Egal ob klassischer Finanz- oder moderner Cryptomarkt – so ziemlich alle Märkte dieser Welt (und somit auch Bitcoin) haben eine Gemeinsamkeit: sie sind zyklisch und durchlaufen hierbei verschiedene Phasen. Wahrscheinlich hat der ein oder andere Leser bereits von den vier Konjunkturphasen gehört. So durchlaufen Märkte, ganze Volkswirtschaften und letztendlich auch die globale Wirtschaft regelmäßig die vier Zyklen der Depression, dem anschließenden Aufschwung (Expansion), gefolgt von dem wirtschaftlichen Boom, der auch irgendwann endet und dann in eine Rezession übergeht.

Wir möchten daher heute schauen in welcher der vier Phasen Bitcoin sich gerade befindet. Wie steht es um die Nummer Eins der Kryptowährungen, wenn wir die klassischen Konjunkturzyklen betrachten. Sind wir in einem wirtschaftlichen Aufschwung, der uns bis zum Halving in eine Boom-Phase bringt oder klopft- nach den schleppenden letzten Wochen – das Gespenst der Rezession an der Tür?

Bitcoin und die Konjunkturzyklen: Wie steht es um BTC?

Um ein Bild des zyklischen Verhaltens von Bitcoin zu erhalten, skizzieren wir zunächst nochmal kurz die BTC-Historie seit Dezember 2017. Es ist wohl unabstreitbar, dass Bitcoin mit seinem (damaligen und aktuellen) Allzeithoch in einer Boom-Phase war und den absoluten Höhepunkt erreicht hatte. Die Monate davor waren ein tadelloses Beispiel für einen wirtschaftlichen Aufschwung (Expansion) bei dem Bitcoin seinen Wert binnen eines Jahres verzwanzigfachte. Nun gut, auf einen Boom folgt immer eine Rezession. Selbiges geschah nun auch bei BTC als dieser im Jahr 2018 von initial 13.000 US-Dollar auf ca. 4.000 USD bis Ende des Jahres fiel.

Nun sind wir gedanklich und zeitlich im Jahr 2019 angekommen. Bitcoin startete das Jahr bei ungefähr 3.900 Dollar und konnte dann – von diesem wirtschaftlichen Tiefpunkt ausgehend – binnen sechs Monaten einen raketenhaftigen Anstieg erleben, indem BTC auf fast 14.000 Dollar anstieg. Damit verzeichnete der Bitcoin Kurs teilweise Year-To-Date Gewinne in Höhe von 350 Prozent und war damit das best-performing Asset.

Mit dem Erreichen des Jahreshoch nahmen wiederum auch die Stimmen zu, die zeitnah neue All-Time-Highs prognostizierten und Bitcoin im nächsten großen Bullrun sahen. Nun sind wir im November und das Jahr ist fast zu Ende. Im Vergleich zum Jahreshoch vom Juni musste Bitcoin gute 35-40 Prozent einbüßen. Bewegt sich Bitcoin nun also nach dem wirtschaftlichen Boom im Juni wieder in eine Rezession, die uns zu einem weiteren Tiefpunkt führen wird oder handelt es sich eher um einen kurzfristigen Dämpfer?


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Die Psychologie der Marktzyklen

Wir betrachten hierzu einen Tweet eines Daytrades, der auf Twitter unter dem Namen @coinzada agiert. Vorweg: James oder auch Coinzada ist in der Cryptoszene keine bekannte Person und daher möchte ich ausdrücklich betonen, dass man seinen Worten nicht zu viel Gewicht geben sollte.

Vielmehr soll der Gedankengang dahinter zu einer Diskussion anregen. James‘ Tweet als solcher wurde bereits auch kontrovers kommentiert. Hierbei gibt es einige Stimmen, die ihm bei seiner These widersprechen. Nun gut, kommen wir zurück zum Thema.

Expansion oder Rezession? – Ein gespaltenes Bild zu Bitcoin

Laut James‘ Analyse ähnelt der Bitcoin Kurs Verlauf (hier: beginnend im Jahr 2015) dem sogenannten Wall Street Cheat Sheet. In diesem Cheat Sheet wird auf leicht belustigende Weise die Psychologie hinter den Marktzyklen dargestellt. Während in Phasen einer Expansion bis hin zum Boom (man denke an die Monate März – Dezember 2017) die meisten Investoren noch dachten, dass sie die nächsten Warren Buffets seien, kühlt die Stimmung schnell ab, wenn es mit dem Kurs wieder nach unten geht.

Auf die Boomphase folgt zunächst ein starker Kursdrop (wie auch wir ihn erlebten) und eine Phase der Abkühlung. Diese Abkühlung wird oft mit Worten wie „Bitcoin muss sich nur ein wenig für den nächsten Bullrun erholen“ kommentiert. Auf eine Abkühlung folgt nun eben ein erneuter Preisanstieg, wobei dieser dann – so die Logik des Cheat Sheets – nur als Ausgangspunkt für einen tieferen Fall und den Beginn einer neuen Rezession steht.

Auch wenn die letzten Wochen vielleicht nicht der Erwartungshaltung mancher Investoren gerecht wurden konnten und im vergangenen Monat auch die hoch-gehypte Prophezeiung brach, sollte man nicht voreilig das Ende von Bitcoin beschwören. Das Halving steht im kommenden Mai an und wir können uns kaum (eigentlich gar nicht) vorstellen, dass dieses bereits in irgendeiner Weise eingepreist ist. Andere User kommentieren diesen Tweet und sehen das aktuelle Bild komplett gegensätzlich.

So sehen sie Bitcoin vielmehr gerade in der Vorbereitungsphase für einen kommenden Bullrun. Egal wie man das Blatt nun wendet und dreht. Meiner Meinung nach gibt es aktuell viele positive fundamentale Signale für Bitcoin. Seien es die neuen Rekordhochs bei Bakkt, die zunehmende Bitcoin Adoption, die Blockchain-Faszination Chinas oder eben das bevorstehende Halving. Dennoch gilt wie immer: keiner von uns hat eine Glaskugel zur Hand und das macht die Sache auch so spannend!

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Wie denkst du über den aktuellen Zustand von Bitcoin und dessen Marktzyklen? Stehen wir kurz- bis mittelfristig eher vor einem Auf- oder Abschwung?

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[Bildquelle: Shutterstock]
Daniel Wenz avatar
Autor
Daniel ist 24, hat einen Bachelor of Science als Wirtschaftsingenieur und ist als Content Creator bei Cryptomonday tätig. Seit 2014 ist er aktiv im Krypto-Sektor unterwegs. Das es dazu kam, hat er einer Vorlesung zu verdanken, in der über das disruptive Potenzial der Blockchain unterrichtet wurde. Seine Interessen umfassen die Technik und das breite Anwendungsgebiet der Technologie – nicht nur für die Wirtschaft, sondern auch für die Gesellschaft. Um den Zugang zu diesen komplexen Themen zu erleichtern, hat er selbst ein kleines Startup gegründet. Er beschäftigt sich mit der Verbreitung von BTC-Automaten in Deutschland und wirkte maßgeblich an Videos und Büchern mit.