Founder von Ethereum, Vitalik Buterin räumt nun mit dieser Kritik in einem neuen Twitter Post auf, indem er zeigt, dass die aktuell existierende Menge von 111,3 Millionen Ether weit hinter der im Whitepaper geplanten Menge von 150,8 Millionen ETH liegt:

Angebot an ETH, von der das Whitepaper sagt, dass wir sie heute hätten: 150,8 Millionen
Tatsächliches ETH-Angebot heute: 111,3 Millionen
Versucht also bitte nicht zu behaupten, dass Ethereum von inflationistischen Technokraten betrieben wird.


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Weiterhin keine Obergrenze

In einem Aprilscherz im Jahr 2018 schlug Buterin öffentlich vor, eine Obergrenze von 120 Millionen Ether einzuführen, nur um kurz danach seine tatsächliche Meinung kundzutun, dass er weiterhin keinen Sinn in einer Obergrenze für Ethereum sieht.

Mit der Überführung zu Ethereum 2.0 soll in den kommenden Jahren die Inflationsrate auf 0,5-2,0% sinken. Bei BTC ist sie seit dem Halving am 11. Mai diesen Jahres schon auf 1,8% gesunken und wird 2024 auf 0,9% sinken.

Doch wie steht es nun um die Frage, ob Ethereum ein oder kein gutes Investment ist? Hier sei gesagt, dass es bei der Frage nach einem guten Investment nicht nur die Seltenheit der alles entscheidende Faktor ist. Gerade bei Kryptowährungen ist es noch wesentlich wichtiger, dass sie einen klaren und guten Use Case hat.

BTC ist hier mit seinem Narrativ als „digitales Gold“ und als unkonfiszierbares Asset weit vorne. Ethereum dagegen muss sich hier erst noch finden. Nach dem ICO Boom und den immer wieder verschobenen Updates zu Ethereum 2.0, scheint nun der DeFi Trend ETH wieder Leben einzuhauchen. Abzuwarten bleibt, wie sich dies in Zukunft genau entwickeln wird. Leider ist es bei der Frage wie gut ETH als Investment geeignet ist also wie so oft: nur die Zukunft wird es zeigen.

[Bildquelle: Shutterstock]

Die Ausführungen in diesem Artikel stellen keine Handelsempfehlungen und keine Anlageberatung dar.