Die deutsche Industrie steht im Jahr 2018 noch immer vor einer ihrer bisher größten Herausforderungen. Eine zeitgemäße Digitalisierung ist zum heutigen Tag noch nicht erreicht, Technologien entwickeln sich sehr viel schneller, als die Industrie mithalten kann. Das Internet of Things und seine smarte Vernetzung hat hier bereits einen gewissen Beitrag geleistet. Eine zentrale Frage, die sich dieser Tage nicht nur Entwicklern, sondern auch Entscheidern in Deutschlands wichtigsten Wirtschaftszweigen stellt, ist: Welche Unterstützung kann Blockchain an dieser Stelle leisten?

Was brachte uns das Internet der Dinge?

IoT – Internet of Things. Nur wenige Begriffe vielen in den letzten 2 Jahren so häufig, wie das Internet der Dinge. Viel Potenzial wurde gesehen in der Idee, Dinge und Produkte smarter zu gestalten, stärker zu vernetzen.

Besonders in Industriezweigen wie Transport und Logistik haben IoT Anwendungen enorme Fortschritte hervorgebracht. Bereiche wie etwa Frachtüberwachung oder das Management von Produktionsanlagen können durch technische Vernetzung in Echtzeit analysieren und reagieren und in der Konsequenz sehr viel zeit- und kosteneffizienter arbeiten. Die Blockchain-Technologie vermag dieses Potenzial in einigen Bereichen nun noch zu steigern.

Iot und Blockchain – Drei mögliche Anwendungsgebiete

Bislang sind Anwendungsgebiete der Blockchain für viele hauptsächlich im Zusammenhang mit Kryptowährungen oder allgemein im Finanzsektor sichtbar. Besonders für die Industrie 4.0 jedoch ist die Technologie nicht minder interessant.

1. Transport und Logistik

Für Transport- und Logistikunternehmen war nicht nur das Internet of Things eine gewinnbringende technische Entwicklung. Auch Blockchain bietet in diesem Feld diverse Möglichkeiten, Prozesse transparenter zu gestalten, manipulationssicherer zu machen und Daten sicherer zu speichern. Eine effizientere und sicherere Gestaltung von Supply Chain Management-Strukturen ist nur ein Use Case für eine Symbiose von IoT und Blockchain. Das Potenzial der Blockchain: nicht nur Ursprung eines Produktes, auch die Schnittstellen zwischen Unternehmen und Kunden können über die gesamte Lieferkette hinweg nachvollzogen werden. Die Speicherung dieser Daten auf der Blockchain, sowie die Abwicklung über „Smart Contracts“ soll sie zudem manipulationssicher machen.

Blockchain-Lösungen, die es ermöglichen Informationen entlang von Lieferketten transparenter und somit nachvollziehbarer zu machen, sowie Datensicherheit zu optimieren, bieten für verschiedene Branchen die Möglichkeit, auf längt vorhandene Anforderungen adäquat zu reagieren. Die Pharmaindustrie und die wachsende Bedeutung von Supply Chain und in diesem Sektor sind nur ein Bespiel für einen Markt mit hohem Bedarf an dezentralen Lösungen in der Logistik.

2. Versicherungsbranche

Die Versicherungsbranche beschäftigt sich bereits eingehend mit Blockchain als mögliche Technologie für eine Weiterentwicklung der eigenen Branche.

Besonders für Versicherer ist das Potenzial von Smart Contracts interessant: über intelligente Versicherungsverträge können besonders zeit- und kostenintensive Bereiche von Versicherern automatisiert und Zahlungen und Transaktionen direkt abgewickelt werden. Werden bestimmte, über Smart Contracts vorher definierte Bedingungen, erfüllt, werden entsprechende Zahlungen angewiesen und Fälle abgeschlossen.

Versicherer wie etwa die MünchnerRück oder Allianz setzen auf das Potenzial der Blockchain und investieren bereits in entsprechende Pilotprojekte.

Ein weiteres Anwendungsbeispiel sind sogenannte Microinsurances. Dabei handelt es sich um Kleinstversicherungen und -transaktionen, die für große Versicherer unattraktiv sind. Kosten für Administration und das Aufsetzen des Vertrages sind teurer, als der Nutzen für Versicherer. Durch Peer-to-Peer Lösungen, die keinen Versicherer benötigen, können solche Transaktionen trotzdem möglich gemacht werden. Sie ermöglichen außerdem besonders abgelegenen Regionen, transparente, sichere und unkomplizierte Transaktionen durchzuführen, etwa in Katastrophenfällen.

3. Energiesektor

Auch in der Energiebranche bringt Blockchain Technologie neue Möglichkeiten für Industrie und Kunden auf den Radar. Bereits das IoT hat diesen Sektor verändert. Smarte Vernetzung hat dazu beigetragen, etwa Verbraucherverhalten besser analysieren und Bedarfe so individueller anzupassen zu können. Ansätze für Blockchain setzen auf noch mehr Individualität. Die Stichworte für erste Anwendungsbeispiele sind Micro Grid oder auch Smart Grid.

Microgrid meint eine Form der dezentralen Energiegewinnung, unabhängig vom klassischen Energievernsorgungsnetz.

Eines der ersten populären Projekte ist das Brooklyn Microgrid Project. Die Idee wurde seitdem vielfach aufgenommen: Stromdirektvermartung Peer-to-Peer. Das New Yorker Community Projekt ermöglicht es Stromerzeugern mit Photovoltaikanlagen, ihren überschüssigen Strom direkt an Abnehmer innerhalb ihrer lokalen Community verkaufen. Die Abrechnung erfolgt mittels Blockchain-Datenbank ebenfalls Peer-to-Peer, also ohne etwa Stadtwerke oder andere Energieversorger als Mittelsmann zu benötigen.

Durch die Nutzung von sogenannten Lithium-Ionen-Akkus sind die Nutzer auch im Falle eines Stromausfalles versorgt.

Dieses Beispiel verdeutlicht, wie die Zukunft auch im Energiesektor aussieht, wenn es nach den Pionieren auf diesem Gebiet geht: dezentral.

[Bild: ImYanis/Shutterstock.com]

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