Das amerikanische Nachrichtenmagazin TIME hat gestern eine Sammlung von Non-Fungible Token (NFT) auf den Markt gebracht. Sammler haben damit die Chance, bis 2023 unbegrenzten Zugang zu seiner Website zu erhalten. Einem Bericht zufolge heißt die Kollektion TIMEpieces und besteht aus 4.676 Token, die mit digitalen Kunstwerken verknüpft sind. Jeder NFT kostete zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Artikels 0,1 ETH (etwa 281 $).

Berichten zufolge begann der Verkauf heute früh, und die gesamte Kollektion war innerhalb weniger Minuten ausverkauft. Das war zwar ein Erfolg für TIME, aber der Verkauf hat die Ethereum-Blockchain überlastet und die Transaktionsgebühren in die Höhe getrieben. Einem Daten-Tracker zufolge mussten die Sammler aufgrund der Transaktionsgebühr fast den vervierfachen Preis bezahlen. So gingen von einer Wallet-Adresse beispielsweise 70.000 Dollar für 10 TIMEpieces weg.

Der Plan von TIME für den NFT-Start sah vor, die NFTs zu einem bestimmten Zeitpunkt freizugeben. Die potenziellen Käufer konnten die Stücke nach dem Prinzip „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst“ erwerben. Den Daten des Blockchain-Explorers Etherscan zufolge haben jedoch Bots statt echter Menschen die NFT geprägt. Das ist aus den Zahlen ersichtlich, wonach die 100 Adressen mit den meisten NFTs in der TIMEpieces-Sammlung 24 % des Angebots besitzen.

Die Prioritätsgebühr von Ethereum hat zum Chaos beigetragen

Zusätzlich zu der Überlastung hat das Ethereum-Design das Problem durch seine Prioritätsgebühr noch verschlimmert. Dabei handelt es sich um eine zusätzliche Gebühr für Nutzer. Sie soll Schürfer dazu ermutigen ihre Transaktionen vor anderen zu wählen, die nicht so viel Geld in ihre Transaktionen gesteckt haben. Da das Netzwerk überlastet durch die Anzahl der Interessenten überlastet war, nutzten einige die Prioritätsgebühr zu ihrem Vorteil.

Diese Taktik ging jedoch nicht für alle auf. So beklagte sich beispielsweise ein Enthusiast, der sich auf Twitter @Zeneca_33 nennt.

Trotz des Ansturms auf die NFTs wissen die Käufer immer noch nicht, was sie gekauft haben. Denn die NFTs führen lediglich zu einem roten TIME-Logo. Der Präsident von TIME, Keith Grossman, sagte jedoch, dass die einzelnen Kunstwerke heute um 22.00 Uhr online sind. Ihm zufolge müssen die Sammler die Schaltfläche zum Aktualisieren der Metadaten auf OpenSea verwenden. Danach können sie zu sehen, was sie besitzen.

Obwohl der Verkauf erfolgreich war, stimmte Grossman zu, dass er unordentlich war. Die ungleiche Verteilung der NFTs und die hohen Gebühren waren alles andere als ideal. In Bezug auf die Gebühren sagte er, dass er aus diesem Vorfall viel gelernt habe. Grossman teilte mit, dass man eigentlich nur 10 NFTs von einer einzelnen Wallet-Adresse erwerben kann. So hoffte man, Bots zu stoppen.

Obwohl diese Bemühungen keine großen Früchte trugen, sagte Grossman:

Wir werden sicherstellen, dass beim nächsten Mal alles, was wir gesehen haben, was schief gelaufen ist, oder was nicht so gelaufen ist, wie wir es geplant hatten, behoben wird.