Mit dem Internet of Things werden aktuell alle Teile des Lebens vernetzter. Im Bereich Versicherung können intelligente Sensoren die Regulierung von Schäden vereinfachen und Versicherungsbetrug verhindern.

Fälschungssichere Sensordaten dank Blockchain

Ob die vernetzte Heizung, die sich bei Bedarf via Handy von unterwegs anschalten lässt oder das intelligente Fenster, das sich bei Regen automatisch schließt: der Alltag wird mit Hilfe des Internet of Things bequemer und zum Teil auch sicherer. In Kombination mit Sensoren werden seit einiger Zeit spezielle Versicherungspolicen erarbeitet, die bei Elementarschäden wie Überflutung automatisch anschlagen. Tritt ein Schaden auf, bekommt der Versicherer die relevanten Daten übermittelt und kann auf Basis dessen automatisch eine Regulierung vornehmen. Für die Datensicherheit kann die Blockchain sorgen: statt lokal beim Kunden werden die Daten dezentral abgelegt, eine Fälschung der Daten ist nahezu unmöglich, da die jeweiligen Einträge auf mehr als einem Server abgelegt werden. Wird ein Messwert manipuliert, ist dies über die Blockchain einfach ersichtlich.

Smart Contracts für selbst regulierende Versicherungsverträge

Bei der Regulierung mit Hilfe von IoT unterstützen die Versicherer sogenannte Smart Contracts, spezielle Protokolle, die die Verträge festhalten und überprüfen, aber auch die Abwicklung technisch unterstützen. Dies geht sowohl im Haus als auch außerhalb. Ein Beispiel hierfür ist die smarte Sicherheitspolice für Fahrzeuge. Eine integrierte Blackbox ist mit den relevanten Daten des Versicherungsvertrags ausgestattet und überprüft, ob vorgegebene Parameter vom Versicherungsnehmer eingehalten werden. Fährt dieser beispielsweise zu schnell, wird die Versicherung entsprechend höher gestuft, die Beiträge steigen.

Wichtig an diesem Mechanismus ist die Transparenz für alle Beteiligten sowie eine beinahe Fälschungssicherheit der Daten.

IoT ergänzt und unterstützt die Logistik

Abseits des häuslichen Bereiches hilft die Blockchain in Verbindung mit dem Internet of Things in weiteren Bereichen. Ein Beispiel dafür ist der Logistiksektor. Hier kann Fracht mit Hilfe von Sensoren auf dem kompletten Transportweg ständig unter Beobachtung gehalten werden. Muss beispielsweise Frachtgut wie Obst stets auf einer bestimmten Temperatur gehalten werden, kann dies von einem Sensor im Container überwacht werden. So kann zum Teil schon vor Erreichen des Ziels festgestellt werden, ob die Ware noch in Ordnung ist – und ein eventueller Transportschaden sofort reguliert werden.

Für die Landwirtschaft bedeutet der Einsatz von Sensoren ebenfalls eine schnellere Regulierung von Schäden. Regnet es beispielsweise vor dem geplanten Erntedatum oder hat das Wetter einen Einfluss auf den Ernteertrag, können Bauern automatisch ihre Ausfallpolice in Anspruch nehmen. Bislang mussten lange Wartezeiten in Kauf genommen werden.

Automatische Regulierung bei Flugverspätungen

Weniger Internet of Things, aber ein gutes Beispiel für eine weitere intelligente Versicherung, die mittels Blockchain abgesichert wird, ist die dezentrale Flugversicherung von AXA, die voraussichtlich noch in diesem Jahr für alle Flüge bereitstehen soll. Diese nutzt die Flugdaten von Flightstats und zahlt automatisch in Form von Ethereum aus, wenn der Flug eines Versicherungsnehmers verspätet oder ausgefallen ist.

Das Internet of Things macht das Leben bequemer – und kann im Schadensfall dabei helfen, dass Schäden schneller und unbürokratischer reguliert werden können. Schadensmeldungen werden obsolet, ein Versicherungsbetrug wird stark erschwert (wenn nicht sogar unmöglich gemacht). Bisher nötige Mittelsmänner (z.B. Gutachter) werden je nach Anwendungsfall ebenfalls ersetzt, dies senkt die Kosten sowohl für den Versicherungsnehmer als auch für den Versicherer.

[Bild: spainter_vfx/Shutterstock.com]
Kathrin Grannemann
Autor
Kathrin ist Redakteurin für Base58. Kathrin hat Anglistik und Literaturwissenschaften an der Ruhr-Universität in Bochum studiert und entdeckte schon früh ihr Interesse an journalistischer Arbeit. Seit über zehn Jahren arbeitet sie für verschiedene Verlage und ist spezialisiert auf Themen aus den Bereichen Forschung, Wissenschaft und Technik. Auf Grund ihres technischen Hintergrunds interessiert sie sich vor allem für Blockchain-Anwendungsfälle.

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