Bitcoin-Anleger müssen sich entscheiden: Investieren Sie Zeit und Geld, um die Kryptowährung als Zahlungsmittel oder als Wertspeicher zu nutzen? Diese Entscheidung treffen Anleger häufig unbewusst. Sie kommt meist in ihrer Art und Weise der Nutzung von Bitcoin zum Ausdruck, ohne dass die einzelnen Nutzer groß darüber nachdenken würden, dass es noch andere Sichtweisen geben mag. 

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Wie das Verhältnis Bitcoin-Nutzer zu Bitcoin-Anleger sein mag, ist weitgehend unklar, da es dazu kaum Studien gibt. Eine der wenigen seriösen Studien zum Thema Crypto zeigte im Sommer, dass rund 2-9 Prozent der Internetnutzer überhaupt Kryptowährungen besitzen. Jede weitere belastbare Studie über die aktuelle Nutzung von Bitcoin & Co ist da sehr willkommen.

Nun legte der US Online Broker Charles Schwab eine Analyse (zum Report) von knapp 150.000 Sparplänen seiner Kunden vor. Diese umfangreiche Studie bringt neue valide und gleichzeitig überraschende Erkenntnisse: Zwar spielt der Bitcoin im täglichen Leben kaum eine Rolle, gerade für die junge Generation der Millennials wird er aber immer interessanter.

Bitcoin als Zahlungsmittel?

Da Bitcoin-Transaktionen mit Gebühren verbunden sind, macht die Nutzung von Bitcoin als Zahlungsmittel oft erst ab einer bestimmten Schwelle Sinn. Mit anderen Worten: Der per App in Bitcoin bezahlte Kaffee kann für Gastronom und Kaffeegenießer mit prozentual hohen Fees verbunden sein. Dadurch macht die Bitcoin-Zahlung am Point of Sale bislang wirtschaftlich wenig Sinn, technische Neuerunge wie das Lightning Network sind noch nicht weit genug verbreitet um für diesen Anwendungsfall flächendeckend in Frage zu kommen. 

Die Wirtschaftlichkeit ändert sich mit Transaktionsgröße und Anwendungsbereich: Im internationalen (“cross-border”) Zahlungsverkehr und vor allem im Netz können Bitcoin-Überweisungen fast immer schneller und günstiger ausgeführt werden, als sie heute vom traditionellen Bankwesen aktuell ermöglicht werden. Dann machen Bitcoins als Zahlungsmittel Sinn. Nichtsdestotrotz unterliegt Bitcoin teils massiven Kursschwankungen, wodurch die virtuelle Währung als zukünftig gängiges Zahlungsmittel ausgeschlossen werden kann. 


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Oder zur Anlage?

Viele Bitcoin-Fans vergleichen den König unter den Kryptowährungen deswegen mit dem Gold des digitalen Zeitalters. Für diese Gruppe ist Bitcoin also hauptsächlich ein Wertspeicher. Sie trennen sich ungern von ihren gehorteten Bitcoin-Reserven, weil sie ein hohes Wertsteigerungspotential vermuten. Viele Bitcoin-Nutzer “hodln” deswegen. Hinter diesem Ausdruck “HODL” versteckt sich eigentlich das englische Wort “hold”, auf deutsch “halten”. Diese Nutzer-Gruppe investiert also langfristig in BTC und hält also auch daran fest, wenn der Kurs mal runter rauscht. 

Die aktuellen Kundendaten von Charles Schwab, dem größten US Online Broker, zeigen, dass insbesondere jüngere Menschen dem Bitcoin zukünftig viel Upside Potenzial zutrauen. 

Bitcoin Grayscale

In dem aktuellen Report legt Charles Schwab die Holdings von rund 150.000 Rentensparplänen offen, bei denen die Anleger selbst bestimmen können, wie ihre Raten angelegt werden (“SDBA”, “Self Directed Brokerage Account”). Dabei hat Charles Schwab interessanterweise die Holdings seiner Kunden nach Generationen geschlüsselt und für die jeweiligen Kohorten die durchschnittlichen Vermögen und Gesamtpositionen aufgelistet. Wie zu erwarten führen die FAANG Aktien (Facebook Apple Amazon Netflix Google) die Liste generationenübergreifend an, wenn auch in unterschiedlichen Gewichtungen.


Generationen

Baby Boomers: Geboren von ca 1940 bis Mitte der 1960. In diesen Jahren nach Ende des Zweiten Weltkriegs stieg in der westlichen Welt die Geburtenrate überdurchschnittlich stark. Sie verfügen natürlich über die im Schnitt höchsten durchschnittlichen Anlagevermögen mit knapp 360.000€.

Gen Xers: Geboren zwischen 1960 und 1980. Die mittlere Generation (Generation X) hat im Schnitt immerhin knapp eine Viertelmillion im Depot.

Millennials: Geboren zwischen 1980 und den späten 1990ern, also aufgewachsen und “sozialisiert” um den Jahrtausendwechsel. Die jüngsten Anleger haben meist weniger als 65.000€ im Depot. Millennials sparen vornehmlich in ETFs und Fonds während Zins-Produkte stark unterrepräsentiert sind.


Eine Riesenüberraschung jedoch: Die Verteilung von Anlagegeldern auf den Grayscale Bitcoin Trust unter den Millennials. Offenbar nehmen sie Diversifikation anders wahr als die Vorgängergenerationen Baby Boomers und Gen X. Denn mit signifikanten 1.84% der Equity-Anlagesumme legen die Millennials mehr Geld in BTC an als in den Gemischtwarenladen Berkshire Hathaway, den Streaming-Riesen Netflix oder Windows-Verkäufer Microsoft. Nur Amazon, Apple, Tesla und Facebook schlagen den Bitcoin im durchschnittlichen Anlagemix der amerikanischen Millennials.

Bitcoin als Alternative zu Gold

Wichtiges Hintergrundwissen: Hier werden gar keine physischen Bitcoins gehandelt, da Charles Schwab, wie die meisten Online Broker, dies gar nicht anbietet – im Gegensatz zum Angebot von Bitwala werden die BTC von Grayscale in “Custody” gehalten, also gegen eine jährliche Gebühr “sicher verwahrt”. Der GBTC ist also quasi ein umgekehrter “Bitcoin Token” – ein Anspruch auf Auslieferung auf der Blockchain besteht jedoch nicht.

In der Charles Schwab Statistik wird der GBTC wie Aktien unter “Equities” aufgeführt. Das begründet sich in der Rechtsstruktur des Produktes, die keine Zuordnung unter Fonds oder ETFs zulässt. Auch wird der GBTC mit teils erheblichem Zuschlag auf den Bitcoin-Kassapreis gehandelt. Selbstverständlich haben Anlagederivate wie der GBTC keinerlei Verbindung mit dem Bitcoin als Zahlungsmittel. Die jungen Anleger setzen also eher auf Bitcoin als Alternative zu Gold – so eine mögliche Erklärung. Eine andere Sichtweise: Den Anlegern fehlen Wissen und Möglichkeiten in echte BTC zu investieren. 

Der GBTC ist also eine teure Wette und eine schlechte Alternative zum Handel mit echten Bitcoin. Dennoch zeigt sich, dass insbesondere jüngere Anleger der Bitcoin-Währung einen langfristigen Wert zusprechen und solche Gebühren in Kauf nehmen.

Daraus lässt sich die These ableiten, dass eine Nachfrage nach institutionell gehandelten Kryptoanlageprodukten herrscht. Echte Tests dieser Hypothese stehen noch aus: Bislang gibt es wenige Kryptoanlagederivate im Handel, weitere sind bereits für das Jahr 2020 in Vorbereitung, und viele wurden bereits von der SEC abgelehnt. 

Es bleibt also vorerst beim vielzitierten Spruch: “Not your keys, not your coins”, vor allem wenn man sich auf Drittanbieter verlässt oder verlassen muss. Wer trotzdem ohne viel Fachwissen und ohne laufende Kosten Bitcoin oder Ethereum gleich auf der Blockchain handeln will, kann das beispielsweise sehr gut und sicher bei Bitwala tun.

Wie wird sich deiner Meinung nach das Anlageverhalten in Richtung Bitcoin entwickeln?

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[Bildquelle: Shutterstock]