Der Digitale Euro kann zu einem Meilenstein in der Entwicklung der Geld- und Währungspolitik der Europäischen Union werden. Sollte es zu einer Einführung des Digitalen Euros in den 19 Ländern des Euro-Raums kommen, würde dies die Art und Weise wie wir Transaktionen durchführen fundamental ändern.

Damit stünde final fest, dass der Digitalisierung von Währungen nichts mehr im Wege steht. Christine Lagarde, die Vorsitzende der Europäischen Zentralbank, gab nun bekannt, dass im Januar des kommenden Jahres eine finale Entscheidung zum Digitalen Euro getroffen wird.

Zu diesem Zeitpunkt werden wir entscheiden, ob wir mit dem Projekt Digitaler Euro weitermachen werden.

Digitaler Euro in Aussicht? – Entscheidung 2021

Am 11 und 12. November veranstaltete die Europäische Zentralbank ein Online-Diskussionsforum, welches die Rolle der Zentralbanken in einer sich verändernden Welt thematisierte.

Dabei sprach auch die Vorsitzende, nämlich Christine Lagarde, über die Rolle der EZB aus ihrer Sicht. Ein zentrales Thema waren hierbei die sogenannten Central Bank Digital Currencies, kurz CBDC. Dabei betonte Largarde, dass es ihr nicht um Schnelligkeit, sondern viel mehr um eine saubere Lösung ginge.

Die EZB sehe die Digitalisierung von Währungen daher nicht als Wettkampf oder Rennen an, so Lagarde. Nachdem die EU nun bereits ausführliche Studien zur Umsetzung und den damit verbundenen Auswirkungen eines Digitalen Euro in Kraft gesetzt hatte, wird eine finale Entscheidung hierzu im Januar 2021 erwartet.

Lagarde sagte hierzu:

Im Januar 2021 werden wir über den Digitalen Euro entscheiden. Meiner Meinung nach – aber die Entscheidung wird im Kollektiv getroffen werden – sollten wir diesen Ansatz weiter verfolgen.

Demnach ist Lagarde also Pro-Digitaler Euro und ein Verfechter der Digitalen Währung.

Umsetzung hinsichtlich AML und Privatsphäre

Lagarde betonte jedoch auch, dass es nach wie vor Herausforderungen geben. Die konkreten Umsetzungspläne, falls es überhaupt zu einem Digitalen Euro kommt, sind daher noch nicht bekannt.

Insbesondere Aspekte wie die Geldwäschebekämpfung und die Wahrung der Privatsphäre sind zentrale Themen, die geklärt werden müssen. Wer sich also nun fragt, wie lange ein solcher Prozess bis hin zu einer eventuellen Einführung dauern könnte, erhält folgende Antwort:

Beim Digitalen Euro handelt es sich um ein Projekt, welches 2, 3 oder auch 4 Jahre an Zeit benötigt, bevor wir es launchen.

In dem eben zitierten Forum sprachen auch andere Zentralbankgrößen wie der Vorsitzende der Federal Reserve, Jerome Powell. Powell selbst vertrat dabei eine ähnliche Meinung wie Lagarde. So betonte der Vorsitzende der amerikanischen Notenbank, dass es wichtiger sei, „eine korrekte Umsetzung“ zu haben als „zu versuchen, die ersten“ zu werden.

Wie ist deine Meinung zum Digitalen Euro? – Würdest du ein solches Projekt befürworten und welche Auswirkungen kann ein solches Vorhaben auf das Krypto-Ökosystem haben?

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Daniel Wenz
Autor
Daniel ist 24, hat einen Bachelor of Science als Wirtschaftsingenieur und ist als Content Creator bei Cryptomonday tätig. Seit 2014 ist er aktiv im Krypto-Sektor unterwegs. Dass es dazu kam, hat er einer Vorlesung zu verdanken, in der über das disruptive Potenzial der Blockchain unterrichtet wurde. Seine Interessen umfassen die Technik und das breite Anwendungsgebiet der Technologie – nicht nur für die Wirtschaft, sondern auch für die Gesellschaft. Um den Zugang zu diesen komplexen Themen zu erleichtern, hat er selbst ein kleines Startup gegründet. Er beschäftigt sich mit der Verbreitung von BTC-Automaten in Deutschland und wirkte maßgeblich an Videos und Büchern mit.